20:01 24 November 2020
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    Das bei Nowosibirsk ansässige staatliche Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie Vector entwickelt einen kombinierten Impfstoff gleich gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und gegen Grippe.

    „Wir arbeiten derzeit an einem Vakzin gegen das Coronavirus und gegen Grippe“, bestätigte Zentrumsdirektor Rinat Maksjutow am Mittwoch in einer Sitzung des Valdai-Diskussionsklubs.

    Grippe verstärkt Wirkung von COVID-19

    Forscher in der Universität von Liverpool hatten vor kurzem festgestellt, dass mit dem Coronavirus infizierte Grippekranke mit um ein Mehrfaches höherem Todesrisiko konfrontiert sind. Zu diesem Schluss gelangten die Autoren der Studie nach einem Experiment an Mäusen: Eine Gruppe der Tiere wurde nur mit SARS-CoV-2 und die andere zuerst mit dem Grippe-A-Virus und dann nach einigen Tagen mit SARS-CoV-2 infiziert. COVID-19 verlief bei den Tieren der zweiten Gruppe deutlich schwerer, dabei stieg die Wahrscheinlichkeit eines letalen Ausgangs um das Sechsfache.

    Behörden bestehen auf Impfungen gegen Grippe

    Die russische Verbraucherschutzbehörde akzeptierte die Schlussfolgerungen der Briten. Natalia Pschenitschnaja, für klinische und analytische Arbeit zuständige Direktorin des Forschungsinstituts für Epidemiologie, wies auf die Notwendigkeit hin, sich gegen Grippe impfen zu lassen, um die eventuellen Folgen einer möglichen COVID-19-Erkrankung zu mildern.

    Vector-Chef Maksjutow zufolge wurden von seinen Wissenschaftlern bislang etwa 80 Mutationen des neuen Coronavirus nachgewiesen, die nicht in internationalen Datenbanken erfasst sind. Aber der neue Impfstoff sei effektiv genug gegen sie alle, sagte er.

    Zweites russisches Corona-Vakzin zugelassen

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor einer Woche verkündet, dass ein im Vector-Zentrum entwickeltes Corona-Serum amtlich registriert worden sei - EpiVacCorona. Das sei bereits der zweite russische Impfstoff gegen das Coronavirus nach Sputnik V des Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie. Das Serum muss ebenfalls zweimal mit einem Abstand von 14 bis 21 Tagen intramuskulär gespritzt werden.

    Russische Behörden rechnen damit, dass heimische Impfstoffe gegen das Coronavirus etwa Ende November für massenhafte Impfungen zur Verfügung stünden.

    am/gs

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    Tags:
    Entwicklung, Grippe, Coronavirus, Impfstoff, Forschungszentrum, Nowosibirsk, Russland