02:20 27 November 2020
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    Bei den Tests des ersten Corona-Impfstoffes „Sputnik V“ haben die Probanden, die über 60 Jahre alt sind, vorerst mit keinen unerwünschten Veränderungen ihres Gesundheitszustands zu kämpfen gehabt. Dies gab der Leiter der Impfstoffforschung bei dem Zentralen Klinischen Krankenhaus in Moskau, Nikita Lomakin, bekannt.

    Ihm zufolge wird die Wirkung des Impfstoffs „Sputnik V“ bei älteren Menschen derzeit lediglich im Zentralen Klinischen Krankenhaus untersucht. Die entsprechende klinische Studie habe Anfang der vergangenen Woche begonnen.

    Arzt mit einer Spritze im Krankenhaus für Corona-Infizierte (Symbolbild)
    © Sputnik / Tatjana Makejewa (SYMBOLFOTO)

    „Die erste Gruppe von Teilnehmern hat am vergangenen Donnerstag ein Screening unterlaufen, am Sonntag wurde sie hospitalisiert und erhielt am 28. Oktober eine Impfstoffdosis“, teilte Lomakin gegenüber der Zeitung „Iswestija“ mit. 110 Personen sollen in die Studie aufgenommen werden, zurzeit seien 28 von ihnen hospitalisiert worden, sagte der Arzt.

    Von der Studie ausgeschlossen seien Menschen, die an Krebs oder viraler Hepatitis leiden würden, Patienten, die Medikamente zur Behandlung onkologischer Erkrankungen oder immunsuppressiv wirkende Medikamente einnehmen müssten, sowie jene, die in den zurückliegenden zwölf Monaten einen akuten Herzinfarkt oder akuten Schlaganfall erlitten hätten.

    Die Teilnahme von Menschen mit Diabetes oder anderen systemischen Krankheiten sei hingegen erlaubt.

    Bei den Tests in der jüngeren Altersgruppe sei in den meisten Fällen in den ersten 24 bis 49 Stunden nach der ersten Impfstoffdosis ein Prä-Influenza-Zustand und Fieber aufgetreten. In der älteren Altersgruppe habe jedoch keiner der Teilnehmer, die den Impfstoff am 28. Oktober erhalten hätten, diese Reaktionen aufgewiesen.

    „Dies deutet darauf hin, dass das Immunsystem bei der älteren Altersgruppe ein bisschen unterdrückt ist. Das ist kennzeichnend für ältere Menschen, daher reagieren sie nicht so stark. Und das ist eine sehr gute Tatsache“, erklärte Lomakin.

    Ihm zufolge wurden keine unerwünschten Reaktionen bei den Studienteilnehmern festgestellt:

    „Wir haben keine Erscheinungen festgestellt, zumindest nicht in der ersten Patientengruppe. Keine Hautreaktionen, kein Fieber, kein prämorbider Hintergrund (Prä-Influenza)“, sagte er.

    Aus Sicherheitsgründen würden die Probanden zweimal hospitalisiert: Zuerst für sechs Tage, dann würden sie aus dem Krankenhaus entlassen und zwei Wochen später erneut für drei Tage hospitalisiert, wo sie die zweite Impfstoffdosis bekommen. Danach würden sie im Laufe von sechs Monaten untersucht werden.

    Impfstoff „Sputnik V“

    Das russische Gesundheitsministerium hatte Anfang August den weltweit ersten Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus unter der Bezeichnung „Sputnik V“ registriert. Das Vakzin wurde vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie mit Unterstützung des russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt. Der RDIF und seine Partner führen auch klinische Studien in Belarus, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela durch.

    asch/ae

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    Tags:
    Tests, Impfstoff, Impfung, Covid-19, Coronavirus, Russland, Russland