16:08 25 November 2020
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    Das Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau und der Russische Direktinvestitionsfonds (RDIF) haben am Mittwoch in einem Pressestatement Angaben zur Effektivität der Corona-Vakzine „Sputnik V“ publik gemacht.

    Demzufolge handelt es sich um Zwischenergebnisse. Insgesamt nehmen an der Recherche 40.000 Freiwillige teil. Das Präparat soll in zwei Etappen mit einem Intervall von drei Wochen verabreicht werden. Bereits mehr als 16.000 Studie-Teilnehmer hätten beide Dosen entweder des Impfstoffs oder des Placebos verabreicht bekommen.

    Die Analyse sei 21 Tage nach der Verabreichung der ersten Dose der Vakzine oder des Placebos durchgeführt worden. Es gebe 20 Fälle der Erkrankung an Covid-19.

    „Auf der Grundlage der Verteilung der 20 bestätigten Fälle (registriert sowohl in der Kontrollgruppe als auch in der geimpften Gruppe) wurde festgestellt, dass die Wirksamkeit von ‚Sputnik V‘ bei 92 Prozent liegt“, hieß es.

    Bis dato seien keine unerwarteten negativen Nebenwirkungen der Vakzine identifiziert worden. Einige Vakzinierte hätten kurzzeitige Nebenwirkungen, wie etwa Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber oder Kopfschmerzen.

    Die Studie-Teilnehmer würden noch im Laufe von sechs Monaten beobachtet. Daraufhin werde ein abschließender Bericht vorgelegt. Die Forscher des Gamaleja-Instituts würden die Zwischenergebnisse in einer internationalen von Experten begutachteten Fachzeitschrift veröffentlichen. Nach dem Abschluss der dritten Phase der Tests werde der Zugang zu einem vollständigen Bericht gewährleistet.

    Baldige Massenimpfung in Russland möglich

    Aus der Sicht von Alexander Ginzburg, dem Direktor des Instituts, zeugen die Zwischenergebnisse von der Wirksamkeit des „Sputnik V“-Serums. Die Veröffentlichung der Daten ermögliche es, in den nächsten Wochen eine Massenimpfung in Russland in die Wege zu leiten.

    Der RDIF-Chef Kirill Dmitriev hob die Wichtigkeit einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Entwicklern von Impfstoffen hervor. Vakzine sollten über der Politik stehen.

    „Die Welt braucht ein diversifiziertes Portfolio von qualitätsreichen Impfstoffen, und die ‚Sputnik V‘-Vakzine, die auf gut erforschten humanen Adenoviren basiert, ist ein wichtiger Teil davon“, hieß es in der Erklärung.

    „Sputnik V“

    Im August hatte das russische Gesundheitsministerium den weltweit ersten Impfstoff zur Vorbeugung der Covid-19-Erkrankung registriert, der vom Gamaleja-Institut gemeinsam mit dem RDIF entwickelt worden war.

    Das Präparat unter dem Namen „Sputnik V” ist eine Lösung für die intramuskuläre Infusion. Die gebildete Immunität soll laut dem russischen Gesundheitsministerium bis zu zwei Jahre anhalten.

    „Sputnik V” ist einer von zehn entwickelten Impfstoffen der Welt auf der WHO-Liste, die kurz vor dem Ende der dritten Phase der klinischen Tests und vor dem Start der Massenproduktion stehen. Russland hat ein Gesuch für die beschleunigte Registrierung an die WHO gerichtet.

    Derzeit erfolgen klinische Tests von „Sputnik V“ neben Russland auch in Weißrussland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und Brasilien. Mehr als 50 Länder beantragten nach Informationen des Fonds den Ankauf von insgesamt über 1,2 Milliarden Dosen des Impfstoffs. Das Serum soll auch in Indien, Brasilien, China und anderen Ländern hergestellt werden.

    mo/mt

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