15:49 25 November 2020
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    Werkstoffwissenschaftler aus der Sibirien-Metropole Jekaterinburg haben ein Schutzglas zum Abschirmen vor radioaktiver Strahlung entwickelt, das um das Dreifache besser schützt als alle bisher bekannten vergleichbaren Materialien.

    Wer in Kernkraftwerken oder in der Strahlenmedizin arbeitet, kommt ohne diesen Schutz nicht aus. Das sog. Schwere Glas schirmt Fachleute bei ihrer täglichen Arbeit mit radioaktiven Substanzen vor gefährlicher Strahlung ab. Dafür enthält es Verbindungen aus Elementen mit hohen Ordnungszahlen. Das kann schon Mal in chemischen Formeln wie dieser zum Ausdruck kommen: xBi2O3-30B2O3-(65-x)ZnO-5BaO.

    Dieser Code steht für eine Neuentwicklung russischer Materialforscher von der Föderalen Ural-Universität in Jekaterinburg.

    „Unser Material weist eine dreifach höhere Effektivität bei der Absorption von Photonenstrahlung auf als vergleichbares und heute weitverbreitetes Schutzglas“, erklärt Maria Pyschkowa, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für experimentelle Physik der Universität.

    Den Forschern ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Schutzeigenschaften ihres Glasmaterials experimentell nachzuweisen. Beispielsweise übertrifft das Glas die herkömmlichen Materialien, die zum Schutz vor Radioaktivität verwendet werden: Blei und Beton, bei Eigenschaften wie Massendämpfungskoeffizient und Mittlere freie Weglänge erheblich.

    „Dieses Glas, das zum selben Schutzzweck verwendet wird, kann drei Mal dünner sein als vergleichbares Material. Dies ergibt eine Fülle von Vorteilen, nicht zuletzt auch Kostenvorteile“, erklärt die russische Physikerin. Die genauen Versuchsergebnisse haben die Wissenschaftler aus Jekaterinburg im Fachblatt „Journal of Materials Research and Technology“ veröffentlicht.

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    Tags:
    Glas, Radioaktivität, Jekaterinburg