16:30 28 November 2020
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    Spinnenmännchen müssen bei der Fortpflanzung um ihr Leben bangen, denn Weibchen fressen sie oftmals sofort nach dem Akt auf. Aber bei mindestens einer Art haben die Männchen aus der Vergangenheit gelernt und eine wahrhaft fesselnde Taktik entwickelt, wie tschechische Forscher entdeckten.

    Spinnenmännchen leben auf gefährlichem Fuß. Neben den gängigen Fressfeinden wie Vögeln und Nagern gestaltet sich bei einigen Arten auch die Fortpflanzung lebensgefährlich. Denn ist das Männchen nicht flink genug, wird es nach dem Akt schlichtweg verschlungen, nach dem Motto: Kinder ausbrüten verlangt viel Energie und wer weiß, wann die nächste Beute ins Netz kommt?

    Nun sind aber nicht nur die Weibchen so clever, sondern auch Männchen haben sich im Laufe der Evolution so manchen Gedanken zu dieser unglücklichen Beziehung gemacht. Eine Art namens Thanatus fabricii hat sogar eine beeindruckende Lösung gefunden, die entfernt an die Sexualpraxis des „Bondage“ erinnert, die tschechische Forscher nun erstmals beschrieben haben.

    Fesseln statt Tänzeln

    Statt lange Balztänze zu veranstalten und aufwendige Überzeugungsarbeit in eigener Sache zu machen, beißt das Männchen das Weibchen in ein Bein. Diese fährt daraufhin alle Beine ein, um ihren Körper zu schützen. Im nächsten Schritt bindet das Männchen die Beine des Weibchen mit Spinnenseide fest. Das Weibchen ist somit unbeweglich und die eigentliche Fortpflanzung findet in aller Ruhe statt.

    Dieses Verfahren hat klare Vorteile für die Männchen, denn die können sich dadurch sicher mehr als ein Mal fortpflanzen. Die Weibchen tragen davon allerdings Schäden davon. So bleiben sie noch ziemlich lange in der Position liegen, bis sie freikommen und haben danach mehr Schwierigkeiten beim Jagen, was auf bleibende Schäden hinweisen könnte.

    Allerdings rettet auch diese ausgeklügelte Strategie die Männchen nicht vor dem Gefressenwerden. Elf Prozent von ihnen landen dennoch zwischen den Kiefern der Partnerin.

    Die Studie zum Verhalten von Thanatus fabricii wurde in der Fachzeitschrift „Animal Behaviour“ veröffentlicht.

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    Tags:
    Natur, Spinnen