15:50 28 November 2020
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    Biologen aus Australien und den USA, die die Proteome verschiedener Völker der Welt untersuchen, haben bei Ostasiaten Coronavirus-spezifische Proteine entdeckt. Die Forschungsergebnisse wurden auf dem bioRxiv Preprint Server veröffentlicht.

    Mithilfe der Methode zur Zählung von Proteingenerationen haben Forscher festgestellt, dass die Anpassung der Bewohner der Region an Coronavirus-Infektionen vor 25.000 Jahren begonnen habe.

    Proteome diverser Menschen-Populationen

    Im Laufe der Evolutionsgeschichte hat sich die Zusammensetzung der Proteine in jeder menschlichen Bevölkerung verändert. Da Proteine physikalisch mit Viren interagieren, die in den Körper eindringen, bleiben nach jeder Virusepidemie Proteine, die für einen bestimmten Krankheitserreger spezifisch sind, im Proteom der Population erhalten.

    Forscher von der University of Adelaide in Australien, der Australian National University und der University of Arizona in den USA untersuchten die Proteome von 26 verschiedenen Populationen von Menschen aus fünf Kontinenten und wählten Proteine aus, die stark mit Coronaviren interagieren (CoV-VIP, virus-interacting proteins) - solche, die an der Immunität beteiligt sind oder von Viren zum Einfangen von Inhaber-Zellen verwendet werden.

    Virusepidemien

    In den letzten zwei Jahrzehnten haben Stämme von Coronaviren drei Hauptausbrüche verursacht: das schwere akute respiratorische Syndrom Sars in China im Jahr 2002, das nahöstliche respiratorische Syndrom Mers im Jahr 2013 in Saudi-Arabien und die aktuelle Covid-19-Pandemie.

    Es ist bekannt, dass Virusepidemien im Laufe der Menschheitsgeschichte regelmäßig aufgetreten sind. Moderne Forschungsmethoden ermöglichen es herauszufinden, um welche Art von Viren es sich handelt und welche Spuren sie im erblichen biologischen Gedächtnis von Populationen hinterlassen haben.

    Bildung erblicher Immunität

    Wissenschaftler haben bei Ostasiaten einen einzigartigen Satz von 42 CoV-VIPs gefunden, die gegen Coronaviren spezifisch sind und gegen diese Gruppe von Krankheitserregern dreimal aktiver wirken als andere Proteine.

    Das Alter der ältesten CoV-VIPs wurde von den Autoren auf 900 Generationen geschätzt. In Jahre übersetzt bedeutet dies, dass die adaptive Reaktion auf Coronaviren, die sich in der Evolution von Proteinen widerspiegelt, vor etwa 25.000 Jahren erstmals in der Bevölkerung der Region aufgetreten sei und sich dann mehrmals aktualisiert habe.

    Nach Ansicht der Studie-Autoren traten in diesem Teil der Welt vor 25000 bis 5000 Jahren regelmäßig Epidemien von Coronavirus-Infektionen auf, infolgedessen sich in der Bevölkerung eine gewisse erbliche Immunität gebildet hatte.

    „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, evolutionäre Genom-Methoden in medizinische Standardforschungsprotokolle einzubeziehen. Durch die Aufdeckung der ‚Persönlichkeiten‘ antiker pathogener Feinde erhöhen diese Methoden die Fähigkeit der Wissenschaftler, zukünftige Epidemien vorherzusagen und auf solche Weise zu verhindern“, betonen die Forscher in ihrem Artikel.

    Entwicklung epidemiologischer Strategie erforderlich

    Die Autoren hoffen, dass die Populationsunterschiede, die sie im Zusammenhang mit der neuen Coronavirus-Infektion festgestellt haben, dazu beitragen werden, eine richtige epidemiologische Strategie zu entwickeln, die Impfstoffverteilung zu steuern und die Behandlungsmethoden anzupassen.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Infektionen, Protein, Ostasien, Immunität, Covid-19, Coronavirus