19:09 27 November 2020
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    Die anhaltende Corona-Pandemie kann nach Angaben der australischen Wissenschaftler zu einem Masernausbruch führen. Ihre Studie ist in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht worden. 

    Nach Ansicht der Forscher aus dem Merdock Children's Research Institute in Melbourne könnte der Ausbruch durch die Aussetzung der Masern-Impfung bei Kindern sowie durch restriktive Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgelöst werden.

    In der Studie weisen die Forscher darauf hin, dass die Verzögerungen bei den Impfkampagnen in 26 Ländern nach WHO-Schätzungen dazu geführt hätten, dass 94 Millionen Kinder die geplanten Masern-Impfungen verpasst hätten.

    Der Studie zufolge zeigen die Daten für die ersten sechs Monate des Jahres, dass die Zahl der Masernfälle in den meisten Ländern zurückgeht, aber der Rückgang ist „eher bedrohlich als ermutigend und deutet auf künftige Ausbrüche hin“.

    Laut den Forschern habe sich die Pandemie negativ auf die Wirtschaft der Länder ausgewirkt und zu einem höheren Maß an Unterernährung geführt, was zusammen mit einer geschwächten Immunität die Wahrscheinlichkeit der Genesung bei einer Masern-Infektion verringere. Ferner behaupten die Autoren der Studie, dass die Anzahl der Kinder bald steigen werde, die nicht gegen Masern geimpft seien. Viele von ihnen leben in armen Gegenden, wo es Probleme mit dem Gesundheitssystem gebe.

    So kommen die australischen Forscher zum Schluss, dass es Hinweise darauf gebe, dass die Masern im nächsten Jahr zu einer Epidemie werden könnten. Um dies zu verhindern, sei es jedoch notwendig, den Ländern zu helfen, die Impfkampagne gegen Masern aufzuholen und sich auf die erwarteten Ausbrüche vorzubereiten.

    Corona-Ausbruch

    Am 31. Dezember 2019 wurde durch eine Mitteilung der Gesundheitskommission der chinesischen Metropole Wuhan bekannt, dass in der Stadt eine mysteriöse Lungenkrankheit ausgebrochen war. Die WHO erfuhr nach eigenen Angaben am selben Tag davon. Rückwirkend datierten die chinesischen Behörden die erste Ansteckung auf einen früheren Zeitpunkt. Ebenfalls gab es früh Hinweise, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werde.

    Ende Januar erklärte die WHO wegen des Ausbruchs der neuen Lungenkrankheit eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“. Am 11. März stufte sie die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 als Pandemie ein.

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (Stand 21. November, 9.28 am CET) liegt die Anzahl der Ansteckungen bei 56.982.476 Menschen. 1.361.847 Infizierte sind an dem Erreger gestorben.

    ac/mt

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    Tags:
    Fachjournal The Lancet, Studie, Pandemie, Coronavirus, Ausbruch, Masern