Spieler der russischen Nationalelf feiert den Tor gegen Saudi-Arabien im WM-Eröffnungsspiel

Joker-Dank, „Babuschka“ und fehlende „Taste“: Emotionen nach Russlands WM-Auftaktsieg

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Kochende Emotionen auf der Bank, ein nicht ganz konventionelles Lob des Trainers und überraschend jubelnde Portugiesen – Russlands 5:0-Sieg im WM-Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien wurde hierzulande aktiv kommentiert.

Nach dem Spiel wurde der russische Trainer Stanislaw Tschertschessow auf seinen Joker Denis Tscheryschew angesprochen, der nach der Einwechselung zwei Tore geschossen und die Auszeichnung als Man oft the Match verdient hatte.

„Ich habe von Tscheryschew eine Verstärkung des Spiels erwartet, als ich ihn einwechselte. Gestern vor dem Spiel hatte ich mit ihm Nuancen besprochen – und heute bedankte er sich mit zwei Toren, und zwar bei dem ganzen Land. Was wir besprochen haben, hat er getan“, sagte der Coach.

Der ebenfalls eingewechselte Torschütze Artjom Dsjuba berichtete über seine kurze Gesten-Kommunikation mit dem Trainer nach dem 3:0-Treffer. Dsjuba erläuterte, die Emotionen während des Wartens auf der Bank seien bei ihm am Siedepunkt gewesen: „Ich dachte: ‚Gebt mir eine Chance, gebt mir eine Chance!‘ Als ich dann das Tor schoss, zeigte ich dem Trainer, dass ich hier sein muss. Er zeigte mir als Antwort: ‚Ja, jetzt verstehe ich.‘ Es war angenehm, dass der Trainer gut reagierte, dann das waren Emotionen. Fußball bedeutet Emotionen.“ Der Coach hatte den Stürmer nach dessen Treffer sogar mit einem militärischen Gruß scherzhaft gelobt.

Die russische Nationalelf hat diesmal auch einen eingebürgerten Brasilianer in ihren Reihen. Im Spiel gegen Saudi-Arabien war Mário Fernandes auf dem Rasen mit dabei. „Ich kann sagen, dass ich mich in der russischen Mannschaft sehr wohl fühle. Wir haben ein gutes Team“, betonte er nach dem Abpfiff, wie ein Sputnik-Reporter meldete.

Das Fußballleben brodelt unterdessen nicht nur in Moskau, sondern auch in weiteren russischen Städten. Etwa in Sotschi versammelten sich zahlreiche Fans aus verschiedenen Ländern in der Fan-Zone, um das Eröffnungsspiel auf einem großen Bildschirm zu verfolgen. Die Leute sangen zunächst beim Auftritt von Robbie Williams mit – und danach begann, wie ein Reporter der Zeitung „Sowetski Sport“ formulierte, ein richtiger Wahnsinn:

„Russland schoss Tore, die Menschenmenge jubelte, doch am stärksten freuten sich aus irgendeinem Grund die Portugiesen für unsere Jungs. Einer von ihnen schrie: ‚Babuschka, Babuschka‘, dann tanzte er etwas, was einem russischen Volkstanz ähnelte.“

Die russische Zeitung „Sport-Express“ zeigte sich zwar am Freitag in ihrem Kommentar begeistert vom Sieg zum Auftakt und lobte die Nationalspieler als „Prachtkerle“, verwies aber auch darauf, dass die Saudis nicht gerade die stärksten Gegner waren, und sah auch manche Mängel beim Auftritt der Sbornaja. Das Blatt forderte mehr Ideen in der Offensive und stellte fest, dass es bei den Russen in Sachen Ballbesitz und Spielkontrolle vorerst nicht besonders klappe.

Auch Trainer Tschertschessow will nicht euphorisch werden. „Wir haben Erfahrungen aus dem Confederation Cup, als wir zum Auftakt mit 2:0 gewonnen und dann den Einzug in die Playoff-Runde verfehlt hatten. Zwar kann man den jetzigen Sieg nicht vergessen, 5:0 steht überall geschrieben, doch man sollte die Emotionen beiseitelegen und weiter arbeiten. Wir haben keine Play- und Stopp-Tasten“, sagte der Coach und betonte, dass er an die Mannschaft glaube.

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Nationalelf, Reaktion, Sieg, Fußball-WM 2018, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, FIFA, Artjom Dsjuba, Sotschi, Moskau, Saudi-Arabien, Russland