13:02 26 September 2017
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    Im Spiegel der Presse am 07. September

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    Nordkaukasus: Kreml will dem Terror den Nährboden entziehen * EU-Russland: Erneut Gezerre um Gaspreis * Russland und Israel helfen sich gegenseitig im Kampf gegen Terror * Hartes Ringen um russisches „Windows“ * Russisches Forschungsschiff wagt sich wieder ins Arktis-Eis

     

    „Wremja Nowostej": Nordkaukasus: Kreml will dem Terror den Nährboden entziehen

     Der Präsidentenbevollmächtigte Alexander Chloponin hat gestern seine Entwicklungsstrategie für den Nordkaukasus vorgestellt, berichtet die Zeitung „Wremja Nowostej" am Dienstag.

     Der Entwicklungsplan enthält nichts Neues, denn seit der Bildung dieses Föderationsbezirks wurden bereits auf verschiedenen Ebenen Reformen für den Nordkaukasus erörtert. Es geht weiter darum, die Instabilität im Nordkaukasus  durch Maßnahmen zur sozialen und ökonomischen Rehabilitation zu überwinden. Regierungschef Wladimir Putin gab zu, dass die Situation schwierig sei, zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Terroristen die Pläne nicht würden vereiteln können.

    Chloponin zufolge belaufen sich die gebilligten Investitionsprojekte für den Nordkaukasus auf rund 600 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 39 Rubel). Bis 2025 sollen mindestens 400 000 Arbeitsplätze geschaffen, das jährliche Wachstumstempo des Bruttoinlandsproduktes soll auf 7,7 Prozent und die Durchschnittlöhne im Nordkaukasus auf 23 000 Rubel gebracht werden.

    Was der Situation im Nordkaukasus tatsächlich helfen könnte, ist die von Putin angegebene Zahl der neuen Arbeitsplätze.

    Die 400 000 neuen freien Stellen würden die sozialen Spannungen im Nordkaukasus, wo es weiter an Arbeitsplätzen mangelt, die Bevölkerung aber stabil wächst, deutlich legen. Geht man aber davon aus, dass das Programm bis 2025 läuft und allein in Dagestan jedes Jahr 35 000 Arbeitssuchende hinzukommen, erkennt man, dass die zusätzlichen Kapazitäten auf dem Arbeitsmarkt bereits vor der Umsetzung des Programms ausgeschöpft sein werden.

    Besonders viel Geld fließt nicht in den Nordkaukasus. Die Ausgaben für den Kaukasus sollen durch Investitionsprojekte fast verdoppelt werden.

    Der Kreml-Bevollmächtigte sprach von 600 Milliarden Rubel für alle bereits gebilligten Investitionsprojekte - das sind die Gelder, die der Kaukasus neben den ständigen Geldspritzen aus dem Staatshaushalt bekommen soll. Wie Putin im Juli auf einer Konferenz in Kislowodsk bemerkte, haben die Subventionen in den vergangenen zehn Jahren etwa 800 Milliarden Rubel betragen. Folglich wird die Region durch Investitionsprojekte nur ein bisschen mehr Geld erhalten als vom Fiskus.

     

    „RBC Daily": EU-Russland: Erneut Gezerre um Gaspreis

    Die EU und Russland könnten sich bei der Gestaltung der Gaspreise zusammenschließen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Dienstag.

    Die Vereinheitlichung der Preise schlug Lettland vor, das 30 Prozent mehr als Deutschland für das russische Gas bezahlt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger schlug seinerseits vor, die Energieabhängigkeit von Russland weiterhin zu verringern, und versprach Lettland seine Unterstützung bei den Verhandlungen mit Gazprom. Gleichzeitig unterstrich Oettinger, dass sich Europa bei der Diskussion um die Gaslieferungen aus Russland einig zeigen sollte.

    Diese Diskussionen branden dann immer wieder auf, wenn Europa mit Russland über neue Preissenkungen verhandelt. Als Argument gilt dabei stets Katar, das über große Flüssiggasvorräte verfügt, sowie Polen mit seinen angeblichen Schiefergasvorkommen. EU-Politiker verweisen auch auf die Nabucco-Pipeline, die als Alternative für das von Russland initiierte South-Stream-Projekt angesehen wird. Laut Prognosen wird Europas Gasbedarf die Kapazitäten beider Pipelines jedoch wesentlich übertreffen.

    „Das ist jedenfalls eine eher politische und nicht energetische Frage. Es gibt zurzeit keine alternativen Gaslieferanten, und ich denke nicht, dass solche Diskussionen reale Risiken und eine kardinale Veränderung der Beziehungen zu Russland verursachen können“, sagte der Analyst des Finanzhauses Otkrytije, Dmitri Ljutjagin. „Solche Aussagen sind Teil einer gut durchdachten Politik, deren Ziel eine grundsätzliche Änderung der Preisgestaltungsformel ist. Für jedes Land gilt ein spezieller Grundpreis, der von der Situation auf dem Markt zum Zeitpunkt der Vertragsschließung abhängt. Die Preisformel hängt unmittelbar vom Ölpreis ab. Aber abhängig vom Grundpreis kann er erhöht oder gesenkt werden.“

    „Wenn man die Europäische Union als eine Einheit betrachten sollte, dann müsste man den Preis korrigieren und mit allen EU-Mitgliedern vereinbaren“, fuhr der Experte fort. „Falls es Rabatte auf dem Spotmarkt gibt, dann werden sie für alle gelten. Die Preisunterschiede sind nur im Zusammenhang des Gastransports möglich und hängen also von der Entfernung dieses oder jenes Landes ab.“

    Es sei zu erwähnen, dass Gazprom 34 Prozent der Aktien der Firma Latvijas Gaze gehören, der lettische Monopolist für die Lagerung, Beförderung und Verteilung des Gases. Seit Februar 2009 sind Gazprom und Latvijas Gaze durch einen Vertrag gebunden, dem zufolge Lettland die erforderliche Gasmenge bis zum Jahr 2030 garantiert ist.

    Lettland ist eines der EU-Länder, die von den russischen Gaslieferungen am meisten abhängen. Laut einem Bericht des Europäischen Zentrums für internationale Wirtschaftspolitik (ECIPE) könnten Lettland und Bulgarien am meisten zu Schaden kommen, falls russische Gaslieferungen unterbrochen werden sollten.

     

    „Gazeta.Ru“: Russland und Israel helfen sich gegenseitig im Kampf gegen Terror

    Russland und Israel haben einen Vertrag über militärtechnische Kooperation geschlossen, um gemeinsam gegen den islamischen Terrorismus zu kämpfen, schreibt die Online-Zeitung „Gazeta.Ru“ am Montag.

    Israel beliefert Russland mit unbemannten Flugkörpern, während Russland Israel mit Lasersystemen des GLONASS-Systems versorgt.

    Die Verteidigungsminister beider Staaten, Anatoli Serdjukow und Ehud Barak, haben nach 15 Jahren den ersten gemeinsamen Vertrag über militärtechnische Kooperation unterzeichnet. „Es ist für uns sehr wichtig, bei der Arbeit an einem neuen Image der russischen Streitkräfte die Erfahrungen der israelischen Armee zu nutzen“, sagte Serdjukow. Barak unterstrich seinerseits, dass Russland nicht nur ein wichtiger Partner sei, sondern auch eine Großmacht, die eine wichtige Rolle im Nahen Osten spiele.

    Über die Einzelheiten des neuen Vertrags wurde Stillschweigen vereinbart. Der israelische Minister stellte fest, dass Moskau und Tel Aviv ein gemeinsames Problem, den islamischen Terrorismus, haben, und eine Kooperation erforderlich sei. Er betonte, dass man in Israel die Nachrichten aus dem Nordkaukasus aufmerksam verfolge. Barak zeigte sich bereit, mit Russland Erfahrungen bei der Terrorbekämpfung auszutauschen. Vor kurzem hatte Russland von Israel bereits zwölf  Drohnen gekauft.

    Eine Quelle aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums verriet, dass ein weiterer Vertrag im Wert von 50 Millionen Dollar über den Kauf von unbemannten Flugkörpern unterzeichnet werden könnte. Außerdem könnten beide Staaten ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung unbemannter Flugzeuge gründen. Dieses Projekt könnte bis zu 250 Millionen Dollar kosten.

    Über mehrere andere Details des Abkommens sprach kürzlich der russische Premier Wladimir Putin. „Wir erörtern die Möglichkeit, israelische Flugapparate mit unseren Anlagen, Raumfahrt- und Lasertechnik auszurüsten“, sagte Putin bei seinem Treffen mit Barak. „Derzeit verhandeln wir mit israelischen Experten über die mögliche Stationierung einer russischen Langstrecken-Laserstation auf dem israelischen Territorium, die im Rahmen des GLONASS-Systems in Betrieb gehen würde.“

    Wie der Pressesprecher der israelischen Botschaft in Russland, Alex Goldman-Scheiman, verriet, hatten Moskau und Tel Aviv an diesem Vertrag seit etwa einem Jahr gearbeitet, Baraks Besuch in Moskau musste bereits zwei Mal verschoben werden. Über die Einzelheiten des Dokuments konnte der Sprecher nichts sagen. Nach seinen Worten handelt es sich um eine sehr umfassende Kooperation, die unter anderem gemeinsame Auftritte von Militärorchestern beider Länder vorsieht. Das Abkommen sei für fünf Jahre bestimmt, aber die israelische Seite rechne mit seiner Verlängerung, ergänzte Goldman-Scheiman.

     

    „Kommersant“: Hartes Ringen um russisches „Windows“

    Die Staatsholding Rostechnologii will den Auftrag für die Entwicklung des russischen Betriebssystems an Land ziehen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die 2007 ins Leben gerufene Staatsholding befasst sich mit der Entwicklung, Herstellung und den Export von High-Tech-Erzeugnissen. In diesem Sommer kaufte sie ein Sperrpaket von einem der größten russischen Softwareentwickler - Alt Linux. Bei der Ausschreibung um das geplante Betriebssystem, das jährlich mit zehn Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 39 Rubel) vom Staat subventioniert werden soll, tritt Rostechnologii gegen den französischen Softwareentwickler Mandriva an. Der Entwickler des Systems soll Anfang des kommenden Jahres bestimmt werden.

    Ein Vertreter des Kommunikationsministeriums und ein Top-Manager eines großen russischen IT-Unternehmens bestätigten die Information, dass Rostechnologii sich an das Kommunikationsministerium gewandt hat, um den Auftrag für das Betriebssystems zu bekommen.

    Die Entwicklung eines russischen Betriebssystems sei im neuen Staatsprogramm „Informationsgesellschaft“ vorgesehen, sagte kürzlich der stellvertretende Kommunikationsminister Ilja Massuch. Wer das Betriebssystem entwickeln wird, soll bei einem Ausschreiben bestimmt werden, das Anfang 2011 gestartet werden soll. Der Staat will für die Schaffung des Betriebssystems rund zehn Milliarden Rubel jährlich aus dem Haushalt bereitstellen.

    Im Juli hatte Rostechnologii durch seine 100-prozentige Tochter Sirius ein Sperrpaket am Softwareentwickler Alt Linux erworben. Die Sperrminorität könnte zum Kontrollpaket erweitet werden. Auch der Fonds NGI will an der Schaffung des Betriebssystems teilnehmen. Der Fonds wurde unter anderem vom ehemaligen Finanzdirektor des Betreibers Sinterra, Artur Akopjan, geschaffen, der jetzt den Posten des Geschäftführers bei Sloane Square Capital Partners hat. NGI kaufte in diesem Sommer ein Sperrpaket des französischen Linux-Entwickler Mandriva.

    Das Betriebssystem soll in den Computern der staatlichen Einrichtungen installiert werden. Dieser Prozess begann 2007, als der Beschluss gefasst wurde, an russischen Schulen freie Software einzuführen. Damals traf sich Präsident Dmitri Medwedew mit den Software-Entwicklern. Beim Treffen wurde beschlossen, mit staatlichem Geld ein Programmpaket für drei Jahre zu erwerben und während dieser Zeit freie Software mit den gleichen Funktionen zu entwickeln. Um die Schulen mit lizenzierter Software zu versorgen, wurden 2,7 Milliarden Rubel ausgegeben. 2007 und 2008 lieferte das Unternehmen Armada in Partnerschaft mit Alt Linux freie Software in die Schulen von drei Pilotregionen (Tatarstan, Region Perm und Gebiet Tomsk). Doch 2009 war es ihnen nicht gelungen, das Ausschreiben um die Belieferung aller russischen Schulen mit Linux zu gewinnen.

    Alexei Smirnow, Generaldirektor von Alt Linux, äußerte die Meinung, dass eine Entwicklung des Instituts für automatisierte Steuerungssysteme im nichtindustriellen Bereich (VNIINS) konkurrenzfähig gegenüber der Entwicklung von Alt Linux wäre. Das VNIINS-Team hat für die russischen Streitkräfte eine Linux-Version auf Grundlage des Red-Hat-Distributivs geschaffen.

     

    „Iswestija“: Russisches Forschungsschiff wagt sich wieder ins Arktis-Eis

    Das russische Forschungsschiff „Michail Somow“ will erstmals den Nördlichen Seeweg komplett durchqueren, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Es soll dabei Polarstationen an der Küste mit Waren beliefern und Forschungen durchführen.

    Das Forschungsschiff Michail Somow lief 1975 vom Stapel und nahm bereits an mehreren Arktis- und Antarktis-Expeditionen teil. Das Schiff ist zwar kein Eisbrecher im eigentlichen Sinne, kann aber eine bis zu 70 Zentimeter dicke Eisdecke durchbrechen. Dickeres Eis und die Bildung von Eishügeln vereitelten das Fortkommen dieses Veteranen der Polarflotte. 1977, 1985 und 1991 fuhr die „Michail Somow“ monatelang in der Antarktis. Jetzt gehört das Schiff dem russischen Wetter- und Umweltbeobachtungsdienst und versorgt die Grenzposten, Küstensiedlungen und Wetterstationen in der Arktis.

    Bei der kürzlich begonnenen Expedition muss die „Michail Somow“ in 80 Tagen mehr als 15 000 Kilometer zurücklegen, von Archangelsk bis Pewek auf der Tschukotka-Halbinsel und zurück. Es gibt bereits ein Abkommen mit Atomflot, der staatlichen Reederei von atombetriebenen Schiffen, über ein Eisbrechergeleit für das Schiff. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass die „Michail Somow“ die Eisfelder selbständig passiert – in der Arktis ist es jetzt viel wärmer als 1975. Vor kurzem konnte der Supertanker „Baltika“ erstmals den Nördlichen Seeweg durchqueren, wenn er auch an einigen Stellen die Hilfe von Atomeisbrechern benötigte.

    Das Forschungsschiff soll Bauarbeiter und Gebäudeteile für eine Beobachtungsstation des Navigationssystems Glonass auf die Andreasinsel im Ostteil der Halbinsel Taimyr bringen. Gegenwärtig befindet sich dort eine halb verwahrloste Wetterstation. Auf der Wrangelinsel soll eine moderne Wetterstation statt einer Anfang der 1990er Jahre geschlossenen Radarstation entstehen.

    Was die Forschungsmission der „Michail Somow“ angeht, so sollen Experten des russischen Lichatschow-Instituts für Kultur- und Naturerbe die Arktis-Gebiete erforschen. Unter anderem soll die Insel Waigatsch besser erschlossen werden. Laut Juri Wedenin, Direktor des Instituts, ist es die einzige heilige Insel in der Welt, wohin die Nenzen kamen, um ihre Götter anzubeten, aber dort niemals lebten. Forscher des Sewerzow-Instituts für Umwelt- und Evolution sollen die Tierwelt der Arktis, darunter den geschützten Eisbären, studieren.

    Die Wrangelinsel ist eine der wichtigsten Geburtsstätten der Eisbäres im Nördlichen Eismeer. Hier kriegen die Bärinnen in den Schneehöhlen ihren Nachwuchs, die Insel beheimatet außerdem die größte Population dieser Tiere im Osten der russischen Arktis. Vor kurzem schenkte Ministerpräsident Wladimir Putin dem Schutz der Eisbären auf der westlichsten Inselgruppe der russischen Arktis, Franz-Josef-Land, seine Aufmerksamkeit. Er legt persönlich einem gefangenen Tier ein Satellitenhalsband an.

     

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

     

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