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    Hochzeit von William und Kate: Wirbel um royale Gästeliste * Libyen: Gaddafi-Truppen verlassen Rebellenenklave * Finanzkrise: Weißrussland vor Bittgang nach Moskau

    "Rossijskaja Gaseta": Hochzeit von William und Kate: Wirbel um royale Gästeliste

    2000 Gäste sind zur Hochzeit zwischen Prinz William und Kate Middleton am Freitag eingeladen worden, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Wenn das Paar um 11 Uhr in Westminster Abbey vor den Traualtar tritt, werden auch Obdachlosen unter den Eingeladenen sein. Kurz vor Weihnachten 2009 hatte Prinz William unter der Blackfairs Bridge übernachtet, um auf die Situation der Obdachlosen in London aufmerksam zu machen. Unter den eingeladenen Monarchen sind 46 Mitglieder der Königsfamilien aus Europa, Afrika, dem Nahen Osten. Die Gästeliste sorgt allerdings für politischen Ärger.

    Menschenrechtsgruppen in Großbritannien hatten die Einladung des Kronprinzen von Bahrain kritisiert, der in seinem Land Demokratiebewegungen niederschlagen lässt und auch vor Folter nicht zurückschreckt.

    Außerdem haben Menschenrechtler die Ausladung des absolutistisch regierenden Königs von Swasiland gefordert, der Demonstranten mit Wasserwerfern und Tränengas niederschlagen lässt. Auf der Gästeliste stehen Vertreter der Monarchien, mit denen Großbritannien diplomatische Beziehungen pflegt. Lediglich der König von Kambodscha sagte seine Teilnahme an der Hochzeit ab, weil er zu beschäftigt sei.

    Zur Hochzeit wurden ebenfalls 50 Staats- und Regierungschefs eingeladen (vor allem Commonwealth-Staaten). Außerdem sind einige Celebrities auf der Gästeliste zu finden: Elton John, David und Viktoria Beckham, Regisseur und Madonnas Ex-Mann Guy Ritchie, Schauspieler Rowan Atkinson, bekannt als „Mr. Bean“. Auch einfache Briten mit speziellen Verdiensten sind eingeladen worden, darunter die Verwandten der in Afghanistan gefallenen Soldaten und Offiziere.

    Die Hochzeit des Jahres wird von Millionen Menschen gefeiert. Allein in London finden am Freitag 2000 Straßenfeste statt. Wegen der feierlichen Veranstaltungen sollen 854 Straßen in London für den Autoverkehr gesperrt werden.

    "Moskowski Komsomolez": Libyen: Gaddafi-Truppen verlassen Rebellenenklave

    Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben sich gestern aus der Rebellenenklave Misrata zurückgezogen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Donnerstag.

    Die andauernden Nato-Angriffe zwangen die Gaddafi-Truppen zum Abzug. Jetzt gibt es keinen formellen Grund mehr für die Fortsetzung der Anti-Gaddafi-Operation, denn als der Westen den Militäreinsatz in Libyen begann, galt die Verteidigung der friedlichen Bevölkerung als das Ziel. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich besorgt über die humanitäre Situation in Misrata. Die libyschen Aufständischen warnten, dass die belagerte Hafenstadt ohne Nato-Intervention von Gaddafi dem Boden gleichgemacht werden könnte. Erst am vergangenen Samstag traf in Misrata ein Schiff ein, das 160 Tonnen Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter brachte.

    Gaddafi schlägt jetzt den dortigen Stammeshäuptlingen vor, mit den Aufständischen in Misrata zu verhandeln. Das könnte zur Lösung der Situation beitragen. Denn im schlimmsten Fall könnten sich die dortigen Stämme auf die Seite der Regierungstruppen schlagen. Dass die Stammesoberen ein Ende der Gefechte herbeiwünschen, ist verständlich: Wegen des Kriegs ist die Stadt von allen Versorgungskanälen abgeschnitten.

    Einige Beobachter behaupten, dass Gaddafi mit Hilfe der Oberhäupter der bei Misrata ansässigen Stämme weitere Nato-Angriffe verhindern wolle. Denn die meisten von ihnen haben sich nicht an den Kämpfen beteiligt und gelten somit als friedliche Einwohner, die der Westen beschützen will.

    Die Oppositionellen teilten mit, dass Gaddafis Soldaten aus Misrata verdrängt worden seien. Libyens Vizeaußenminister Khaled Kaim erklärte, die Truppen seien weiter in der Stadt geblieben und hätten lediglich die Kämpfe eingestellt. Wie ein Krankenhaus in Misrata mitteilte, waren allein am Samstag etwa 25 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

    Die USA sind mittlerweile wieder im Spiel: Eine US-Drohne zerstörte am Samstag bei Misrata eine Raketenstartanlage der Gaddafi-Kräfte.

    "Wedomosti": Finanzkrise: Weißrussland vor Bittgang nach Moskau

    Der weißrussische Rubel befindet sich im freien Fall, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

    Im Land mangelt es an ausländischen Währungen, die Nationalbank rechnet mit Krediten aus dem Ausland, vor allem aus Russland. Experten sind sich aber einig, dass es für Weißrussland nur zwei Auswege gibt: entweder den Verkauf der Staatsbeteiligungen oder die Senkung des Wechselkurses der Nationalwährung.

    Der für Devisen Zuständige der weißrussischen Nationalbank, Anatoli Moros, musste einräumen, dass die Bevölkerung massiv ausländische Währungen gekauft hatte. Allein im März deckten sich die Weißrussen mit mehr als 700 Millionen Dollar ein. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2010 waren es insgesamt 1,5 Milliarden Dollar.

    Ende vergangener Woche lag der amtliche Wechselkurs des Rubels bei 3044 Rubel für einen Dollar. Moros hält nach seinen Worten den Kurs von 3800 Rubel pro Dollar für gerechtfertigt. Nach Einschätzung der Bank Renaissance Capital müsste er zwischen 4000 und 4300 Rubel pro Dollar liegen. Der weißrussische Interbankenmarkt liegt lahm: Es wurde nur ein Angebot für 4500 Rubel pro Dollar registriert. Im Land gebe es keine ausländischen Devisen, der Markt sei in Panik geraten, stellte der Präsident des weißrussischen Forschungsinstituts Mises-Zentrum, Jaroslaw Romantschuk, fest. Alle warten auf den Absturz des Rubel-Wechselkurses, und niemand wagt, ausländische Währungen zu verkaufen.

    Anastasja Golowatsch (Renaissance Capital) verwies auf die enorm geringen Reserven der Nationalbank, die am 1. März bei lediglich vier Milliarden Dollar lagen. Bargeld werde es im Mai in den Wechselstuben geben, beteuerte aber Moros.

    Im März hatte Minsk bei Russland und der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) einen Hilfskredit in Höhe von drei Milliarden Dollar beantragt. Russlands Finanzminister Alexej Kudrin teilte Ende vergangener Woche mit, dass die Verhandlungen binnen eines Monats abgeschlossen werden könnten. Weißrussland müsse seine Zahlungsfähigkeit durch ein Wirtschaftsprogramm beweisen, das aber erst entwickelt werde, sagte Kudrins Vize Sergej Stortschak.

    Aber selbst falls Weißrussland ausländische Kredite bekommen würde, könnte es seine Probleme nicht lösen, warnte Alexej Moissejew, Investmentexperte der Bank VTB. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder zu einer Schocktherapie greifen und den Rubel um 75 bzw. 80 Prozent abwerten oder das Staatseigentum massenweise zu privatisieren. Die Entwertung des Rubels wäre aber tödlich für die heimische Industrie, weil sie nur dank den importierten Zulieferteilen am Laufen gehalten werden könne. „Es gäbe noch einen Ausweg: sich mit Russland über Zuschüsse von drei Milliarden Dollar zu einigen, die Weißrussland alle drei Monate bekommen würde.“

    Zu diesem Zweck müsste Minsk jedoch eine umfassende Privatisierung akzeptieren, unterstrich Romantschuk. Laut dem Internationalen Währungsfonds entfallen auf den Privatsektor etwa 30 Prozent des weißrussischen Bruttoinlandsprodukts.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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