23:09 22 Oktober 2017
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    Neue Superrakete: Moskau feiert gelungenen Unterwasserstart * Islamisches Rebranding in Kasachstan * Sorge um Pakistans Atomarsenal: Terroristen unterwandern Armee

    "Iswestija": Neue Superrakete: Moskau feiert gelungenen Unterwasserstart 

    Dem russischen Militär ist gestern der Abschuss der Interkontinentalrakete „Bulawa“ vom Atom-U-Boot „Juri Dolgoruki“ geglückt, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Nach Angaben der Entwickler des Unterwasserkreuzers läutet der erfolgreiche Start der Bulawa-Rakete eine neue Ära in der Atom-U-Boot-Flotte Russlands ein.

    „Wir haben die Lücke zwischen den U-Booten der 2. und 4. Generationen geschlossen“, betonte die Sewmasch-Werft. „Bisher hatten wir vor allem die U-Boote des Projekts 677BDRM vom Typ Delphin im Einsatz. Sie sind zwar erneuert worden, gehören jedoch zur 2. Generation. „Juri Dolgoruki“ ist der erste komplett russische Kreuzer. Er verfügt über neue Systeme, Elektronik und eine moderne Rakete.“

    Die Kosten der „Juri Dolgoruki“ sollen sich auf etwa 23 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 40 Rubel) belaufen. Davon sind neun Milliarden Rubel in die Forschung und Entwicklung und 14 Milliarden Rubel in den Bau des U-Boots geflossen. Insgesamt sollen mindestens acht U-Boote dieses Typs auf Kiel gelegt werden - vier werden zurzeit in der Werft „Sewmasch“ zusammengebaut. Die Kosten der Bulawa-Rakete liegen bei rund 900 Millionen Rubel. Anfang 2012 soll die Rakete auf der „Juri Dolgorukij“ in Dienst gestellt werden.

    Wie Lew Solomonow, stellvertretender Chefkonstrukteur des Moskauer Instituts für Wärmetechnik, sagte, wird es keine Rückfälle beim Bau des Geschosses mehr geben, wenn alles wie geplant weitergehe. Bei Technik müsse man die Dinge nüchtern sehen, so Solomonow.

    Die bisherigen Raketetests waren von vielen Fehlstarts überschattet. Nur sieben der 14 Teststarts waren erfolgreich. Laut Solomonow lag dies vor allem daran, dass es in Russland an den notwendigen Materialen mangelt und Fehler bei der Herstellung der Zulieferteile gemacht wurden.

    Experten zufolge fehlt es der Sewmasch-Werft an Stahl für den Bau weiterer U-Boote dieses Typs. Deshalb würden bereits fertige Segmente anderer Boote für den Zusammenbau verwendet.

    Eine offene Frage ist zudem die Anzahl der Raketen auf den U-Booten. Die „Juri Dolgoruki“ kann mit zwölf Bulawa-Raketen bestückt werden, die anderen drei U-Boote mit 16 Raketen. Nach „Iswestija“-Angaben sollen die U-Boote dieses Typs in Zukunft mit 20 Raketen bewaffnet werden.

    "Moskowskije Nowosti": Islamisches Rebranding in Kasachstan

    Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat sich umbenannt, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Mittwoch.

    Der neue Name lautet Organisation der Islamischen Kooperation. Das ist wohl das wichtigste Ergebnis des dreitägigen Treffens des OIC-Außenministerrats, das am Dienstag in Astana (Hauptstadt Kasachstans) begonnen hat.

    Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew, der in Astana den OIC-Vorsitz übernommen hat, forderte die Teilnahme eines OIC-Mitglieds am nächsten G8-Gipfel. Damit meinte er sich selbst.

    Kasachstan ist das erste unter den an der Islamischen Konferenz beteiligten GUS-Ländern (neben Aserbaidschan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan), dem der OIC-Vorsitz anvertraut wurde.

    Die Gipfeltreffen der Islamischen Konferenz finden normalerweise alle drei Jahre statt. Obwohl das vorerst letzte Treffen 2008 in Dakar (Senegal) stattfand, ist ein Gipfel in diesem Jahr nicht geplant. Deshalb nutzte Nasarbajew die Gelegenheit, eine Programmrede bei der jährlichen Diskussionsrunde der Chefdiplomaten der OIC-Staaten zu halten.

    Zum Auftakt verkündete Nasarbajew die Umbenennung der Organisation. Astana geht damit als Ort in die Geschichte ein, wo die Islamische Konferenz in eine Struktur umgewandelt wurde, die nicht nur den Einfluss der islamischen Gemeinschaft fördert, sondern auch die multilaterale Kooperation der 57 islamischen Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen ausbauen will. Der Generalsekretär der Organisation, Ekmeleddin Ihsanoglu, stellte in Astana fest, dass dies nicht nur eine Umbenennung der Organisation, sondern ein Beweis für ihre Erneuerung sei.

    Nasarbajew ließ sich nicht die Möglichkeit nehmen, zahlreiche Initiativen zur Lösung von vielen Fragen innerhalb der islamischen Gemeinschaft - von der Terrorbekämpfung und der Unterstützung Afghanistans bis zur Errichtung eines Innovationszentrums im Energiesektor. Der kasachische Präsident verkündete zudem Pläne, die EXPO 2017 nach Kasachstan zu holen. Besonders wichtig war aber sein Aufruf an die Teilnehmer des Treffens, „Möglichkeiten für die Beteiligung eines OIC-Vertreters am nächsten G20-Gipfel zu überdenken.“ Das könnte nach seinen Worten „die Repräsentativität der G20 fördern und den OIC-Ländern die Verteidigung ihrer Haltung zu den wichtigsten Themen auf der internationalen Agenda erleichtern.“

    Wie ein russischer Diplomat in einem Interview für "Moskowskije Nowosti" sagte, hatte 2010 ein ASEAN-Vertreter an einem G20-Gipfel teilgenommen. Auch in diesem Jahr sei Indonesien als aktuelles ASEAN-Vorsitzland zum G20-Gipfel eingeladen worden. Wenn das aber so sei, dann wäre die Beteiligung eines anderen Staates neben Indonesien, dem größten islamischen Land, unlogisch, so der Diplomat. Damit sei Nasarbajews Vorstoß der Beweis, dass er nur im eigenen Interesse handelt, als OIC-Vertreter zum G20-Treffen eingeladen zu werden, betonte er.

    Die Organisation der Islamischen Konferenz wurde 1969 für die Verteidigung der islamischen Interessen in der Welt gegründet, insbesondere für die Unterstützung der Palästinenser im Kampf gegen Israel.

    Der kasachische Politologe Marat Laumulin warnte, dass Kasachstans OIC-Vorsitz „politische Risiken“ mit sich bringe. Nach seinen Worten ist es „äußerst wichtig, dass Kasachstan nicht in die Konfrontation zwischen der islamischen Welt und deren geopolitischen Gegnern verwickelt wird.“ Die Mitgliedschaft an der Islamischen Konferenz sei aber sinnvoll, um Investitionen aus islamischen Ländern nach Kasachstan zu locken, räumte der Experte ein.


    "Nesawissimaja Gaseta": Sorge um Pakistans Atomarsenal: Terroristen unterwandern Armee

    Unter Experten wachsen die Bedenken, dass Pakistan seine Atomwaffen vor den Zugriff von Terroristen schützen kann, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    „Wir haben allen Grund zur Sorge“, stellte Professor Pervez Hoodbhoy, der in Lahore und Islamabad unterrichtet. Ihm zufolge infiltrieren islamische Extremisten die pakistanische Armee. „Sie haben bereits unsere Objekte, darunter Stützpunkte und Kommandostäbe, erfolgreich überfallen, die bestens beschützt werden. Unter den Soldaten gibt es Personen, die auf der Seite der Extremisten stehen“, warnte der Professor.

    „Gibt es Beweise, dass unsere Atomobjekte dieser Gefahr nicht ausgesetzt sind?“, fragte Hoodbhoy rhetorisch. „Ich mache mir Sorgen, dass die Angreifer nicht nur in die Atomwaffenarsenale gelangen, sondern auch Depots mit nuklearem Material.“

    Laut der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ besitzt Pakistan 120 Atomsprengköpfe. Westliche Medien hatten zuvor gar berichtet, dass Islamabad mehr Atomwaffen als Großbritannien und Indien habe.

    Die Besorgnis von Professor Hoodbhoy teilen auch US-amerikanische Experten. Der russische Sicherheitsexperte Wladimir Sotnikow erwähnte einen Bericht des Verbands amerikanischer Wissenschaftler, in dem vor möglichen Angriffen der so genannten „neue Taliban“ auf Atomobjekte gewarnt wurde. Fanatiker wollen sich für die Liquidierung des Al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden rächen.

    Man sollte aber nicht übertreiben, so der russische Experte. In den pakistanischen Atomwaffenlagern gebe es drei Sicherheitsebenen, betonte er. Erstens werde die Munition getrennt von den Trägern gelagert. Zweitens seien alle Objekte mit Videokameras ausgestattet und werden rund um die Uhr bewacht. Zudem wurde mit Hilfe der USA ein spezielles System zur Personenkontrolle installiert. Das Personal werde unter anderem mit dem Lügendetektor getestet, so Sotnikow.

    Ein pakistanischer General erklärte gegenüber der "New York Times": „Wenn wir die Entwicklung von Atombomben und Trägermitteln gemeistert haben, können Sie ganz sicher sein, dass wir ihre Sicherheit garantieren können.“ Ihm zufolge verfügen insgesamt etwa 2000 Personen über Informationen über die Atom-Infrastruktur Pakistans. Sie alle werden streng überwacht.

    Die USA haben nahezu 100 Millionen Dollar für die Ausbildung des pakistanischen Personals und den Schutz der Atomobjekte ausgegeben. Das sei relativ einfach gewesen, verriet ein früherer Mitarbeiter der US-Administration. Viel schwerer sei allerdings zu kontrollieren, wie viel Kernstoff in den pakistanischen Laboren hergestellt worden sei, räumte er ein. Außerdem könne niemand ganz sicher sein, dass die Uran-Spezialisten diese Technologien nicht an Extremisten weitergeben.


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