08:46 19 Juni 2018
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    Ratingagentur: Fitch droht russischen Staatskonzernen mit Herabstufung * Teure Überraschung: Streit um Kosten für Shtokman-Projekt * USA warnen vor Terroristen mit eingepflanzten Bomben

    "RBC daily": Ratingagentur: Fitch droht russischen Staatskonzernen mit Herabstufung 

    Die internationale Ratingagentur Fitch will 60 russischen  Staatsunternehmen wegen der von Präsident Dmitri Medwedew angekündigten Privatisierungswelle abwerten, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

    Fitch-Analysten zufolge hängt die mögliche Herabstufung der Ratings mit politischen Risiken zusammen.

    „Fitch zufolge wird die Umsetzung der Privatisierungspläne ein langer und aus politischer Sicht heikler Prozess sein“, betonten die Analysten.

    Der Kreml reagierte gelassen auf den angedrohten Daumensenker für die russischen Staatsfirmen. „Die Methoden der Ratingagenturen sind fehlerhaft. Ihre Standards müssen auf internationaler Ebene korrigiert werden“, sagte Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, Arkadi Dworkowitsch. Das Vertrauen in Ratingagenturen sei bereits seit langem zerstört, so Dworkowitsch.

    Russland rufe die G20-Partner seit Jahren dazu auf, die Rolle der Agenturen bei der Bewertung der Wirtschaften neu zu definieren, so Dworkowitsch. Unangemessene Bewertungen der Agenturen haben viel zum Ausbruch der Krise beigetragen, so der Kreml-Berater.

    „Sehr viele Faktoren müssen zeitlich zusammenfallen, damit die Ratings der Staatsunternehmen herabgestuft werden können: das Unternehmen hat eine Minderheitsbeteiligung des Staates; es hat keine strategische Bedeutung; der Staat steckt in einer instabilen finanziellen Situation (die Staatschulden nähern sich also einem BIP von 60 Prozent an); ein großes Haushaltsdefizit, das nicht durch Reserven behoben werden ist. In Russland ist diese Situation in den kommenden Jahren kaum zu erwarten“, sagte Sergej Moissejew von Zentralbank Russlands.

    Analysten rechnen jedoch damit, dass die Ratings in der nächsten Zeit eher nicht herabgestuft werden. „Der Zeitpunkt für diese Ankündigung wurde sehr spezifisch gewählt. Meines Erachtens handelt es sich um ein Spiel, damit die Menschen kein Risiko eingehen und ihre Anlagen nicht verkaufen“, sagte Alexander Ossin von der Treuhandgesellschaft Finam Management.

    Anfang Mai wurde in die russische Regierung ein bis 2013 angelegter Privatisierungsplan eingereicht. Zu den privatisierenden Unternehmen gehören die Russische Eisenbahn AG, Sberbank, Aeroflot und VTB. Im Juni forderte Medwedew dazu auf, die Staatsbeteiligungen an Großunternehmen abzubauen. Der Staat will sich in Zukunft mit Minderheitsbeteiligungen zufrieden geben. Ausnahmen bilden Infrastrukturmonopole und Sicherheitsunternehmen.

    "Moskowskije Nowosti": Teure Überraschung: Streit um Kosten für Shtokman-Projekt

    Der russische Energiekonzern Gazprom liegt wegen der immensen Kosten bei der Erschließung des Shtokman-Vorkommens mit seinen europäischen Partnern im Clinch, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Freitag.

    In Paris findet heute ein Treffen des Vorstandschefs von Gazprom, Total (Frankreich) und Statoil (Norwegen) statt, bei dem sie nach Auswegen aus der festgefahrenen Situation suchen werden.

    Vor zwei Wochen hatte der Aufsichtsrat der gemeinsamen Verwaltungsgesellschaft Shtokman Development AG (SD AG) bei einem Treffen  in Zürich keine Einigung erzielen können. Uneinigkeit herrscht vor allem in Bezug auf den Umfang der Kapitalausgaben, was sich auf die Attraktivität der ersten Erschließungsphase des Shtokman-Vorkommens für Investoren auswirkt. Das Gemeinschaftsunternehmen hat bereits alle Prozeduren, um mit den Ausschreibungen zu beginnen, abgeschlossen und einen Kostenvoranschlag vorgelegt. Das Ausmaß der Kosten wird geheim gehalten, doch scheint die Summe die Teilnehmer des Projekts überrascht zu haben.

    Deshalb wurden die vom Projektbetreiber geforderten 500 Millionen Dollar immer nicht noch gebilligt. Dieses Geld ist für die erste  Erschließungsphase eingeplant, nachdem die Unternehmen den Zuschlag als Auftragnehmer erhalten haben und ihre Kapazitäten reservieren müssen, bis die endgültige Investitionsentscheidung getroffen worden ist. Im April wurde diese Frage auf den Dezember verschoben. Der Vorschuss wird jedoch dringend benötigt, weil andernfalls die geplanten Fristen der Inbetriebnahme (Gasförderung ab 2016 bzw. Flüssiggaslieferungen ab 2017) gefährdet sind.

    Der Streit um das Geld bezieht sich vor allem auf die Art der Kapitalverzinsung, Steuerprivilegien und die so genannte „russische Beteiligung“ an der Verwendung der Investitionen. Ein Gazprom-Sprecher vermutete, dass die ausländischen Partner absichtlich die Ausgaben anheben und sie nicht optimieren wollen. Total, Statoil und der Projektbetreiber finden es sinnlos, die Auftragnehmer unter Druck zu setzen, weil es sich um ein einzigartiges Vorhaben handelt.

    Die beteiligten russischen Unternehmen treiben die Ausgaben des Förderprojekts in die Höhe. So sind selbst die günstigsten Angebote der russischen Pipelinehersteller um 40 Prozent teurer als die der ausländischen Firmen. Die Kosten könnten verringert werden, indem weniger Aufträge an russische Firmen vergeben werden. Der Kreml lehnt dies aus strategischen und politischen Gründen jedoch ab. Deshalb hat ein Konsortium unter Beteiligung der Vereinigten Schiffbaukorporation (OSK) die besten Chancen, die Ausschreibung zu gewinnen. Die wichtigsten Arbeiten werden dabei Aker (Norwegen) und Daewoo (Südkorea) übernehmen.

    Um die Ausgaben zu drücken, bleibt eigentlich nur ein Weg: Steuer- und sonstige Privilegien. Allein die Abschaffung der Bodenschatzsteuer würde die Last auf die beteiligten Konzerne um zehn bzw. zwölf Milliarden Dollar senken. Wenn die importierten Bohranlagen nicht von den Importzöllen befreit werden, dann ist die Erschließung des Shtokman-Feldes sogar unmöglich. Aber weder die Regierung noch Gazprom brachten bisher eine Entscheidung in diesem Fall voran.

    Nicht zu übersehen ist aber, dass das Konkurrenzprojekt Jamal Flüssiggas (Firma Novatek und der Unternehmer Gennadi Timtschenko; Total könnte sich anschließen) ähnliche Privilegien („Steuerferien“, Befreiung von der Bodenschatzsteuer für zwölf Jahre usw.) noch vor einer Investitionsentscheidung bekommen hatte.

    "Rossijskaja Gaseta": USA warnen vor Terroristen mit eingepflanzten Bomben

    Die US-Geheimdienste warnen vor Al-Qaida-Terroristen, die mit implantierten Sprengsätzen Anschläge auf Flugzeuge und an öffentlichen Orten verüben können, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Freitag unter Berufung auf die US-Geheimdienste.

    „Das Ministerium für nationale Sicherheit sieht die potenzielle Gefahr seitens der Terroristen ein, die sich mit der Technologie befassen, Sprengstoff ins menschliche Gewebe zu implantieren“, heißt es in einer Warnung . Im Internet sollen Gespräche von Al-Qaida-Terroristen gefunden worden sein.

    Erfahrungen mit dem „chirurgischen Terrorismus“ gibt es bereits. Nach Ansicht der britischen Geheimdienste hatte der Selbstmordattentäter bei seinem Anschlag auf saudi-arabischen Vize-Innenminister den Sprengstoff in seinem Magen getragen.

    Experten zufolge sind Sprengsätze im Körper sehr schwer zu entdecken. In vielen Flughäfen gibt es Ganzkörperscanner, die am Körper befestigte Bomben erkennen. Um eine im Körper versteckte Bombe zu finden, wäre ein Röntgengerät nötig. Zudem gibt es Sprengsätze aus Plastik, das von den Scannern nicht detektiert werden kann.

    „Welche Technologien wären in diesem Fall einsetzbar? Ich sage ganz einfach - das Gehirn. Das ist die einzige Möglichkeit, die Gefahr in den Griff zu bekommen“, sagte Philipp Baum, britischer Experte für Flugsicherheit, in einem Interview für das „Wall Street Journal“. Nach seinen Worten geht es um die Beurteilung des Verhaltens. Drogenkuriere würden schon seit Jahren ihre Schmuggelwaren im Magen mit sich tragen, so der Experte. Geheimdienste hätten ein Auge für die Erkennung von Drogenschmugglern entwickelt, ergänzte er.

    Der New Yorker Schönheitschirurg Howarn Bellin ist überzeugt, dass eine Bombe relativ einfach im menschlichen Körper versteckt werden kann. „Frauen können sie in der Brust und Männer im Gesäß bzw. unter dem Bauchfell tragen. Sollten die Sicherheitskräfte Schrammen auf ihrem Körper entdecken, können die Terroristen sagen, sie wären vor kurzem operiert worden“, so der Arzt. Die Gefahr sei jedoch nur sehr schwer zu erkennen, weil heutzutage massenhaft Schönheitsoperationen gemacht werden. „Ein Scanner kann zwar eine vergrößerte Brust entdecken. Aber das Silikon von einem Sprengstoff kann nur ein Röntgen-Arzt unterscheiden“, warnte Dr. Bellin.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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