07:07 19 Juni 2018
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    Blick in die russischen Zeitungen

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    Strauss-Kahn unschuldig * Bürgermeister-Mord in Moskauer Oblast: „Das war Machtkampf“ * Sturz Gaddafis schadet Russland * Kanada bedrängt Russland in der Arktis

    Rossiiskaja Gaseta (www.rg.ru)

    Strauss-Kahn unschuldig

    Amerika war nicht faul und nannte beinahe geschlossen in den letzten Monaten Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn einen Sexualstraftäter, der in einem New Yorker Hotel über ein Zimmermädchen hergefallen sei. Nun hat sich herausgestellt, dass der Mann völlig unschuldig ist.

    Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hat das Gericht, das den Fall Strauss-Kahn verhandelt, nun – bedacht, die Wogen zu glätten – aufgefordert, alle Anklagepunkte fallen zu lassen. Grund für diese Entscheidung waren Zweifel an der Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers. Die aus Guinea geflüchtete Frau hatte laut der Staatsanwaltschaft nicht nur vor Gericht gelogen, sondern war in den USA nicht aufenthaltsberechtigt: Während ihres Asylverfahrens soll sie falsche Aussagen getätigt haben.

    Ein derartiges Fiasko hat das US-Rechtssystem schon lange nicht gesehen.

     

    Moskowskie Nowosti (www.mn.ru)

    Bürgermeister-Mord in Moskauer Oblast: „Das war Machtkampf“

    Am Morgen des 22. August wurde in Sergiew Possad Stadtchef Jewgeni Duschko ermordet. Alle Anzeichen deuten auf einen Auftragsmord hin – und der Kreis der Verdächtigen dürfte relativ groß sein: Duschko sei einigen in der 71 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt „auf den Schlips getreten“, unter anderem einflussreichen Politikern und Unternehmern, und sei alles andere als beliebt gewesen. Seit nicht allzu langer Zeit wählt der Stadtrat der etwa 100 000 Einwohner-Stadt selbst den Bürgermeister – auf diese Weise war Duschko im April 2011 an die Macht gekommen. Viele, die mit der Arbeit des ermordeten Beamten vertraut sind, bezeichnen Duschko als einen „Polit-Technologen“, der sich lange Zeit einen Nährboden dafür herangezogen habe, um Bürgermeister zu werden. „Er hatte viele Konflikte in der Stadt, führte die letzten Jahre politische Kämpfe mit seinen Opponenten. Vorigen Herbst hatte er sich mit Ex-Bürgermeister Nikolaj Maslow angelegt, den der Stadtrat dann erfolgreich auswechselte. Das war ein richtiger Machtkampf“, so ein Lokaljournalist.

     

    Vedomosti (www.vedomosti.ru)

    Sturz Gaddafis schadet Russland

    Wie Michael Margelow, der Afrika-Beauftragte des russischen Präsidenten, bekanntgab, haben die libyschen Rebellen versprochen, alle bereits geschlossenen Verträge mit Russland einzuhalten. Experten sind jedoch überzeugt, dass die neuen Machthaber in Libyen Moskau die Stimmenthaltung bei der Abstimmung über die Resolution 1973 übel nehmen werden.

    Auf der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS 2011 hatte Rosoboronexport-Direktor Anatoli Isajkin die Verluste durch die antilibyschen Sanktionen der Uno mit vier Milliarden US-Dolla beziffert. Einige Tage vor der Resolution ist ein Vertrag im Wert von 600 Millionen Euro für Anti-Schiffsraketen vom Typ Bal geschlossen worden, und ein Liefervertrag über sechs Schulungsflugzeuge Jak-130 wurde eingefroren, berichten weitere Insider. Auch der russische Präsident Dmitri Medwedew kann keinen zusätzlichen Nutzen aus seiner Unterstützung der West-Allianz in Libyen ziehen: Er konnte zwar auf der internationalen Bühne seine Position stärken, aber die Mehrheit der Russen steht Umfragen zufolge hinter Gaddafi.

    Die Gewinner des Machtwechsels sind laut Konstantin Makienko vom Analysezentrum für Strategien und Technologien Großbritannien und Frankreich - letztere können nun endlich ihre Rafale-Kampfflugzeuge exportieren.

     

    Nesawissimaja Gaseta (www.ng.ru)

    Kanada bedrängt Russland in der Arktis

    Kanada hat im hohen Norden eine Militärübung gestartet, die bislang größte in der Region. Premierminister Stephen Harper wird persönlich erwartet. Laut Experten sendet Ottawa damit ein unmissverständliches Signal an Moskau, das seinen arktischen Festlandssockel um fast eine Million Quadratkilometer ausweiten will. 

    Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels, der die Arktis vom Eis befreit, werden die dortigen Bodenschätze immer zugänglicher. Dementsprechend nimmt die internationale Rivalität um die reich gefüllte Schatzkammer zu.

    Vor diesem Hintergrund führt Kanada in seinen nördlichen Gebieten bereits seit zwei Wochen ein Militärmanöver mit 1100 Soldaten durch. Erstmals sind Drohnen im Einsatz. Die Übung war beschlossen worden, kurz nachdem Moskau die Stationierung von zwei Luftlandeeinheiten in der Arktis angekündigt hatte. Beide Staaten forcieren ihre geologischen Forschungen im Gebiet und wollen im kommenden Jahr bei der Uno die Ausweitung ihrer arktischen Festlandssockel beantragen.