04:57 19 Februar 2018
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    Bei Gaddafi-Sturz: Kreml muss um Energie-Deals bangen * Nordkorea schmeißt Südkoreaner aus Feriengebiet * Frankreich-Russland: Löschflugzeug-Deal bahnt sich an

    „Nesawissimaja Gaseta": Bei Gaddafi-Sturz: Kreml muss um Energie-Deals bangen

    Bei einem Sturz des libyschen Diktators Muammar Gaddafi muss der Kreml um seine milliardenschweren Öl- und Gasabkommen fürchten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Bei ihrem Einmarsch in Tripolis bekamen die Aufständischen Unterstützung von Untergrundkämpfern. Kurze Zeit später verkündeten sie die Festnahme der  Gaddafi-Söhne Muhammad und Saif al-Islam. Niemand weiß jedoch, wo sich der Diktator verbarrikadiert hat. Einigen Medien zufolge versteckt er sich in einem militärisch geschützten Anwesen in Tripolis. Andere Medien berichteten über seine Flucht aus dem Land. Am Sonntag hatte sich Gaddafi zum letzten Mal mit einer Fernsehansprache gemeldet. Die Rebellen standen zu diesem Zeitpunkt bereits vor den Toren von Tripolis.

    Die Krise in Libyen war im Februar mit Massenprotesten gegen Gaddafi ausgebrochen, die in einen bewaffneten Aufstand und Bürgerkrieg ausuferten. Der UN-Sicherheitsrat reagierte auf das Blutvergießen am 17. März mit einer Resolution zum Schutz der libyschen Zivilisten. Am 19. März startete der Anti-Gaddafi-Einsatz, an dem sich Großbritannien, Frankreich, die USA, Kanada, Belgien, Italien, Spanien, Dänemark und andere Länder beteiligten.

    Wie das russische Außenministerium mitteilte, könnte die Übernahme von Tripolis durch die Rebellen ein Ende des Blutvergießens bedeuten: „Unseres Erachtens sollte die Einstellung der Militäraktionen die Bildung von legitimen Machtorganen und die Festlegung der künftigen demokratischen Prinzipien des Staatsaufbaus zur Folge haben.“

    Zugleich forderte Moskau alle Staaten zur Einhaltung der UN-Resolutionen 1970 und 1973 und zur Zurückhaltung bei den Ereignissen in Libyen auf.

    Viele Experten erwarten, dass Russland nach dem Machtwechsel in Tripolis seine Verträge über die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen in Libyen abschreiben kann. Semjon Bagdassarow, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma (Unterhaus), rechnet zudem damit, dass in Libyen die gleiche Situation wie im Irak entstehen könnte, wo die Euphorie nach dem Sturz Saddam Husseins den blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen gewichen war.

    Der Duma-Abgeordnete sagte, Russland werde bald die neue Regierung in Tripolis anerkennen müssen. „Die Frage ist, wie wir die Beziehungen mit der neuen Regierung aufbauen werden. Eine Rückkehr in die Vergangenheit ist unwahrscheinlich, denn Libyen wird sich ab sofort dem Westen zuwenden.“

    Der Präsidentenbeauftragte für Libyen, Michail Margelow, zweifelt daran, dass die Krise nach dem Gaddafi-Sturz ihr Ende finden wird. „Jetzt kommt ein Machtkampf zwischen den Oppositionsführern“, sagte er. Zugleich verwies der Libyen-Beauftragte auf eine sehr komplizierte Struktur der Eliten in Libyen, weshalb Mitglieder der Königsfamilie und sogar Gaddafis Cousin Ahmad Machtansprüche stellen könnten.

    „Kommersant": Nordkorea schmeißt Südkoreaner aus Feriengebiet

    Nordkorea verbannt südkoreanische Unternehmen aus der Touristenregion Kumgangsan, schreibt die Zeitung „Kommersant" am Dienstag.

    Den südkoreanischen Betreibern der Hotels, Restaurants und Duty-Free-Shops in Kumgangsan (deutsch: Diamantenberg) wurden drei Tage als Frist gesetzt, um aus dem Feriengebiet zu verschwinden.

    Wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA kürzlich meldete, soll das Eigentum der südkoreanischen Unternehmen beschlagnahmt und versteigert werden.

    „Kumgangsan ist einer der schönsten Orte auf der Koreanischen Halbinsel“, sagte der russische Korea-Experte Pawel Leschakow. Die Entwicklung der Touristenregion wurde 1998 als eines der ersten gemeinsamen Projekte zwischen Pjöngjang und Seoul begonnen und entsprach dem Annäherungskurs des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung. Jedes Jahr sollen Hunderttausende Südkoreaner in Kumgangsan ihren Urlaub verbracht haben.

    Nach einem Zwischenfall im Jahr 2008, als eine südkoreanische Touristin von nordkoreanischen Grenzsoldaten in einem Sperrgebiet erschossen wurde, wurde das Tourismus-Projekt gestoppt. Laut Experten verlor Pjöngjang dadurch Einnahmen von Dutzenden Millionen Dollar. Der südkoreanische Konzern Hyundai Asan berichtete über Verluste von 370 Millionen Dollar.

    Pjöngjang unternahm mehrere Versuche, die Touristenregion wiederzubeleben, verweigert jedoch eine Entschuldigung für den Tod der Touristin und Ermittlungen zu dem Zwischenfall.

    Moskaus jüngste Vermittlungsversuche zwischen Pjöngjang und Seoul könnten jetzt allerdings zunichte gemacht werden. Heute ist in der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien, Ulan Ude, ein Treffen zwischen Präsident Dmitri Medwedew und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il geplant. Medwedew will Kim zum Bau einer Pipeline durch Nord- nach Südkorea überreden. Die ohnehin großen Zweifel an einer Zukunft dieses Vorhabens sind jetzt noch größer geworden.

    „Moskowskije Nowosti": Frankreich-Russland: Löschflugzeug-Deal bahnt sich an

    Frankreich steht offenbar kurz davor, einige russische Wasserflugzeuge Be-200 zu kaufen. Allerdings könnte der Deal wegen Lieferschwierigkeiten platzen, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti" am Dienstag.

    Viktor Kobsew, der Generaldirektor des Flugzeugwerks Taganrog, wo die Be-200 gebaut werden soll, sprach in der vergangenen Woche von zwei bis vier Maschinen für Frankreich. „Unter günstigen Bedingungen kämen sogar zwölf bis 15 Flugzeuge infrage“, betonte er.

    Eine Be-200-Maschine hatte im Juni auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris die Aufmerksamkeit der Franzosen auf sich gezogen. „Ende August soll eine zuständige Arbeitsgruppe einen Bericht vorlegen, anschließend wird das französische Innenministerium über den Kauf unserer Maschinen entscheiden“, so Kobsew.

    Der französische Premier Francois Fillon hatte in Le Bourget lobende Worte für die Be-200 gefunden und die Hoffnung auf eine „vielversprechende Zusammenarbeit“ geäußert.

    Der russische Rüstungsexperte Konstantin Makijenko stellt die Vermutung an, dass beim Hubschrauberträger-Deal im Juni die Franzosen verpflichtet worden sind, im Gegenzug einige Be-200-Maschinen zu kaufen. Dennoch sei Zurückhaltung geboten, bis sich die Franzosen zu diesem Geschäft geäußert haben, so der Experte.

    Zudem sei das Flugzeugwerk in Taganrog (gehört zur Holding OAK) mit Aufträgen für Be-200-Maschinen mehr als ausgelastet und müsste seine Produktionspläne ändern.

    Die Be-200 ist ein Wasserflugzeug für Löscheinsätze. Vor einem Jahr haben diese Flugzeuge eine wichtige Rolle bei der Löschung der verheerenden Waldbrände in Russland gespielt.

    Die erste Be-200 wurde 1998 gebaut. 2003 kaufte das russische Zivilschutzministerium sieben dieser Flugzeuge. 2008 wurde eine Maschine an Aserbaidschan verkauft.

    Derzeit werden die Be-200 im Flugzeugwerk Irkut gebaut. 2013 soll ihre Produktion in Taganrog fortgesetzt werden. Bis 2014 sollen acht Maschinen gebaut werden.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.