15:13 15 Oktober 2018
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    Blick in die russischen Zeitungen

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    Erster deutscher Islamist vor Gericht * Machttandem Medwedew-Putin vor der Entscheidung? * Libysches Öl wird dreigeteilt * WikiLeaks deckt US-Absprachen mit Israel auf * Hugo Chavez wird Held vom Internet * Westen wird sich noch nach Gaddafi sehnen

    Moskowskie Nowosti (www.mn.ru)

    Das Lied vom Dschihad: Erster deutscher Islamist vor Gericht

    In Frankfurt am Main hat der Prozess gegen Arid Uka begonnen. Der 21-jährige Flughafenattentäter wird von den deutschen Medien als der erste „erfolgreiche“ islamistische Terrorist aus Deutschland bezeichnet: Alle anderen Islamisten in Deutschland wurden rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen, bevor sie schwere Verbrechen begehen konnten, die Tote forderten. Dem Angeklagten, der im März auf dem Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten, die im Rahmen des ISAF-Mandats in Afghanistan arbeiten sollten, mit Kopfschüssen getötet und drei weitere lebensgefährlich verletzt hatte, droht lebenslang. Der Attentäter, der im Internet von der Vergewaltigung eines afghanischen Mädchens durch US-Soldaten gelesen hatte, gab an, er  habe diese Tat rächen wollen. Vor Gericht gestand er unter Tränen, er habe gedacht, der Anschlag würde ihn zu einem besseren Menschen machen. 

    Nesawissimaja Gaseta (www.ng.ru)

    Machttandem Medwedew-Putin vor der Entscheidung?

    Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat seine Teilnahme am September-Parteitag von „Geeintes Russland“ bekannt gegeben. Auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches: Der Staatschef hatte auch früher schon analoge Veranstaltungen der Regierungspartei besucht. Bloß findet der kommende Parteitag ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen statt – und am Höhepunkt der Kampagne für die Parlamentswahl. Angesichts dessen liegt eine besondere Verantwortung auf den hochrangigen Forums-Teilnehmern. Experten zufolge könnte auf dem Parteitag entschieden werden, wer als Kandidat für die Kreml-Partei ins Rennen um den höchsten Posten im Land geht. Einige von ihnen schließen nicht aus, dass nach der Kampagne 2012 dieselben Mächte am Ruder bleiben wie davor.

    Janukowitsch riskiert seine Macht im Gaskrieg mit Russland

    Moskau und Kiew stehen ukrainischen Experten zufolge am Rande eines echten Handelskrieges, der sogar in einem Machtwechsel im kleineren der Länder enden könnte. Die Ukraine werde unweigerlich den kürzeren ziehen und als „Straßenhändler“ enden, hieß es. Anlass zu derart düsteren Prognosen haben Aussagen des ukrainischen Premiers Nikolaj Asarow und des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew gegeben: Asarow hatte Russland mit einer Annullierung des Gasvertrags gedroht – und Medwedew warf der Ukraine im Gegenzug „Verbrauchermentalität“ vor.

    Kommersant (www.kommersant.ru)

    Libysches Öl wird dreigeteilt

    Auf der Konferenz der „Freunde Libyens“ in Paris wurde am Donnerstag das weitere Schicksal des Landes entschieden. Den Ton auf dem Forum gaben Frankreich, Großbritannien und Italien an, die beim Sturz des Regimes Gaddafi die entscheidende Rolle gespielt hatten. Aus diesem Grund rechnen sie mit dem Löwenanteil an den künftigen Verträgen mit dem ölreichen Libyen. Russland, das erst am Tag der Konferenz den libyschen Übergangsnationalrat anerkannt hat, sorgt sich an erster Stelle um die Einhaltung der bereits abgeschlossenen Verträge mit Tripolis. Deren Zukunft liegt laut Experten jedoch nicht in den Händen der neuen libyschen Machthaber, sondern in denen der West-Koalition.

    Komsomolskaja Prawda (www.kp.ru)

    Iran, Sie sind umzingelt! WikiLeaks deckt US-Absprachen mit Israel auf
    Der „Komsomolskaja Prawda“ wurden WikiLeaks-Depeschen zugespielt, in denen die US-Botschaft in Tel-Aviv den Kollegen in Washington ein vollständiges Konzept einer militärisch-politischen „Einkesselung“ des Iran vorstellt, an dem an der Seite der Vereinigten Staaten Israel und „alliierte Regimes in einigen Staaten am persischen Golf“ teilnehmen sollen. „Niemand darf wissen, dass wir euch helfen, einen Schlag gegen den Iran vorzubereiten“, zitiert die Zeitung die Kommunikation der USA mit Israel. Einzig Russland könne den Mächten mit ihren ambitionierten Plänen einen Strich durch die Rechnung machen – und China könnte dabei mitziehen, nimmt man in Washington an.

    Nowyje Iswestija (www.newizv.ru)

    Hugo Chavez wird Held vom Internet


    Chavez sieht sich jetzt als Blogger vor der Aufgabe, Barack Obama -  seinen unversöhnlichen Widersacher, und zwar nicht nur im virtuellen Raum, - aufzuholen. Der US-Präsident ist schon Twitter-Freund von mehr als neun Millionen Menschen. Aber der Venezolaner ist durchaus fähig, ihm hinterherzukommen. Denn Obama führt seinen Blog seit 2007 und das Heer seiner Anhänger verringert sich in letzter Zeit immer mehr. Chavez hat erst im April 2010 mit seinem Tagebuch begonnen, das immer intensiver besucht wird. Zudem schreibt der venezolanische Präsident - im Gegensatz zum US-Staatsoberhaupt - selbstständig im Internet, ohne diese verantwortungsvolle Sache seinen Pressesekretären zu überantworten.

    Rossijskaja Gaseta (www.rg.ru)

    Westen wird sich noch nach Gaddafi sehnen - Al-Qaida nahe Personen kontrollieren Rebellen

    General Abdel Fatah Younes, der im libyschen Übergangsrat für Militäroperationen der Aufständischen zuständig war, wurde im Juli von Unbekannten erschossen. Dieser Mann hatte auf Befehl von Gaddafi Militäroperationen gegen Islamisten geleitet. Wer der Mörder war, ist bisher unbekannt. Sehr wohl bekannt ist aber, dass Abdelhakim Belhadj, dessen Name den Anti-Terrorexperten vertraut ist, kurz nach Younes’ Tod zum Militärgouverneur von Tripolis wurde. Belhadj ist eine der Führungspersonen der Islamischen bewaffneten Gruppe, die als Zweigstelle von Al-Qaida in Libyen gilt. Diese Organisation steht auf der Terrorliste der Uno, der EU und der USA. Belhadj und viele seiner Mitstreiter in der Islamischen Gruppe sind nun Schlüsselfiguren im Übergangsrat Libyens geworden.

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