13:08 21 November 2017
SNA Radio
    Zeitungen

    Im Spiegel der Presse

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    Gaddafis Tod: Schatten des Mittelalters * Schweiz driftet nach rechts: Nationalisten gewinnen Parlamentswahl * Blairs neuer Job: Britischer Ex-Premier heuert in Kasachstan an

    "Rossijskaja Gaseta": Gaddafis Tod: Schatten des Mittelalters

    Nachdem der ehemalige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi bei der Flucht aus seiner Heimatstadt Sirte getötet worden war, wurde seine Leiche im Kühlraum in einem Einkaufszentrum in Misrata ausgestellt, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    In den letzten Monaten betonen fast alle Experten, dass in Libyen immer noch mittelalterliche Verhältnisse herrschen. Vor diesem Hintergrund waren die Äußerungen westlicher Politiker fragwürdig, als ob die Demokratie in dieses rückständige Land auf den Flügeln der Nato-Bomber gebracht werden könnte.  Ein Tag vor Gaddafis Tod klatschte US-Außenministerin Hillary Clinton in Tripolis denjenigen Beifall, die zwei Tage später in langen Warteschlangen standen, um Gaddafis Leichnam anzusehen und zu fotografieren.

    Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der einzige der westlichen Verbreiter der Demokratie, erinnerte die außer Rand und Band geratenen libyschen Revolutionäre daran, dass es sich jedoch um einen Toten handelt, unabhängig davon, was er getan hat.

    Wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte, löst die Tatsache, wie Muammar Gaddafi gestorben ist, viele Fragen aus. „Ich habe die Erklärung vieler Spitzenpolitiker gehört, die mit Genugtuung über Gaddafis Tod sprachen. Ich will diese Erklärungen nicht bewerten. Wir haben uns auf Tatsachen und auf das Völkerrecht zu stützen. Das Völkerrecht besagt, dass bei Militärkonflikten internationale humanitäre Regeln gelten, die in den Genfer Konventionen verankert sind“, sagte Lawrow.

    „Sobald ein Teilnehmer eines bewaffneten Konflikts gefangen genommen wurde, müssen ihm gegenüber besondere Prozeduren angewandt werden, einschließlich der Erweisung von Hilfe, falls er verletzt wurde. Er darf auf keinen Fall getötet werden“, sagte Lawrow.

    Russland forderte eine umfangreiche Untersuchung der Todesumstände. Die Verwaltung des Hohen Kommissars der UNO für Menschenrechte stimmte ebenfalls zu, dass die Umstände vom Tod Gaddafis und seines Sohnes geklärt werden müssen.

    "Nesawissimaja Gaseta": Schweiz driftet nach rechts: Nationalisten gewinnen Parlamentswahl

    Die Schweizer werden zunehmend gastunfreundlich, stellt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag fest.

    In den jüngsten Parlaments- und Kommunalwahlen in der Alpenrepublik hat voraussichtlich die ultrarechte Schweizerische Volkspartei gewonnen, die gegen den jüngsten Zufluss der Ausländer auftritt. Die offiziellen Wahlergebnisse wurden vorerst nicht mitgeteilt, aber die vorläufigen Informationen lassen die baldige Bildung einer Koalitionsregierung vermuten.

    Viele Experten hatten ein solches Wahlergebnis vorausgesagt. Die Volkspartei mit Toni Brunner an der Spitze hatte aktiv um die Wählerstimmen gekämpft und gegen die verstärkte Einwanderung argumentiert. Auf einem der Wahlplakate wurde beispielsweise ein dunkelhäutiger Ausländer abgebildet, der die Schweizer Nationalflagge mit Füßen trat. Derzeit machen die Ausländer 22 Prozent der Landesbevölkerung aus. 100 000 von ihnen sind Muslime.

    Die Volkspartei hatte auch früher manche Erfolge gefeiert. So stimmten die Schweizer vor zwei Jahren bei einem Volksentscheid gegen den Bau von Minaretten. Auch diesmal genießen die Rechtsradikalen die Gunst der Wähler. Nach den vorläufigen Angaben erhielten sie bis zu 30 Prozent der Stimmen.

    Platz zwei gehört den Sozialdemokraten mit etwa 19,9 Prozent. Ihnen folgen die christlichen Demokraten, die Liberalen und die Grünen.

    Experten müssen feststellen, dass die schweizerischen Politiker und Wähler angesichts der allgemeinen Situation in Europa und der Einwanderungsfrage allmählich nach rechts driften.

    "Kommersant": Blairs neuer Job: Britischer Ex-Premier heuert in Kasachstan an

    Der frühere britische Premier Tony Blair hat als Wirtschaftsberater des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew angeheuert, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Blairs Sprecher Matthew Doyle bestätigte, dass sein Chef neben der Mission als Sonderbeauftragter des Nahost-Vermittlerquartetts eine neue Arbeit bekommen hat. „Blair half bei der Suche nach internationalen Beratern für Kasachstan. Sie leisten große Arbeit bei der Unterstützung der dortigen Reformen“, betonte er.

    Laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ sind Blairs neue Arbeitgeber mit seinen Ergebnissen durchaus zufrieden. „Seine Empfehlungen im wirtschaftlichen und politischen Bereich sind sehr wertvoll“, soll eine Quelle in Astana gesagt haben. Der Preis, den Kasachstan für die „wertvollen Empfehlungen“ zahlen muss, liegt bei schätzungsweise acht Millionen Pfund Sterling pro Jahr. Das Umfeld des Ex-Premiers bestätigt das jedoch nicht.

    Blairs Tätigkeit als Finanzberater nach dem Rücktritt als Regierungschef wird oft bespöttelt. Aber genau diese Arbeit hat ihn um 20 bis 50 Millionen Pfund Sterling reicher gemacht. Zu seinen Kunden gehörten bzw. gehören die Investitionsbank JP Morgan und die Versicherungsgruppe Zürich Financial Services, die Regierung Kuwaits und der Investmentfonds Mubadala in Abu Dhabi. Darüber hinaus bleibt Blair der Sonderbeauftragte des Nahost-Quartetts. Viele Kenner werfen ihm die Ausnutzung seiner politischen Kontakte für seine Geschäftsinteressen vor.

    Dabei lässt sich Blair nicht vom Image seiner Kunden beeindrucken. Vor Nasarbajew, der als einer der größten Tyrannen im GUS-Raum gilt, hatte er auch den damaligen libyschen Diktator Muammar Gaddafi beraten – das verriet unlängst Gaddafis Sohn Saif al-Islam. Nach seinen Worten avancierte Blair dadurch zu „einem engen Freund der Familie“.

    Blairs Vertreter dementierten zwar diese Behauptungen, aber auf der Insel vermuten viele, dass ausgerechnet der Ex-Premier eine wichtige Rolle bei der Freilassung des Lockerbie-Terroristen Ali al-Megrahi gespielt haben könnte. Außerdem soll er bei einem milliardenschweren Deal zwischen dem libyschen Staatsfonds Libyan Investment Authority und dem russischen Konzern RusAl vermittelt haben, der allerdings am Ende platzte.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren