04:40 24 November 2017
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    Neue Militärstrategie der USA: Aufbau einer antichinesischen Allianz * Neues Debakel für russische Rüstungsindustrie: Ausschreibung in Indien verloren * Drittes Energiepaket in Europa: Gazprom in der Sackgasse?

    „Nesawissimaja Gaseta“: Neue Militärstrategie der USA: Aufbau einer antichinesischen Allianz

    Die USA revidieren ihre Militärstrategie, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Während die Kriege im Irak und in Afghanistan zu Ende gehen, werden China und Nordkorea zu potentiellen Gegnern. Das ist der Grundgedanke der Äußerungen von US-Verteidigungsminister Leon Panetta auf seiner Südost- und Ostasien-Tournee. Seinen ersten offiziellen Besuch in Japan als Pentagon-Chef nutzte er dazu, die Partner und die potentiellen Gegner mit den neuen strategischen Zielsetzungen von US-Präsident Barack Obama bekannt zu machen - die USA bleiben trotz bevorstehender Haushaltskürzung eine globale Wirtschafts- und Militärmacht. Die asiatisch-pazifische Region wird im Mittelpunkt der US-Sicherheitsstrategie stehen.

    Beim Treffen mit den japanischen und amerikanischen Soldaten und Offizieren auf der Yokota Air Base zählte Panetta eine ganze Reihe von Drohungen auf, die von den USA in erster Linie berücksichtigt werden müssen. Panetta erwähnte die Cyber-Angriffe, Streben nach Atomwaffen seitens Iran und Nordkorea, Erschütterungen im Nahen Osten und die „wachsenden Mächte“. Laut der US-Zeitung „Washington Post“ ist mit letzterem China gemeint.

    „Wir stehen heute an einem Wendepunkt. Wegen Al Qaida und ähnlicher Strukturen müssen die Militärs auf der Hut sein. Die USA als pazifische Macht müssen sich mehr ins Zeug legen, um Allianzen in der Region aufzubauen“, sagte Panetta. Dabei würden die Haushaltskürzungen diese Pläne nicht einschränken, betonte der Pentagon-Chef.

    Viel eindeutiger äußerte sich Panetta in der japanischen Zeitung „Yomiuri Shimbun“. Laut dem US-Verteidigungsminister unternimmt Nordkorea unvernünftige und provokative Handlungen. Zudem kritisierte Panetta China wegen seiner geheimen Anstrengungen bei der Erhöhung der militärischen Stärke.

    Panetta zufolge besteht Chinas Schuld nicht nur darin, dass die Modernisierung der Streitkräfte nicht transparent ist. China positioniere sich immer entschlossener im Ostchinesischen und im Südchinesischen Meer, sagte Panetta. Der chinesische Militärhaushalt lag in diesem Jahr bei 95 Milliarden US-Dollar. Nach den Militärausgaben ist China zur zweitgrößten Macht nach den USA aufgestiegen. Peking entwickelt auch die Rakete DF 21D zur Bekämpfung von Flugzeugträgern.

    Laut der Nachrichtenagentur AP sind in Japan 47.000 US-Soldaten und in Südkorea 28.000 US-Soldaten stationiert. Washington will seine Positionen in Asien stärken und weitere Militärmanöver mit den Pazifikländern durchführen. Es wird sich vor allem um die Militärverbündeten der USA handeln – Japan, Südkorea und Australien.

    "Nowyje Iswestija": Neues Debakel für russische Rüstungsindustrie: Ausschreibung in Indien verloren

    Russland muss wieder eine Schlappe auf dem internationalen Waffenmarkt einstecken, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Bei einer Ausschreibung für die Hubschrauberversorgung der indischen Luftstreitkräfte ist die russische Maschine Mi-28N gescheitert – Neu-Delhi hat das US-Modell Apache bevorzugt.

    Als Grund für diese Wahl wird unter anderem das Streben der Hindus nach mehr Unabhängigkeit von russischen Waffen genannt. Experten sind sich jedoch einig, dass Neu-Delhi das mangelnde Interesse des russischen Verteidigungsministeriums für den Mi-28N sowie die seit Jahren scheiternde Erfüllung des staatlichen Rüstungsauftrags durch die russische Militärindustrie nicht übersehen konnte.

    Indische Quellen beteuern, der Verzicht auf russische Hubschrauber habe keine politischen, sondern „rein technische Gründe“. Russische Branchenkenner verweisen auf die besseren Fähigkeiten der Apache Helicopter, die in etwa 20 Punkten dem Mi-28N überlegen seien.

    Das ist ein herber Schlag für die russische Rüstungsindustrie, zumal der russische Kampfjet MiG-35 (modernisiertes MiG-29-Modell) erst im Frühjahr eine andere Ausschreibung in Indien verloren hatte. Damals stand die Lieferung von 126 Maschinen für mehr als zehn Milliarden Dollar auf dem Spiel.

    Der Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, Ruslan Puchow, stellte fest, dass der technische Zustand des Mi-28N „lange nicht der wichtigste Grund für der Scheitern“ sei. Er verwies auf zwei weitere Hubschrauber-Ausschreibungen (für Mehrzweck-Maschinen und superschwere Helikopter), die in Indien demnächst stattfinden und an denen die russischen Ka-226 und Mi-26 teilnehmen. Beide Modelle haben große Erfolgschancen, aber „die Hindus können sich einfach nicht in allen drei Fällen für russische Maschinen entscheiden“, so der Experte. Dennoch musste er einräumen, dass der Mi-28N zusätzlich verbessert werden müsse, um international konkurrenzfähig zu sein.

    Das ist auch die Erklärung dafür, dass das russische Verteidigungsamt kein Interesse für dieses noch in den frühen 1980er Jahren entwickelte Modell hat. Erst vor kurzem wurde der Mi-28 entsprechend modernisiert und steht seit 2010 den Streitkräften zur Verfügung. Zum Vergleich: Die US-Konkurrenz Apache beweist seit vielen Jahren ihre Effizienz und wird von vielen Armeen der Welt gerne gekauft.

    In der Perspektive sollte sich die Situation für den russischen Hubschrauberbauer verbessern: Der staatliche Rüstungsauftrag sieht in den kommenden Jahren den Kauf von vielen Helikoptern vor. Laut Igor Korotschenko vom Zentrum für Analyse des internationalen Waffenhandels kommen bis zu 1000 Hubschrauber bis 2020 infrage. „Im Unterschied zu vielen anderen Aspekten des Rüstungsauftrags wird das Hubschrauber-Programm vollständig erfüllt“, betonte er.

    In Bezug auf die Ausschreibung in Indien sagte der Experte, die Situation sollte nicht über Gebühr dramatisiert werden: „Indien diversifiziert in letzter Zeit seinen Waffenimport, was die Konkurrenz auf diesem Markt verschärft.“ Außerdem bleibe Neu-Delhi weiterhin größter Importeur russischer Waffen. So seien seit vier Jahren Waffen für vier Milliarden Dollar nach Indien geliefert worden, präzisierte er. Laut den jüngsten bilateralen Abkommen soll diese Summe in den kommenden Jahren 15 Milliarden Dollar erreichen.

    "Rossijskaja Gaseta": Massentests am Weißen Meer – Kann sich Marine auf neue U-Boote freuen?

    Das neue Atom-U-Boot „Alexander Newski“ ist kürzlich am Weißen Meer getestet worden.

    Das ist bereits die zweite neue Submarine nach der „Sewerodwinsk“, die in letzter Zeit überholt wurde, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    An der Reihe sind außerdem zwei weitere U-Boote: die „Juri Dolgoruki“ (Tests laut informierten Quellen für Ende Oktober geplant) und die „Dmitri Donskoi“.

    Dieser Herbst ist für die Seeleute und das Team der Sewmasch-Werft in Sewerodwinsk richtig stressig. Die „Juri Dolgoruki“, das Flaggschiff der Unterwasser-Raketenträger vierter Generation (Projekt 955 Borej), soll bis Ende des Jahres in die Bewaffnung aufgenommen werden. Dazu muss das U-Boot aber erst seine Zuverlässigkeit und seine militärischen Möglichkeiten unter Beweis stellen, nicht zuletzt die Effizienz der Bulawa-Raketen.

    Die „Alexander Newski“, das erste in Serie gebaute U-Boot des Projekts 955, sollte ebenfalls in diesem Jahr an die Marine übergeben werden. Aus verschiedenen Gründen wurde aber seine Indienststellung verschoben und kommt auch in den nächsten Monaten nicht infrage.

    Aber das Sewmasch-Team hat ohnehin alle Hände voll zu tun – erst im September und Oktober fand die erste Testphase des Mehrzweck-U-Boots „Sewerodwinsk“ (Projekt 885) statt. Für die kommenden Wochen sind neue Tests geplant, wobei die Lenksysteme und die neusten Waffen geprüft werden.

    Der Sewmasch-Pressedienst gibt zum Testverlauf der neuen U-Boote keine Kommentare ab, und zwar auf Weisung der Vereinigten Schiffbaukorporation (russ. Abk: OSK). Bekannt sind lediglich die allgemeinen Angaben der Atom-U-Boote.

    Nach dem staatlichen Rüstungsprogramm sollten die Schiffe des Projekts Borej in den kommenden Jahren das Image der russischen Unterwasser-Marine prägen. Bis 2020 ist der Bau von acht solchen U-Booten geplant. Die Arbeit an der „Wladimir Monomach“ (dritte Maschine dieses Typs) dauert bereits fünf Jahre.

    Nach der Indienststellung werden die ersten Borej-U-Boote der Pazifik-Flotte zur Verfügung stehen.

    Die Ausgaben für dieses Projekt sind inzwischen ein Stein des Anstoßes bei den Verhandlungen zwischen der OSK und dem Verteidigungsministerium. Konkrete Vertragssummen werden nicht genannt, aber informierten Quellen zufolge könnte eine Borej-Submarine mehr als 23 Milliarden Rubel (1 Euro= ca. 42 Rubel) kosten.

     

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