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    Araber auf Vermittlungsmission: Letzte Chance für Assad * IWF schließt deutliches Wachstumsplus für Russland nicht aus * Leihgabe mit Lapsus: Russisches Atom-U-Boot für Indien

    "Kommersant": Araber auf Vermittlungsmission: Letzte Chance für Assad

    Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat noch eine Chance, den Machtsturz wie bei  Gaddafi zu verhindern, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.
       
    Seit Mittwoch versucht eine Delegation der Arabischen Liga in Damaskus, nach Auswegen aus der Konfliktsituation in Syrien zu suchen.
       
    Nach dem ersten Treffen mit Assad sagte Scheich al-Thani, Ministerpräsident Katars, die Verhandlungen seien „offen“ gewesen. „Hoffentlich wird die Gewalt in Syrien ein Ende finden, anschließen ein Dialog beginnt und Reformen durchgeführt werden“, betonte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Das nächste Treffen mit Assad ist für den Sonntag geplant.

    Die Arabische Liga hatte am 16. Oktober ihren Plan zur Konfliktregelung in Syrien präsentiert. Im Unterschied zu den USA und deren Verbündeten, die einen sofortigen Rücktritt Assads verlangen, hat sich die Liga für Aussöhnungsgespräche zwischen den syrischen Konfliktparteien ausgesprochen, die in Kairo stattfinden könnten.

    Der Westen will Assad offenbar nach dem Libyen-Szenario stürzen. Nach seinem Rücktritt soll der vor kurzem in der Türkei gebildete syrische Nationalrat die Macht übernehmen. Der wohl einzige Unterschied zur Situation in Libyen besteht darin, dass Assad nicht mittels eines Militäreinsatzes, sondern mittels Wirtschaftssanktionen entmachtet werden soll.

    Der Nationalrat macht keinen Hehl daraus, dass ein Dialog mit Assad nicht infrage kommt. Angesichts dessen ist die Initiative der Arabischen Liga offenbar die letzte Chance für den syrischen Staatschef, die Situation friedlich zu regeln und an der Macht zu bleiben.

    Quellen aus dem Umfeld Assads verrieten jedoch, dass der Plan der Arabischen Liga drei strittige Punkte enthalte: Assad will, dass die Konferenz nicht in Kairo, sondern in Damaskus stattfindet. Zweitens ist er gegen die Teilnahme von Vertretern des Nationalrats. Drittens ist für ihn eine Einschränkung der „Bewegungsfreiheit“ der syrischen Armee bei der Unterdrückung der Massenproteste „kein Verhandlungsthema“.

    Viele Experten sind sich jedoch einig, dass Assad keine Chance hat, an der Macht zu bleiben, wenn er den Vorschlag der Arabischen Liga ablehnt.

    "Nesawissimaja Gaseta": IWF schließt deutliches Wachstumsplus für Russland nicht aus

    Russland kann ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent erreichen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Das sagte Odd Per Brekk, Chef der IWF-Vertretung in Moskau, am Donnerstag während einer Konferenz über den russischen Finanzmarkt mit. Zuvor hatte er für Russland ein BIP-Wachstum von 4,3 Prozent in diesem Jahr und von 4,1 Prozent im kommenden Jahr vorausgesagt.

    Die Prognosen des russischen Wirtschaftsministeriums sind bescheidener. Laut dem Ministerium wird das Wirtschaftswachstum in diesem und in den kommenden zwei Jahren jeweils bei 4,1, 3,7 und vier Prozent liegen.

    Wie der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch am Donnerstag mitteilte, kann sich die Situation verändern. Eine weitere Wirtschaftsstagnation in Europa kann zum Rückgang des Wachstums in Russland auf 2,5 bis drei Prozent führen. Wenn Europa weiter stagniert, können die Rohstoff- und Ölmärkte nervös darauf reagieren. Bei einem Ölpreis von 80 bis 90 Dollar wird sich die russische Wirtschaft zwar langsamer entwickeln, aber immer noch geschützt sein. In diesem Fall kann die Prognose nicht bei 3,7 Prozent, sondern bei 2,5 bis drei Prozent liegen“, sagte Klepatsch.

    Laut Experten der Ratingagentur Moody’s wird das reale BIP-Wachstum in Russland angesichts der langsamen Wiederherstellung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr von 3,8 auf 2,8 Prozent sinken. Wie Sergej Karychalin vom Investmenthaus TKB Kapital betonte, benutzt der IWF bei seinen Prognosen vorsichtige Begriffe - „hat Möglichkeiten“, „kann erreichen“. „Kaum jemand zweifelt daran, dass es Möglichkeiten für die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums und den Rückgang der Inflationsrate gibt“, sagte Karychalin. „Für ein Wachstum von sechs Prozent ist eine andere Wirtschaftspolitik vonnöten, die sich sehr stark von der jetzigen unterscheiden muss. Mit der jetzigen Politik ist bestenfalls ein Wachstum von vier Prozent zu erwarten“, betonte der Experte.

    In Russland müssten Impulse die Wirtschaftsentwicklung antreiben und ein günstiges Wirtschaftsklima geschaffen werden. Dazu gehören niedrigere Steuern, der Kampf gegen Monopolisierung u.a. „Bislang ist kein großer Fortschritt in diesen Richtungen zu erkennen. Deswegen rechnen wir nicht mit einem höheren Wachstumstempo“, sagte Karychalin.

    Laut Ilja Balakirew vom UFS Investment Company hängt vieles nicht nur von der Situation in Russland ab. „Die Bedingungen für ein intensiveres Wachstum können auch dank einer positiven Dynamik auf den Handelsmärkten und einem guten Liquiditätsniveau im Weltfinanzsystem entstehen“, sagte Balakirew.

    "Iswestija": Leihgabe mit Lapsus: Russisches Atom-U-Boot für Indien

    Indien least das russische Atom-U-Boot „Nerpa“. Allerdings sind die Inder nicht gerade begeistert von der Zuverlässigkeit der Bordwaffen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Freitag.
       
    Am 30. Oktober beginnen die letzten Tests der „Nerpa“. Die offizielle Übergabe des U-Boots ist für den 22. bzw. 23. November geplant.

    Das hat bereits die zuständige russisch-indische Regierungskommission vereinbart, die am 4. und 5. Oktober in Moskau zusammengekommen war. Die Inder benennen das russische Atom-U-Boot in „Chakra“ um.

    In Neu-Delhi ist man allerdings beunruhigt über die Zuverlässigkeit der Waffen an Bord des U-Boots, genauer über die mangelhafte Präzision bei der Anvisierung. In Sowjetzeiten lag die Zuverlässigkeit der Waffen bei 95 bzw. 97 Prozent. Jetzt erreicht sie nur 35 Prozent.

    Quellen in der russisch-indischen Kommission verrieten, dass Neu-Delhi auf den U-Boots-Deal verzichten wollte, sich das aber nicht mehr leisten könne: Ein U-Boot-Stützpunkt sei bereits kostspielig umgebaut worden. Die Übergabe des U-Boots hätte eigentlich schon 2008 stattfinden sollen.

    „Die Inder wollen keine neuen Probleme mit russischen Schiffen“, so ein Insider. Die russischen Schiffbauer wissen schon, dass sie keine solchen Verträge mehr bekommen, ergänzte er.

    Der Präsident der Vereinigten Schiffbau-Korporation (russ. Abk.: OSK), Roman Trozenko, hatte vor kurzem mitgeteilt, dass die Werft in Komsomolsk am Amur (Region Chabarowsk) keine Atom-U-Boote wie die „Nerpa“ mehr bauen werde.

    Indien hat inzwischen ein eigenes Atom-U-Boot namens „Arihant“, das mit ballistischen Raketen ausgerüstet ist. Die „Chakra“ soll als Übungs-U-Boot eingesetzt werden.

    Insgesamt wollen die Inder fünf Atom-U-Boote haben. Das erste U-Boot lief 2009 vom Stapel. Zwei weitere werden bereits gebaut.

    Laut dem schätzungsweise 650 Millionen Dollar schweren Vertrag wird Indien die „Nerpa“ für zehn Jahre leasen. Das U-Boot hätte 2008 Neu-Delhi übergeben werden sollen. Im November 2008 wurden jedoch bei einer Explosion an Bord des U-Boots 20 Menschen getötet. Die Übergabe musste verschoben werden. 

    Das Atom-U-Boot „Nerpa“ (Projekt 971I Schtschuka-B (Helcht-B), Nato-Codename: Akula) ist ein U-Boot der dritten Generation. Es ist mit Torpedos, Raketentorpedos und Marschflugkörpern „Granat“ (Reichweite bis 3000 Kilometer) ausgerüstet.

    Die Wasserverdrängung liegt bei 8 140 bzw. 12 770 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht 30 Knoten. Die Tauchtiefe beträgt 600 Meter. 100 Tage lange kann das U-Boot autonom in der See unterwegs sein. Die Besatzung besteht aus 73 Mann. Seit 1984 wurden insgesamt 15 solche U-Boote gebaut.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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