05:06 21 November 2017
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    Schuldenkrise: Russland bietet Europäern Hilfe an * Bevölkerungsschwund in Russland: 25 Millionen weniger Menschen bis 2050 * USA umwerben Shanghai-Organisation

    "Nowyje Iswestija": Schuldenkrise: Russland bietet Europäern Hilfe an

    Moskau bietet Brüssel Hilfe bei der Überwindung der Schuldenkrise an, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    „Das Risiko einer neuen Krisenwelle ist und bleibt akut“, stellte Kreml-Berater Arkadi Dworkowitsch am Montag mit Blick auf den für den 2. bzw. 3. November in Frankreich geplanten G20-Gipfel fest, in dessen Mittelpunkt entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen stehen werden. Dworkowitsch warnte in diesem Zusammenhang vor der „ausbleibenden finanziellen Konsolidierung sowohl in Europa als auch in den USA“.

    Zu den Ergebnissen des jüngsten EU-Krisengipfels sagte Dworkowitsch, sie gestatten, „mehr oder weniger optimistisch in die Zukunft Europas zu schauen.“ Jetzt hänge alles davon ab, ob die Regierungen ihre Versprechen erfüllen. In Moskau sei man um die finanziellen Probleme der EU besorgt, weil die Union Russlands größter Investitions- und Handelspartner sei, ergänzte er.

    Ferner gab er zu verstehen, dass Russland seinen Beitrag zur Vorbeugung bzw. Überwindung einer neuen Krisenwelle leisten könnte. Moskau könnte unter Mitwirkung des IWF bis zu zehn Milliarden Dollar in die EU-Wirtschaft investieren. „Die EU hat zwar bisher keine solche Hilfe beantragt, aber wenn unsere europäischen Partner uns darum bitten, dann würden unsere zuständigen Behörden (Finanzministerium, Zentralbank und Parlament) darauf reagieren und sich entsprechende Hilfsmaßnahmen überlegen“, versicherte Dworkowitsch.

    Eines der Themen des G20-Gipfels ist Russlands WTO-Mitgliedschaft. Hoffentlich werde es in die Reihen der Organisation auf einem Ministertreffen am 15. Dezember aufgenommen, sagte der Kreml-Berater. Zu diesem Zweck sollte aber eine zuständige Arbeitsgruppe entsprechende Empfehlungen geben, deren Sitzung für den 11. November anberaumt sei.

    Um WTO-Mitglied zu werden, muss sich Russland und Georgien bei einigen Handelsfragen einigen. Tiflis hat unlängst unter Druck der EU seine Haltung gemildert und einen digitalen Datenaustausch über den Güterverkehr auf dem abchasischen und südossetischen Abschnitt der russischen Grenze akzeptiert.

    Dworkowitsch informierte, dass in Tiflis derzeit die schweizerische Präsidentin Micheline Calmy-Rey weile, die bei den russisch-georgischen WTO-Verhandlungen vermittle. Bei ihrem gestrigen Treffen mit dem russischen Staatschef Dmitri Medwedew in Moskau wurde festgestellt, dass mehrere Fragen „präzisiert werden sollten“, betonte er. Egal wie, Georgiens Zollkontrolle komme an der russisch-abchasischen und russisch-südossetischen Grenze nicht infrage – Georgien dürfe den Grenzverkehr nur beobachten, weil Abchasien und Südossetien souveräne Staaten seien, fügte Dworkowitsch an.


    "RBC daily": Bevölkerungsschwund in Russland: 25 Millionen weniger Menschen bis 2050


    Um das Jahr 2050 soll es in Russland 25 Millionen weniger Menschen geben, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Dienstag.

    1960 lag Russland auf Platz vier nach der Bevölkerungszahl. Im vergangenen Jahr rutschte Russland  mit 140 Millionen Einwohnern auf Platz neun ab. Falls sich die Prognose des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sich bewahrheitet, wird Russland in 40 Jahren auf Platz 14 abrutschen.

    Laut den Verfassern des Berichts sind der Zerfall der Sowjetunion und die Instabilität in den 1990er Jahren der Hauptgrund für den Bevölkerungsrückgang. Die gefallene Lebenserwartung um fünf Jahre (von 68,9 auf 63,9 Jahre) und der Geburtenrückgang zu Anfang der 1990er Jahre haben die demografische Situation in Russland massiv beeinflusst. 1992 war die Todesrate erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg höher als die Geburtenrate.

    „Das Hauptproblem in Russland besteht in einer niedrigen Geburts- und einer relativ hohen Todesrate. Wir verlieren Hunderttausende Menschen im Jahr. Das Wichtigste ist, dass wir in den letzten Jahren viele Arbeitsfähige verlieren“, sagte Nikolai Petrow vom Moskauer Carnegie-Zentrum. Russland habe zwei Varianten – die Leistungsfähigkeit zu erhöhen oder die Einwanderung zu fördern, sagte Petrow.

    Ein Anstieg der Bevölkerung ist in Russland nur in den Autonomen Kreisen der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen, im Gebiet Tjumen und in den Republiken Tywa und Altai zu erkennen. In diesen Regionen werden viele Geburten und eine überwiegend junge Bevölkerung verzeichnet.

    Während in Zentralrussland wegen der sinkenden Geburtenrate und Überalterung der Bevölkerung einen Bevölkerungsrückgang erkennbar ist, verlassen den Fernen Osten immer mehr Menschen. „Nach der Abschaffung der staatlichen Subventionen für die Einwohner Sibiriens wollen sehr wenig Russen in den Fabriken und Gruben östlich des Urals arbeiten“, heißt es in dem Bericht.

    Wie Roman Popow vom Moskauer Institut für Stadtökonomik betonte, ist dieser Trend nicht neu. „Der Föderationskreis Ferner Osten war in den 1990er Jahren das Zentrum der Auswanderung gewesen“, sagte Popow.

    Laut Sergej Smirnow von der Moskauer Wirtschaftshochschule geht Russland den gleichen demografischen Weg vieler Industrieländer.
     
     
    "Nesawissimaja Gaseta": USA umwerben Shanghai-Organisation

    Die USA verstärken in letzter Zeit ihre Aktivitäten in Zentralasien, stellt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag fest.

    Am 22. September hat der US-Kongress die seit 2004 geltenden Sanktionen gegen Usbekistan aufgehoben. Im Oktober absolvierte die US-Außenministerin Hillary Clinton eine große Zentralasien-Reise, bei der sie Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan und Usbekistan besuchte. Im Mittelpunkt ihrer Verhandlungen standen Aktivitäten zur Stabilisierung in Afghanistan und die Zukunft Zentralasiens nach dem für 2014 geplanten Abzug der Nato-Truppen vom Hindukusch. Besonders viel Aufmerksamkeit zogen Clintons Verhandlungen mit dem usbekischen Präsidenten Islam Karimow am 22. und 23. Oktober auf sich.

    Nicht zu übersehen ist auch Washingtons Interesse an einer Kooperation mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Laut Medienberichten könnte das Weiße Haus demnächst Verhandlungen über ein mögliches Kooperationsformat beginnen. Infrage käme die Anerkennung der USA als Beobachter oder als Dialogpartner der SOZ.

    Es ist nicht das erste Mal, dass die Shanghaier Organisation Kooperationsangebote aus Washington bekommt. Bereits 2002 hatte sich Obamas Vorgänger George W. Bush nach den SOZ-Beitrittsperspektiven erkundigt. Damals wäre die Organisation deswegen beinahe in eine Krise geschlittert, denn Usbekistan war dafür, während China sich vehement dagegen wehrte. Russland und Kasachstan bemühten sich um den Zusammenhalt des Bündnisses, wollten sich aber auch nicht mit den USA zerstreiten, die gegen die Taliban kämpften.

    Damals endeten Washingtons Annäherungsversuche erfolglos, nicht zuletzt weil sich das Weiße Haus scharfe Kritik an den zentralasiatischen Staaten leistete, unter anderem an Usbekistan für die brutale Niederschlagung eines Aufstands in der Stadt Andischan im Mai 2005. Obama scheint aber aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt zu haben. Washington ergriff in letzter Zeit mehrere Maßnahmen, um sich an den SOZ-Aktivitäten beteiligen zu können.

    Erstens will die US-Administration die politische Beschlussfassung innerhalb der SOZ beeinflussen. Als Dialogpartner wäre dies nicht möglich. Als Beobachter hätte Washington allerdings den Zugang zu vertraulichen Dokumenten.

    Zweitens unterstützen die USA den Ausbau der Partnerkontakte der SOZ. In diesem Kontext befürworten sie den jüngsten Partnerschaftsantrag der Türkei und plädieren für den Anschluss Pakistans und Indiens an die SOZ, die für Washington wichtige militärpolitische Partner sind.

    Drittens strebt das Weiße Haus eine selektive Partnerschaft mit den zentralasiatischen Staaten an. So will es eine privilegierte militärpolitische Partnerschaft mit Usbekistan wiederaufnehmen, zeigt seine Bereitschaft zu einem Dialog mit Tadschikistan und rechnet zudem mit Dankbarkeit der kirgisischen Regierung. (Während der politischen Krise im Mai 2010 trat Obama gegen die Präsenz von internationalen Truppen in Kirgistan auf.) Möglich ist auch ein Kooperationsausbau mit Kasachstan.

    Die SOZ wurde 2001 als regionale Sicherheitsorganisation und eine Art Gegengewicht für die USA im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Krieg gebildet. Jetzt aber könnte für sie das gleiche Dilemma wie 2002 entstehen: Einerseits muss die SOZ mit den USA kooperieren, um die Sicherheit in Afghanistan und Pakistan zu festigen. Andererseits befürchten die meisten Mitglieder, dass die USA ihre Effizienz und Selbstständigkeit zunehmend verlieren. Moskau und Peking müssen für ein Kooperationsformat sorgen, bei dem Washington sie nicht aus seinem Dialog mit den zentralasiatischen Ländern ausschließen kann.


    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.


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