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    Irak: USA hinterlassen Scherbenhaufen der Demokratie * Russland forciert Eurasische Union * Neues Raketenarsenal: Russland deckt alle Reichweiten ab

    Irak: USA hinterlassen Scherbenhaufen der Demokratie * Russland forciert Eurasische Union  *  Neues Raketenarsenal: Russland deckt alle Reichweiten ab


    "Moskowskije Nowosti": Irak: USA hinterlassen Scherbenhaufen der Demokratie

    USA haben ihren Irak-Einsatz offiziell beendet, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Dienstag.

    Der Präsidentschaftskandidat Barack Obama hatte vor vier Jahren versprochen, die US-Truppen aus dem Land abzuziehen. Präsident Barack Obama hat sein Wort also gehalten.

    Bei ihrem Militäreinsatz im Irak haben die USA zwischen dem 20. März 2003 und dem 1. Dezember 2011 insgesamt 4886 Tote, 32 226 Verletzte und einen vermissten Soldaten zu beklagen.

    Am 1. Dezember hielten sich noch etwa 13 000 US-Soldaten im Irak auf. Jetzt werden nur noch 150 Sicherheitsmilitärs und 20 bis 25 Marineinfanteristen als Botschaftswachen in dem Land bleiben. Darüber hinaus werden bis zu 740 technische Experten und Ausbilder für die irakische Armee und Polizei tätig sein. Diese Personen werden künftig keine strafrechtliche Immunität haben.

    Iraks Sicherheitsstrukturen zählen derzeit nahezu 809 000 Personen. Der Armee gehören etwa 271 000, dem Innenministerium 531 000 und den Regierungs-Sondereinsatzkräften 4200 Personen an. Experten sind sich allerdings einig, dass sie ohne die Unterstützung der Amerikaner kaum kampffähig sind. Im kommenden Jahr wird Washington Bagdad 6,5 Millionen Dollar für die Sicherheitsförderung zuschießen.

    Außerdem halten Experten einen Bürgerkrieg nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak für durchaus wahrscheinlich. Er sollte jedoch nicht die Ölförderung betreffen, schließlich profitieren alle Konfliktseiten im Land davon. Im November wurden etwa drei Millionen Barrel täglich gefördert, von denen 2,2 Millionen in den Export gingen.

    Während des jüngsten Japan-Besuchs des irakischen Premiers Nuri al-Maliki wurde vereinbart, dass Tokio einen Kredit in Höhe von 870 Millionen Dollar für den Wiederaufbau der Infrastruktur im Irak geben wird. Die Türkei erklärte sich bereit, seine Grenzen für den Transport von irakischem Flüssiggas nach Europa zu öffnen.

    Dennoch ist die Situation im Irak alles andere als ruhig. Terror, Kriminalität, Kidnapping und ethnische Konflikte gehören zum Alltagsleben.

    Selbst in der stark bewachten „Grünen Zone“ Bagdads sind die Terroristen aktiv. Erst am 28. November wurde bei einem Attentatsversuch auf den Regierungschef ein vermintes Fahrzeug gesprengt.

    Auch der Krieg der kurdischen Arbeiterpartei gegen die Türkei und der Kampf der linken PJAK gegen den Iran erschweren die Situation.

    Angesichts der separatistischen Aktivitäten in Kurdistan und Basra neigt die irakische Führung dazu, enger mit der Türkei und dem Iran zu kooperieren.

    Saudi-Arabien kämpft seinerseits gegen die schiitische Regierung in Bagdad und unterstützt die sunnitischen Gruppierungen im Irak. Bagdad stellte sich deswegen bei der Abstimmung über anti-syrische Sanktionen der Arabischen Liga quer.

    Aber den früheren Irak gibt es nicht mehr. Es gibt nur ein Territorium mit rein formellen Merkmalen eines Staates. Es gibt 500 000 Tote und nahezu fünf Millionen Flüchtlinge. So war der Preis, den Bagdad für die „Stabilität und Demokratie“ in den vergangenen Jahren bezahlen musste.

     

    "Nesawissimaja Gaseta": Russland forciert Eurasische Union 

    Russland, Weißrussland und Kasachstan bilden ab dem 1. Januar 2012 einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Ein entsprechendes Abkommen haben die Präsidenten Russlands, Weißrusslands und Kasachstans am Montag in Moskau unterzeichnet. Das könnte ein Problem für die anderen Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) werden: In dem Gemeinsamen Wirtschaftsraum werden kurzfristig überwiegend die Erzeugnisse der drei Länder frei gehandelt.

    Dass ukrainische Waren an der Grenze der Zollunion gestoppt werden, davor hatte der russische Premier Wladimir Putin bereits vor Monaten gewarnt und Kiew zum Beitritt aufgerufen. Außerdem gab Putin zu verstehen, dass auch der Gaspreis für die Ukraine gesenkt werden könnte. Kiew zögert jedoch noch mit einer Entscheidung.

    Was den Personenverkehr innerhalb der Zollunion angeht, so wurde darüber bisher nicht besprochen. Aber in absehbarer Zeit wird die Rückkehr vieler Gastarbeiter aus der EU erwartet. Das sagte jedenfalls Per Lindberg, Leiter des EU-Projekts zur Förderung Moldawiens, vorige Woche in Chisinau.

    Aber in ihrer Heimat finden die Rückkehrer keine Arbeit. Das bedeutet, dass sie nach Russland auswandern müssen. Mit diesem Problem müssen auch viele Ukrainer rechnen, die wegen der Krise ebenfalls ihre Arbeit in der EU verlieren können. Angesichts der vielen zentralasiatischen Gastarbeiter in Russland ist es dringend erforderlich, den Zuwandererstrom zu regeln.

    Tadschikistan und Kirgistan haben dieses Problem bereits eingesehen und ihr Interesse an einem Beitritt zur Zollunion geäußert. In Moldawien werden inzwischen die Unterschriften für ein Referendum über den Beitritt gesammelt. Die Erfolgschancen dafür sind jedoch sehr gering, denn die an der Macht stehende Allianz „Für europäische Integration“ strebt nach Europa. Auch die meisten Parteien in Moldawien sind an engeren Beziehungen mit der EU interessiert.

    In Moskau wird der gestrige Dreier-Gipfel als historischer Schritt zur Wirtschaftsintegration in Eurasien angesehen. Am 1. Januar sollen insgesamt 17 Abkommen des Gemeinsamen Wirtschaftsraums in Kraft treten.

    „Viele verstehen das noch nicht, aber nun wird sehr ernst“, hatte der Assistent des russischen Präsidenten, Sergej Prichodko, vor der Unterzeichnung der Dokumente gesagt. Er erinnerte, dass die Präsidenten Dmitri Medwedew, Alexander Lukaschenko und Nursultan Nasarbajew den Obersten Wirtschaftsrat Eurasiens leiten, der das  Gremium der Zollunion Russlands, Weißrusslands und Kasachstans im Rahmen des Zwischenstaatlichen Rates der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) abgelöst habe.

    In der Sitzung des Wirtschaftsrats wurde die Bildung der Eurasischen Wirtschaftskommission vereinbart, an deren Spitze der jetzige russische Industrie- und Handelsminister Viktor Christenko stehen wird.

    Darüber hinaus fand gestern ein Gipfeltreffen des Zwischenstaatlichen EAWG-Rats statt, an dem neben den Präsidenten Russlands, Weißrusslands, Kasachstans, Tadschikistans und Kirgistans auch Vertreter Armeniens, Moldawiens und der Ukraine als Beobachter teilnahmen.

     

    "Rossijskaja Gaseta": Neues Raketenarsenal: Russland deckt alle Reichweiten ab

    In vier Jahren wollen Russlands Strategische Raketentruppen eine neue ballistische Festtreibstoffrakete in den Dienst stellen, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Dienstag.

    Dies teilte der Befehlshaber der Strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, mit. Diese Rakete soll die Jars- und Topol-Raketen ersetzen.

    Gleichzeitig wird eine neue 100 Tonnen schwere ballistische Flüssigtreibstoffrakete entwickelt. Sie soll die Interkontinentalrakete RS-20 Wojewoda (Nato-Code „Satan“) und die Rakete RS-18 “Stilet” ersetzen.

    Die Raketen des Typs „Wojewoda“ und „Stilet“ wurden früher im ukrainischen Dnepropetrowsk hergestellt. Mit der Entwicklung einer eigenen schweren Rakete soll diese Abhängigkeit verringern werden. Zwischen 2017 und 2020 soll es im russischen Arsenal der Langstreckenraketen nur noch heimische Fabrikate geben.

    Im Vergleich zur Wojewoda-Rakete hat der neue Komplex ein besseres Verhältnis zwischen Nutzlast und Startgewicht.

    „Das Vorhandensein einer starken ballistischen Flüssigtreibstoffrakete in den russischen strategischen Truppen wird ermöglichen, strategische Hochpräzisionswaffen mit unkonventioneller Bewaffnung und einer fast weltumspannenden Reichweite zu schaffen“, sagte Karakajew.

    Bereits die Raketen des Typs Jars, Topol-M und die seegestützten Bulawa-Raketen waren in der Lage, Raketenschilde zu durchbrechen. Für die US-Raketenabwehr ist es sehr schwer, sie abzufangen. Laut Karakajew können die Raketen nach ihrem Start als Ziel nur sehr schwer erfasst werden. Sie später abzufangen ist nahezu unmöglich, weil die einzelnen Sprengköpfe erst geortet und dann vernichtet werden müssten.

    Heute stehen den Strategischen Raketentruppen mehr als 350 Startanlagen zur Verfügung. Fast 90 von ihnen sind mit Mehrfach-Gefechtsköpfen ausgerüsteten Jars-Raketen und die Einzelgefechtskopf-Raketen des Typs Topol-M. Das Arsenal der Strategischen Truppen soll 2021 zu 98 Prozent aus neuen Waffen bestehen.

     

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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