09:30 17 Juli 2018
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    Grenzkonflikte: Gefechte um sudanesische Ölvorkommen * Umfragen zu Afghanistan-Einsatz: US-Bürger sind kriegsmüde *

    „Kommersant“: Grenzkonflikte: Gefechte um sudanesische Ölvorkommen

    Sudans Luftstreitkräfte haben am Dienstag ein Ölvorkommen im Südsudan bombardiert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Grenz-Konflikt zwischen den beiden Ländern geht in eine neue Runde. Südsudan will sein Öl künftig nicht ins Nachbarland im Norden, sondern nach Kenia befördern.

    „Sudans Luftwaffe hat mehrere Angriffe auf Gebiete im Bundesstaat Al-Wahda (Unity)  geflogen, wo sich die Ölfelder befinden“, teilten die südsudanesischen Behörden am Dienstag mit. Die im Südsudan tätige Greater Nile Petroleum Operating Company bestätigte diese Informationen. Nach südsudanesischen Angaben handelt es sich um einen weiteren Angriff innerhalb zweier Tage. Bei ihrer Offensive auf die Ölfelder sollen die sudanesischen Streitkräfte auf erbitterten Widerstand gestoßen sein.

    Wie ein Sprecher des sudanesischen Präsidenten Omar Bashir mitteilte, sollen die südsudanesischen  Truppen das ölreiche Gebiet Heglig angegriffen haben. Das sudanesische Militär konnte den Angriff jedoch abwehren.

    Nach der Unabhängigkeitserklärung des Südsudan im vorigen Sommer kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den Armeen der beiden Nachbarländer. Der Konflikt um Territorium und Öl verschärfte sich, als Khartum und Juba Ende Februar Gefechte um die umstrittene Stadt Jau begannen. Sudans Regierung drohte dem Nachbarland, sich an den UN-Sicherheitsrat und die Afrikanische Union zu wenden.

    Große Hoffnungen auf eine Milderung des Konflikts wurden auf den Besuch des sudanesischen Präsidenten Bashir in dem Nachbarland am 3. April gesetzt. Wegen des zugespitzten Konflikts sagte Bashir seinen Besuch jedoch ab.

    Wie die südsudanesischen Behörden beteuern, sind sie nicht an einer Wiederaufnahme des „sinnlosen“ Kriegs gegen Khartum interessiert. Laut dem russischen Afrika-Experten Alexander Schukow ist ein groß angelegter Konflikt nicht zu erwarten. „Juba braucht derzeit dringend Stabilität an den nördlichen Grenzen. Die internationale Gemeinschaft wird Omar Bashir daran hindern, einen Krieg zu entfesseln“, so Schukow.

    Neben Gebietsansprüchen streiten sich Khartum und Juba zudem um den Öltransit von den südlichen Vorkommen zur sudanesischen Küste. Bei der letzten Verhandlungsrunde forderte Sudan 36 US-Dollar für die Beförderung und die Verarbeitung eines Barrels Öl. Südsudan will jedoch nur einen US-Dollar zahlen.

    „Nesawissimaja Gaseta“: Umfragen zu Afghanistan-Einsatz: US-Bürger sind kriegsmüde

    Die Mehrheit der Amerikaner sind gegen den Krieg in Afghanistan, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Laut einer Umfrage der „New York Times“ und des TV-Senders CBS News wollen etwa 70 Prozent der Befragten keinen Krieg am Hindukusch - vor vier Monaten waren es 53 Prozent. 68 Prozent der Amerikaner sind der Ansicht, dass der Krieg in Afghanistan erfolglos verläuft. Für einen möglichst schnellen Abzug der US-Truppen aus dem zentralasiatischen Land sprachen sich 44 Prozent der Amerikaner aus.

    Nach Umfragen der „Washington Post“ und des TV-Senders ABC News wünschen sich 60 Prozent der US-Bürger ein Ende des Afghanistan-Einsatzes.

    Kennzeichnend ist auch der Umstand, dass nicht nur die Demokraten, sondern auch die Republikaner eher friedlich gestimmt sind, obwohl letztere seit jeher einen US-Militäreinsatz am Hindukusch befürwortet haben.

    Die Amerikaner sind offenbar von dem zehnjährigen Afghanistan-Einsatz enttäuscht und glauben, dass eine weitere Militärpräsenz nur neue Opfer und Ausgaben bringen würde. Laut Experten ist auch das Weiße Haus eher pessimistisch über ein erfolgreiches Ende des Afghanistan-Einsatzes eingestellt. So spricht Präsident Obama nicht mehr von einem Sieg im Jahr 2014, sondern nur von einem Truppenabzug.

    In Washington denkt man mittlerweile sogar darüber nach, den Rückzug zu beschleunigen, nicht zuletzt wegen der Proteststürme unter den Afghanen nach der Koran-Verbrennung auf einem Militärstützpunkt und dem Massaker an 17 Zivilisten durch einen durchgedrehten US-Soldaten.

    Auch etliche Angriffe der afghanischen Sicherheitskräfte auf Nato-Militärs rufen im Weißen Haus Besorgnis hervor. Allein in diesem Jahr wurden bereits 16 Soldaten getötet.

    Große Hoffnungen setzt Washington auf die Friedensverhandlungen zwischen der Kabuler Regierung und den Taliban. Experten zweifeln jedoch an einem erfolgreichen Ende der Gespräche. „Die durch innenpolitische Widersprüche und äußeren Druck geschwächte Regierung Hamid Karzais ist nicht imstande, mit den Rebellen zu verhandeln. Die afghanischen Sicherheitskräfte sind nicht bereit, das Machtvakuum nach dem Abzug der internationalen Truppen zu füllen“, stellte ein Vertreter der International Crisis Group (ICG) fest. Die von den Amerikanern angestrebte Aufteilung der Macht zwischen den afghanischen Behörden und den Taliban führe nicht wirklich zu Stabilität, ergänzte er.

    ICG-Vertreter sagen offen, dass die USA lediglich eine Pause zwischen ihrem Abzug vom Hindukusch und dem Beginn einer neuen Konfliktphase anstreben. Die Taliban verweigern jegliche Zugeständnisse, weil sie davon ausgehen, dass die ISAF-Truppen auch ohne das Abkommen zur Machtteilung abziehen werden.

     

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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