09:31 21 September 2018
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    Syrien-Krise: Entscheidungsschlacht um Aleppo * Ausländische Investoren ziehen ihr Kapital aus Russland ab * US-Präsidentschaftskandidat: Romneys Europa-Tour beginnt mit Eklat

    „Nesawissimaja Gaseta“: Syrien-Krise: Entscheidungsschlacht um Aleppo

    Die syrische Regierung verlegt Truppen aus kleineren Orten nach Aleppo, um die Kämpfer der Opposition aus dem Wirtschaftszentrum des Landes zu vertreiben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die Opposition behauptet, dass sie bereits die Hälfte der Stadt kontrolliere, und wirft den Regierungstruppen vor, Artillerie und Kampfhubschrauber einzusetzen.

    Dem syrischen Regime würden die treu ergebenen Soldaten ausgehen, um das ganze Land kontrollieren zu können, berichten westliche Medien. Laut Oppositionellen sind Truppen und Panzer aus der nördlichen Provinz Idlib in Richtung Aleppo unterwegs.

    Die Gefechte zwischen der Armee und den Extremisten gingen auch am Donnerstag in Aleppo und der Umgebung weiter. Laut unbestätigten Angaben gab es schwere Kämpfe nördlich von Aleppo nahe Assas. Westlichen Journalisten zufolge gab es dort massive Zerstörungen.

    Aleppo gilt als Handelsmetropole Syriens und ist die zweitgrößte Stadt nach der Einwohnerzahl. Die Sunniten vor Ort unterstützen Assad. Deswegen wäre der Verlust der Stadt ein Schlag für das Regime.

    Experten zufolge wurden im Kampf gegen die bewaffneten Oppositionellen vor allem Eliteeinheiten eingesetzt. Die einfachen Soldaten blieben in den Kasernen und schützten Objekte und Checkpoints. Der Einsatz der Armee sei ein Zeichen, dass sich die Situation ernsthaft verschlechtert habe, betonen Experten.

    Wie RIA Novosti unter Berufung auf örtliche Medien meldete, betrachten die beiden Konfliktlager die Kämpfe um Aleppo als Entscheidungsschlacht. Die Oppositionellen wollen die Handelsmetropole in ihren Hauptstützpunkt verwandeln. Zudem will die bewaffnete Opposition nach der Niederlage in Damaskus wieder Mut fassen. Die Freie Syrische Armee musste in der syrischen Hauptstadt 2500 gefallene Kämpfer beklagen. Nach Medienangaben haben die syrischen Regierungstruppen bereits zusätzliche Kräfte aus dem Süden des Landes nach Aleppo gebracht. Die Freie Armee erhält derweil Verstärkung aus den nördlichen Gebieten.

    Die Operation zur Befreiung der Stadt wird dadurch erschwert, dass die Extremisten friedliche Zivilisten als lebendiges Schild missbrauchen. Die Regierungstruppen rücken nur langsam vor, um zivile Kriegsopfer zu vermeiden.

    Auch an der Propagandafront tobt der Krieg. Nach Angaben der Oppositionellen sind zwei weitere ranghohe syrische Diplomaten zu ihnen übergelaufen. Es handelt sich um Syriens Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Abdel Latif al-Dabbagh und seine Frau Lamia al-Hariri (Nichte des syrischen Vize-Präsidenten Farouk al-Sharaa), die in der Botschaft in Zypern tätig war und danach nach Katar geflohen sein soll. Das syrische Außenministerium dementierte diese Informationen.

    Laut dem Sprecher des Weißen Hauses in Washington, Jay Carney, zeugen der Einsatz von schweren Waffen in Aleppo und die  syrischen Diplomaten vom Verfall des Assad-Regimes.

    Russland setzt sich für eine Lösung der Syrien-Krise ohne ausländische Einmischung ein und rief zu einem nationalen Dialog auf. „Wir sind bereit, Syrien einen Verhandlungsort in Moskau für Kontakte zur Vereinigung der Opposition und für mögliche Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierung und der Opposition zur Verfügung zu stellen“, sagte Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin.

    "Kommersant":Ausländische Investoren ziehen ihr Kapital aus Russland ab

    Laut einem Bericht der Zentralbank Russlands sind die Direktinvestitionen aus dem Ausland im ersten Vierteljahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 28 Milliarden Dollar geschrumpft, stellt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag fest.

    Die reinen Investitionen in die Verarbeitungsindustrie sind hingegen massiv gewachsen – von 370 Millionen Dollar im ersten Quartal 2011 auf 2,9 Milliarden Dollar im ersten Vierteljahr 2012. Das waren 23 Prozent der gesamten Investitionen.

    Den Investitionszuwachs in der Verarbeitungsindustrie führt die Zentralbank auf die intensive Entwicklung der chemischen und der Hüttenindustrie zurück – beide Branchen erleben einen Aufschwung dank des Preisanstiegs für ihre Produkte. (Vor einem Jahr noch wurde in diesen Industriezweig kaum investiert.)

    Gleichzeitig sind die reinen Investitionen in die Baubranche und in den Groß- und Kleinhandel um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Die Investitionen in den Finanzsektor, der dem Statistikamt Rosstat zufolge einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren im ersten Vierteljahr war, gingen um 21 Prozent zurück.

    Die Zentralbank-Statistik enthält keine Informationen über die Investitionen aus einzelnen Ländern. Laut Rosstat kommt das meiste Kapital aus Steueroasen. Dabei handelt es sich um russische Investitionen. Anhand der Zentralbank-Zahlen im ersten Quartal und der Prognose für das zweite kann man schlussfolgern, dass russische Investoren im Ausland viel aktiver den Nichtfinanzsektor finanziert haben als Ausländer den russischen Nichtfinanzsektor: Der Saldo der Direktinvestitionen in Russland war zwischen Januar und März negativ (minus 1,2 Milliarden Dollar).

    Wenn man den Rückgang der Ölpreise und die Abwertung des russischen Rubels im zweiten Quartal bedenkt, kann man feststellen, dass die russischen Aktiva immer billiger und die durch die europäische Schuldenkrise bedingten Risiken immer größer werden.

    Die Zentralbank betrachtet die ausländischen Investitionen inzwischen nicht mehr als einen Faktor des russischen Wirtschaftswachstums. „Kurzfristige Kapitalzuflüsse und das auf ausländische Investitionen orientierte Wirtschaftswachstum machen das russische Finanz- und Wirtschaftssystem anfällig.“, sagte vor wenigen Tagen der Vizevorsitzende der Zentralbank, Alexej Uljukajew. Premier Dmitri Medwedew verwies seinerseits darauf, dass ein günstiges Investitionsklima zu den wichtigsten Aufgaben der Regierung gehöre, räumte jedoch zugleich ein, dass Russland es nicht schaffen wird, bis 2018 in die Gruppe der 20 Länder mit dem besten Geschäftsklima aufzusteigen. „Ich weiß nicht, was daraus wird, aber ich will hoffen, dass wir gemeinsam wesentliche Fortschritte in diesem Bereich machen“, so der Regierungschef.

    “Moskowskije Nowosti”: US-Präsidentschaftskandidat: Romneys Europa-Tour beginnt mit Eklat                                                                

    Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney reist nach Großbritannien, Israel und Polen, um sich bei außenpolitischen Fragen ins rechte Licht zu rücken, schreibt der Politologe Fjodor Lukjanow in der Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Freitag.

    Sein Großbritannien-Besuch begann mit einem kleinen Aufreger. Der britische „Daily Telegraph“ zitierte Romneys Berater, dass der republikansiche Präsidentschaftskandidat im Gegensatz zu Obama mit dem  „angelsächsischen Erben“ umzugehen und die
    Beziehungen zu Großbritannien zu schätzen wisse.

    Das Obama-Team kritisierte Romneys Äußerung als rassistisch. Romney musste sich davon lossagen und sprach von Prioritäten. Romney will die Beziehungen mit traditionellen Verbündeten, vor allem im Rahmen der Nato und mit denjenigen, die die ideologischen Vorstellungen der USA teilen, festigen.

    Die außenpolitische Philosophie Obamas stützt sich darauf, dass sich die USA in einer sich wandelnden Welt flexibel zeigen müssen, um ihre Führungsrolle zu sichern – sich weniger auf die Ideologie stützen und sich bemühen, Beziehungen mit Ländern zu pflegen, die keine Verbündete sind, jedoch eine wichtige Stimme in der Welt haben.

    Romney lehnt Obamas Kurs ab. Gebetsmühlenartig spricht er davon, dass Amerika eine Großmacht mit einer einzigartigen Mission sei. Für die USA sei es Pflicht, stark und entschlossen bei der Realisierung seiner Ideale vorzugehen. Obamas Flexibilität  tadelt Romney als Schwäche.

    Ob Obama mit seiner Außenpolitik erfolgreich ist, ist diskutabel – viele seiner Versprechen hielt er nicht ein. Aber es liegt auf der Hand, dass er die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich im Klaren ist, dass Amerika nicht mehr fähig ist, seine Ziele mit den bisher üblichen Mitteln zu erreichen. Romney sieht das anders: Er will die Verbündeten enger binden, das Militärpotenzial erhöhen und die Reagan-Zeit wiederbeleben.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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