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    USA und Golfstaaten stellen Raketenabwehr gegen Iran auf * Türkei: Assad steckt hinter Eskalation im Kurden-Konflikt * Kein Gold für Russlands Staatsschatz

    „Nesawissimaja Gaseta“: USA und Golfstaaten stellen Raketenabwehr gegen Iran auf

    Die USA und die Länder am Persischen Golf bereiten sich offenbar auf den Ernstfall vor und rüsten ihre Raketenabwehr auf, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Wie die „New York Times“ berichtete, sollen US-Raketenabwehranlagen Städte, Raffinerien, Pipelines und Militärstützpunkte in der Golfregion vor dem Iran schützen.

    Vor drei Wochen gab das Pentagon die Pläne bekannt, Kuwait 60 Patriot-Raketen, 20 Abschussrampen und vier Raketenabwehr-Radare im Wert von 4,2 Milliarden Dollar zu verkaufen. Die Golfmonarchie hatte bereits zwischen 2007 und 2010 insgesamt 350 Patriot-Raketen erworben.

    Ende 2011 hatte die US-Militärbehörde zudem den Verkauf von zwei Verteidigungssystemen THAAD für zwei Milliarden Dollar und von Raketen für weitere zwei Milliarden Dollar an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bekannt gegeben. Insgesamt haben die Emirate seit 2008 Waffen für mehr als zwölf Milliarden Dollar erworben.

    Auch Saudi-Arabien verfügt über ein großes Arsenal von Patriot-Raketen. Das Pentagon gab dieses Jahr bekannt, Katar mit einem Radar vom Typ AN/TPY-2 zu beliefern. Die in der Golfregion stationierten US-Streitkräfte verfügen außerdem über Aegis-Systeme auf Schiffen und bodengestützte Raketenabwehrelemente.

    Vor kurzem forderte US-Außenministerin Hillary Clinton bei einem Treffen des Golf-Kooperationsrats eine engere Raketenabwehr-Zusammenarbeit in der Region.

    Es gibt aber auch ein anderes Problem: Die Länder der Golfregion befürchten, dass der Iran die Straße von Hormus sperrt, sodass die wasserarme Wüstenregion von Lebensmittellieferungen abgeschnitten wird. Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und die Emirate importieren 90 Prozent ihrer Lebensmittel, und zwar vorwiegend über die Straße von Hormus.

    Es gibt sogar utopisch anmutende Pläne, etwa, dass die VAE allen Ernstes den Import von Gletscherwasser aus Patagonien erwägen.

    Darüber hinaus haben die Emirate den Bau eines Flüssiggas-Terminals angekündigt, um die regionalen Wasserentsalzungsanlagen notfalls mit Energie zu versorgen.

    Außerdem bauen die Araber aber neue Getreidedepots und kaufen Anbauflächen in Afrika (Sudan), Südamerika (Brasilien, Argentinien), Australien und Europa (Ukraine).

    „Kommersant“: Türkei: Assad steckt hinter Eskalation im Kurden-Konflikt

    Der syrische Bürgerkrieg hat den Kurden-Konflikt in der Türkei offenbar wiederaufleben lassen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Seit der Inhaftierung des Führers der kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, im Jahr 1999 haben sich die türkische Armee und die kurdischen Kämpfer die blutigsten Gefechte geliefert.

    Die türkische Armee beendete dieser Tage eine groß angelegte Operation gegen die Kurden. In der Provinz Hakkari an der Grenze zum Irak und Iran wurden 115 PKK-Kämpfer getötet - die höchste Opferzahl seit mehr als zehn Jahren.

    Ankara gibt Damaskus die Schuld für das Wiedererstarken der kurdischen Kämpfer. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan warf dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor, die PKK-Extremisten zu unterstützen. Nach seinen Worten sind zuletzt mindestens 200 kurdische Kämpfer vom türkischen Militär getötet worden, die mit dem Segen des Regimes in Damaskus in die Türkei vorgedrungen waren. Ankara stuft alle politischen Gruppen der syrischen Kurden als „Abteilungen der terroristischen Organisation PKK“ ein, die sie seit mehr als 25 Jahren bekämpft.

    Am Vortag hatten türkische Medien berichtet, dass Damaskus etwa 1200 PKK-Mitglieder aus Gefängnissen im Norden des Landes auf freien Fuß gesetzt hatte.

    Für die Türkei spitzte sich die Situation zu, als den syrischen Kurden Ende Juli das Recht zugesprochen wurde, ihr Territorium im Nordosten des Landes selbst zu verteidigen. Inzwischen kontrollieren sie die an die Türkei grenzenden Provinzen Kobani, Afrin, Derik, Amude und El Ayna’da.

    Die Türken vermuten, dass Damaskus diese Provinzen den Kurden überlassen hat, um die Regierung in Ankara zusätzlich unter Druck zu setzen. Im Gegenzug behielten sich die türkischen Behörden das Recht vor, gegen kurdische Kämpfer auf syrischem Territorium zu operieren.

    Experten vermuten, dass neben den syrischen Kurden auch die PKK-Abteilungen auf türkischem Gebiet ihre Aktivitäten verstärken werden. Der russische Orientalist Alexander Filonik stellte fest, dass die Türkei „indirekt die Aktivitäten der Kurden anspornt, indem sie mit der Invasion nach Syrien droht“.

    „Rossijskaja Gaseta“: Kein Gold für Russlands Staatsschatz

    Russlands staatliche Schatzkammer Gochran scheitert offenbar mit ihrem Versuch, dieses Jahr 500 Kilogramm Gold zu kaufen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Dass dieser Plan wenigstens teilweise in Erfüllung geht, bezweifeln nicht nur die Teilnehmer des Goldmarktes, sondern auch die Gochran-Mitarbeiter. Dabei geht es aber nicht um Geldmangel.

    Gochran ist für die Aufbewahrung der strategischen Goldreserven Russlands mitverantwortlich. Anfang August wurde eine Online-Ausschreibung für den Kauf von Goldbarren für knapp eine Milliarde Rubel (etwa 25 Millionen Euro) angekündigt. Offerten können bis Ende August eingereicht werden. Bislang hat der russische Staat jedoch kein einziges Angebot erhalten.

    Gochran hatte auch früher Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Gold. Banken zahlen deutlich mehr Geld für das Edelmetall. Darüber hinaus beläuft sich ihr Vorschuss auf 50 Prozent, während Gochran laut Gesetz nur 30 Prozent im Voraus bezahlen darf.

    Eine Quelle bei Gochran verriet, dass der staatlichen Schatzkammer ab 2012 per Gesetz jegliche Vorzahlungen verboten worden seien. „Früher haben wir einen Vorschuss überwiesen. Wir zahlten einen festen Preis für das Gold. Einige Deals wurden auf diese Art abgewickelt, wenn auch nicht besonders viele. Nun aber müssen Ausschreibungen organisiert werden. Als Gewinner geht derjenige davon, wer den geringsten Preis bietet. Bei Gold ist das absurd“, so der Insider. „Es gibt einen konkreten Preis: Das Londoner Fixing. Es ist kaum vorstellbar, dass sich jemand findet, der uns Gold billiger verkauft.“

    Wie der Vorsitzende des Russischen Goldproduzentenverbandes, Sergej Kaschuba, erläuterte, wird der Londoner Fixpreis von den fünf größten Banken der Welt zwei Mal am Tag anhand der Nachfrage- und Angebotsanalyse festgesetzt. Auf dieser Basis wird auch der Preis bestimmt, für den Gochran das Gold kauft.

    Die staatliche Schatzkammer soll das Wirtschaftsministerium mehrmals auf dieses Dilemma hingewiesen, aber bislang keine Reaktion erhalten haben. Dem russischen Staat könnte deshalb allmählich das Gold ausgehen.

    Kaschuba stellte zudem fest, dass die Goldförderer ihr Edelmetall lieber den Banken verkaufen, weil diese bessere Konditionen bieten. Gochran ziehe wegen des neuen Gesetzes deshalb den Kürzeren.

    Die Goldnachfrage ist in letzter Zeit kontinuierlich gestiegen. Investmentfonds, Banken und Regierungen zeigen angesichts einer drohenden Krisenwelle immer mehr Interesse für das Edelmetall. Die staatlichen Goldvorräte belaufen sich weltweit derzeit auf 30 900 Tonnen. Zum Vergleich: Seitdem die Menschheit besteht, wurden insgesamt 166 600 Tonnen gefördert.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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