14:46 26 September 2017
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    Nato-Raketen in Türkei: Patriots sollen sowjetische Scuds abfangen

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    Patriot-Raketen werden in der Türkei stationiert (40)
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    Die Nato wird diese Woche über die Aufstellung von Patriot-Raketen an der türkischen Grenze zu Syrien entscheiden, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die Nato wird diese Woche über die Aufstellung von Patriot-Raketen an der türkischen Grenze zu Syrien entscheiden, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Am Montag treffen sich die Botschafter der Nato-Staaten in Brüssel, um die Stationierung der Patriot-Abwehrraketen zu beschließen. Am Dienstag kommen die Nato-Außenminister in Brüssel zusammen, um den entsprechenden Beschluss zu bestätigen.

    Mit dem möglichen Einsatz der Raketen zum Schutz der türkischen Grenze soll der Nato-Oberkommandeur für Europa, US-Admiral James Stavridis, beauftragt werden. Die Stationierung der Patriots soll nach dem bereits 2007 gebilligten Einsatzplan zur Luftverteidigung „Active Fence“ (aktiver Zaun) erfolgen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat nach eigener Aussage dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Beginn der vergangenen Woche in einem Telefonat erklärt, dass die Raketen nur der Landesverteidigung dienen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Samstag.

    Wie es jedoch aus Nato-Kreisen heißt, geht es um ein militärisches Signal an Damaskus. Laut Nato-Sprecherin Oana Lungescu handelt es sich nicht nur um den Schutz der Türkei, sondern auch um „Abschreckung gegen jede Art von Aggression, damit jeder, der die Türkei bedrohen könnte, noch einmal gut darüber nachdenkt“. Der „FAZ“ zufolge geht es um klassische Abschreckung, wie sie die Nato im Kalten Krieg praktizierte. Der syrische Präsident Baschar al-Assad müsse also damit rechnen, dass er bei einer militärischen Eskalation im Norden Syriens es nicht mehr allein mit der Türkei, sondern mit der gesamten Nato zu tun bekäme.


    Dass die Türkei vom syrischen Regime angegriffen wird, ist eher unwahrscheinlich. Erstens befindet sich Syrien seit langem in einem kräfteraubenden Bürgerkrieg. Zweitens wäre ein Angriff auf die zweitstärkste Armee der Nato zum Scheitern verurteilt.

    Dennoch herrscht Sorge, dass syrische Raketen des sowjetischen Typs Scud auf die Türkei abgefeuert werden. Laut dem Londoner Institut für strategische Forschungen verfügt die syrische Armee über drei Bataillone mit SS-21-Raketen und drei Bataillone mit Scud-Raketen der Typen A und C. Mit einer Reichweite von 400 bis 700 Kilometer könnten sie von mobilen Rampen auf einige türkische Gebiete abgefeuert werden.

    Bislang ist nicht bekannt, wie viele Patriot-Systeme in die Türkei verlegt werden. Als Patriotstaffeln sind Einheiten der Bundeswehr im Gespräch. Auch die Niederlande sollen sich an der Operation beteiligen. Die Bundeswehr muss jedoch noch ein Mandat des Bundestags für ihre Mission in der Türkei bekommen.

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