21:55 23 September 2017
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    Ölpreis wird unberechenbar für Russland

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    Der Ölpreis soll sich im kommenden Jahr auf dem Weltmarkt bei mehr als 100 Dollar pro Barrel einpendeln, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der Ölpreis soll sich im kommenden Jahr auf dem Weltmarkt bei mehr als 100 Dollar pro Barrel einpendeln, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Experten zufolge ist das durch die anhaltende politische Instabilität im Nahen Osten, die wirtschaftliche Stabilität in den USA und China und den Zusammenhalt der Eurozone bedingt, es sei denn, Griechenland scheidet aus dem Währungsbündnis aus.

    Die Situation kann sich allerdings unterschiedlich entwickeln. Im Basisszenario liegt der Ölpreis stabil über der 100-Dollar-Marke. „Dieses Szenario wird akut sein, wenn die USA den so genannten „Fiscal Cliff“ verhindern, Griechenland in der Eurozone bleibt und keine Panik auf den Finanzmärkten entsteht“, sagte Analyst Dmitri Alexandrow vom Investmenthaus Univer Capital. Im besten Fall bremst die wirtschaftliche Talfahrt des Westens ab, sodass die Ölnachfrage relativ konstant bleibe, mutmaßt der Experte.

    Der russische Energiemarktexperte Sergej Pikin verwies auf die instabile Situation im Nahen Osten, weshalb der Ölpreis im kommenden Jahr relativ hoch bleiben dürfte. Einerseits lässt sich der Ölpreis nur schwer voraussagen, weil er von sehr vielen Faktoren abhängt. Andererseits geht es ohne Prognosen auch nicht, besonders in Russland, das vom Export von Kohlenwasserstoffen lebt. Sollte das „flüssige Gold“ in den kommenden drei Jahren auf 80 Dollar pro Barrel sinken, wie das Wirtschaftsministerium voraussagt, müsste sich Russland auf Schwierigkeiten gefasst machen.

    Auch der Haushalt wird unter Berücksichtigung des Ölpreises erstellt. Für die kommenden drei Jahre wurde aber als Ausgangspunkt nicht der zu erwartende, sondern der Basispreis von 91 Dollar pro Barrel genommen. Prognosen zufolge wird dieser allerdings tatsächlich bei 97 Dollar liegen. Der komplette Überschuss aus dem Ölgeschäft fließt in den Reservefonds. Ende des kommenden Jahres könnten auf diese Weise bis zu 3,174 Billionen Rubel (etwa 80 Milliarden Euro) kumuliert werden.

    Für Aufsehen sorgte auch der jüngste Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA), dem zufolge die USA bis 2020 Saudi-Arabien als größten Ölproduzenten ablösen könnten. Experten bezeichnen die Entwicklung der Technologien zur Schieferölförderung im Westen als „Energiewunder“. In acht Jahren könnten die Amerikaner bis zu 11,1 Millionen Barrel täglich fördern.

    Dieses Öl wäre dann aber für den Binnenmarkt bestimmt. Zum größten Ölexporteur könnte den IEA-Experten zufolge der Irak aufsteigen, der den Rohstoff an die Wachstumsmärkte in Asien und hauptsächlich nach China liefern könnte. Russland, aktuell der größte Exporteur, würde dann auf den zweiten Platz rutschen.

    Dank Steuerprivilegien für die Förderung auf schwer zugänglichen Vorkommen rechnen die russischen Behörden ab 2020 mit einer zusätzlichen Fördermenge von 40 bis 100 Millionen Tonnen Öl jährlich. Dem Energieminister Alexander Nowak zufolge könnte das dem Staatshaushalt Einnahmen von mindestens 60 Milliarden Rubel (1,5 Milliarden Euro) im Jahr bescheren.

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