02:19 26 September 2017
SNA Radio
    Zeitungen

    Nach Protesten: UNO prüft US-Drohnenangriffe

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    0 401

    Die USA gehen immer häufiger mit Drohnen gegen mutmaßliche Extremisten vor, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die USA gehen immer häufiger mit Drohnen gegen mutmaßliche Extremisten vor, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Nach Reuters-Angaben wurden in dieser Woche in Jemen mindestens 20 mutmaßliche Al-Qaida-Kämpfer mit unbemannten Flugkörpern getötet. Jemens Regierung schaut wortlos zu, wie die Souveränität des Landes verletzt wird. Doch die jemenitischen Stämme, deren Mitglieder bei den Angriffen getötet werden, sind empört. Nachdem ein voll besetztes Auto von einer Drohne getroffen wurde und sich in einen Haufen Schrott verwandelte, begann einer der Stämme eine Straßenblockade in Jemens Hauptstadt.

    Jemen spielt als Nachbarland Saudi-Arabiens eine wichtige Rolle bei der US-Strategie im Nahen Osten. An der saudi-arabischen Küste verlaufen die Öllieferrouten. Die von den Amerikanern gewählte Strategie wurde vom UN-Sonderreferenten Ben Emmerson scharf kritisiert. Er bereitet einen Bericht über den Einsatz von US- und britischen Drohnen in Afghanistan, Pakistan und in Afrika vor. Emmerson sammelte zudem Informationen über den israelischen Drohnen-Einsatz in den palästinensischen Gebieten.

    Das Dokument soll Zahlen über die durch Raketenangriffe getöteten Zivilisten enthalten. Zudem wird die Frage erörtert, ob die Raketenangriffe völkerrechtlich legitim waren. Die Untersuchung wird auf Antrag einiger Staaten, darunter Pakistan, durchgeführt. Nach Angaben des Büros in England wurden von Juni 2004 bis September 2012 zwischen 2562 und 3225 Menschen durch Drohnenangriffe getötet. 474 bis 881 davon waren Zivilisten, darunter 176 Kinder.

    Emmerson betonte, dass einige Drohnenangriffe als Verbrechen eingestuft werden können. Dies betrifft unter anderem die so genannten Doppelangriffe. Gemeint sind Vorfälle, wenn nach dem ersten Angriff die Opfer und herbeigeeilte Helfer erneut beschossen werden.

    Wer von den mutmaßlichen Radikalen eliminiert werden soll, wird von der CIA und Obamas Sicherheitsberatern festgelegt. Die Sicherheitsbeamten spielen Richter und Henker. Westliche Menschenrechtler und die Behörden in Pakistan und Afghanistan fordern die Einstellung der Angriffe.

    Das Weiße Haus hat die Appelle offenbar erhört. Obamas Administration erstellt zurzeit einen Leitfaden für die Angriffe.

    Nach Angaben des „Daily Telegraph“ plant Washington vor dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan keinen Kurswechsel. Deswegen behält sich die CIA weiter freien Handlungsspielraum in Afghanistan und Pakistan vor.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren