12:49 21 Februar 2019
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    Schlacht um Stalingrad: Teuer bezahlter Sieg

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    Russland hat am Samstag den 70. Jahrestag des Sieges der sowjetischen Truppen in der Schlacht um Stalingrad gefeiert, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Russland hat am Samstag den 70. Jahrestag des Sieges der sowjetischen Truppen in der Schlacht um Stalingrad gefeiert, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Für den Sieg im Februar 1943 musste die russische Armee einen hohen Preis zahlen. Die Schlacht an der Wolga dauerte 200 Tage. Mehr als eine Million Menschen waren an den Kämpfen beteiligt. Hinzu kamen 10.000 Geschütze, fast 700 Panzer und 1200 Flugzeuge. Bei der Schlacht starben etwa 500.000 russische Soldaten und Offiziere.

    Russlands Präsident Wladimir Putin betonte in seiner Ansprache zum 70. Jahrestag des Sieges bei Stalingrad, dass die Schlacht ein Wendepunkt nicht nur im Großen Vaterländischen, sondern auch im Zweiten Weltkrieg gewesen sei. Von jenem Zeitpunkt an konnte der Feind keinen einzigen seiner strategischen Pläne mehr umsetzen. „Der Mut der Verteidiger war beispiellos, aber auch die Opfer waren kolossal – auf beiden Seiten“, sagte Putin. „Dies ist wohl das einzige Beispiel im gesamten Vaterländischen Krieg, wo die Verluste des Feindes noch größer waren, obwohl auch die Verluste auf unserer Seite schrecklich gewesen sind.“

    Putin erinnerte zudem daran, dass in vielen Ländern Europas Straßen, Plätze und eine U-Bahn-Station in Paris nach Stalingrad benannt wurden. „Stalingrad wird für immer ein Symbol der Einheit und der Unbesiegbarkeit unseres Volkes, ein Symbol des wahren Patriotismus, des größten Sieges des sowjetischen Befreiungssoldaten bleiben. Solange wir Russland, unserer Sprache, unserer Kultur, unseren Wurzeln und unserem nationalen Gedächtnis treu bleiben, ist Russland unbesiegbar“, sagte der russische Staatschef.

    Allerdings muss auch die Frage gestellt werden, warum sich die sowjetischen Truppen im zweiten Kriegsjahr einem solch verheerenden Gefecht stellen mussten. Wie kam es dazu, dass man fast den gesamten europäischen Teil Russlands – die Ukraine, das Weißrussland, die Krim, das Baltikum, die zentralen Gebiete Russlands – dem Feind preisgeben musste? Warum waren so große Opfer erforderlich, um den Ereignissen einen anderen Verlauf zu geben? Welche Lehren müssen gezogen werden, damit sich so eine Situation in der heutigen Zeit nicht wiederholt? Das sind leider keine rhetorischen Fragen.

    Sollten die Verbrechen und Fehler der Vorkriegsjahren, Säuberungen, die Repressalien der 1930er- Jahre, die Fehleinschätzungen der Behörden in Bezug auf den Zustand der Hitler-Armee, der fehlenden Kampftechnik in der sowjetischen Armee u.a. übersehen werden, dann kann man schlussfolgern, dass keine Lehren aus der Schlacht um Stalingrad gezogen wurden. Das betrifft nicht nur Russland, sondern auch die Weltgemeinschaft.

    Die Doppelmoral in der Politik, der Unwillen, Kontroversen beiseite zu schieben, sich gegen eine globale Gefahr (wie einst Hitler-Deutschland und heute der internationale Terrorismus und der religiöse Extremismus) zu verbünden – das sind die Gründe dafür, dass es auch weiter Verbrechen gegen die Menschheit gibt.

    Das ist wohl die wichtigste Lehre aus der Schlacht um Stalingrad.

     

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