13:01 26 September 2017
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    Zeit und FAZ schließen Moskauer Büros

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    Deutsche Zeitungen kehren Russland den Rücken, stellt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ fest.

    Deutsche Zeitungen kehren Russland den Rücken, stellt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ fest.

    Der russische Dienst der Deutschen Welle (DW) berichtete vor kurzem, dass „Die Zeit“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) Ende 2012 beschlossen haben, im kommenden Sommer ihre Moskauer Büros zu schließen. Die DW wies auf einen politischen Hintergrund dieser Entscheidung hin und zitierte den stellvertretenden „Zeit“-Chefredakteur Bernd Ulrich, der zuvor von einer Stagnation in Russland gesprochen hatte.

    Es ist kein Geheimnis, dass deutsche Zeitungen um ihre Existenz kämpfen. Am 7. Dezember 2012 wurde die Schließung der „Financial Times Deutschland“ und der „Frankfurter Rundschau“ bekannt gegeben. Das ist nicht nur auf das Aufkommen der Onlinemedien zurückzuführen, sondern auch auf die Wirtschaftskrise. Laut Ulrich muss das Korrespondentenbüro in Moskau aus Kostengründen dicht gemacht werden.

    Was steckt also hinter dieser Entscheidung: die horrenden Preise in Moskau oder ungenehme Themen bei der Berichterstattung aus Russland?

    DW zitierte mehrere „Zeit“-Journalisten, die der Ansicht sind, dass die jüngste Protestwelle keine Revolution auslösen werde, so dass das Land in den kommenden Jahren stagnieren werde.

    Natürlich ist die Themenauswahl eine schwierige Aufgabe, aber sie zeigt die Kompetenz des Journalisten. Die deutschen Medien sind weiterhin an Russland interessiert. Die größte deutsche Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ und die „Süddeutsche Zeitung“ planen in diesem Jahr große Spezialhefte über Russland. Außerdem ist Russland weiterhin eine politische und wirtschaftliche Großmacht. Nicht vergessen werden darf, dass „Die Zeit“ und das „Handelsblatt“ der Verlagsgruppe Holtzbrinck angehören. Es ist schwer zu sagen, was die Besitzer planen, indem sie ein Korrespondentenbüro schließen und das andere weiter arbeiten lassen.

    Im Unterschied zu russischen Journalisten sind ihre deutschen Kollegen auf bestimmte Ressorts spezialisiert. Deshalb lassen sich die jüngsten Entscheidungen außer banalen Spargründen wohl auch darauf zurückführen, dass politische Korrespondenten aus Russland abgezogen werden und Wirtschaftsexperten bleiben. Das Interesse der Deutschen an Russland ist weiterhin groß. Nur der Blickwinkel ändert sich etwas.

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