22:05 23 September 2017
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    Aeroflot klagt über Mängel bei Superjet-100

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    Sukhoi SuperJet 100 (39)
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    Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot hat Kritik an der Zuverlässigkeit des Sukhoi Superjet-100 (SSJ-100) geübt, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot hat Kritik an der Zuverlässigkeit des Sukhoi Superjet-100 (SSJ-100) geübt, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Das geht aus einem Bericht über die Flugsicherheit im Jahr 2012 hervor, der Ende Januar veröffentlicht wurde. Demnach ist die Zahl der Zwischenfälle an Bord der Aeroflot-Maschinen im vergangenen Jahr von 60 auf 95 gestiegen. Der Koeffizient der Flugsicherheit der Airline nach der SAFA-Klassifikation stieg von 0,61 auf 0,75.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die meisten Zwischenfälle hätten sich aufgrund von technischen Defekten (63 Prozent von der Gesamtzahl) ereignet, heißt es in dem Bericht. 25 Prozent entfallen auf äußere Einwirkungen wie Vögel in Triebwerken. Elf Prozent der Zwischenfälle lassen sich auf Fehler des Flugpersonals zurückführen. Nur ein Prozent der Zwischenfälle ereignete sich wegen Verstößen gegen die technischen Vorschriften bei Reparaturarbeiten.

    „Die meisten Zwischenfälle – insgesamt 24 – wurden bei den Flugzeugen des Typs RRJ-95B (so hieß der SSJ-100 bis 2006) registriert“, heißt es in dem Bericht. Das mache 40 Prozent der Gesamtzahl aus.

    Das ist die erste Analyse der Zuverlässigkeit des Superjets-100, den Aeroflot seit Sommer 2011 in der Flotte hat. Die Fluggesellschaft hat insgesamt 125 Flugzeuge, darunter 102 Airbus-Maschinen und zehn Superjets.

    Das Regionalflugzeug SSJ-100 ist für die Beförderung von 95 Personen über 3048 Kilometer (4578 Kilometer bei Maschinen mit erhöhter Flugweite) vorgesehen. Im Februar 2011 wurde das Modell vom Zwischenstaatlichen Luftfahrtkomitee (russ. Abk.: MAK) zertifiziert. Die ersten Besteller waren Aeroflot und die armenische Fluggesellschaft Armavia. Die Zivilsparte des Flugzeugbauers Sukhoi hat zurzeit insgesamt 174 Bestellungen aus verschiedenen Ländern.

    In dem Aeroflot-Bericht wurden nicht alle Zwischenfälle mit SSJ-100-Flugzeugen aufgezählt. Einige von ihnen sind allerdings allgemein bekannt. So wurde am 10. September 2012 ein Flug von Astrachan nach Moskau wegen eines möglichen technischen Defekts abgesagt: Als die Türen schon geschlossen waren, meldete das Alarmsystem undichte Stellen. Im Oktober 2012 musste ein SSJ-100 in Flughafen Begishevo (Nabereschnyje Tschelny) notlanden.

    „Es gibt gewisse Einwände gegen die SSJ-100, das ist aber bei jedem neuen Modell so“, sagte ein Aeroflot-Sprecher. „Das sind keine systematischen Mängel. Sie lassen sich beseitigen.“

    Der Sprecher der Sukhoi-Zivilsparte, Andrej Murawjow, versicherte, dass alle Mängel des Superjet-100, über die sich die Aeroflot beklagte, beseitigt worden seien. „Wir rechnen damit, dass Aeroflot in der nächsten Zeit 99 Prozent unserer Flugzeuge betreiben wird.“

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