00:33 24 Januar 2018
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    Affäre um Duma-Abgeordneten: Der Sündenfall des Moralpredigers

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    Wegen des Verdachts, Auslandsvermögen verheimlicht zu haben, hat der Abgeordnete der Kreml-Partei „Geeintes Russland“ Wladimir Pechtin sein Mandat in der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) niedergelegt, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Wegen des Verdachts, Auslandsvermögen verheimlicht zu haben, hat der Abgeordnete der Kreml-Partei „Geeintes Russland“ Wladimir Pechtin sein Mandat in der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) niedergelegt, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Enthüllungsblogger Alexej Nawalny hatte Pechtin vorgeworfen, undeklarierte Immobilien im US-Bundesstaat Florida zu besitzen. Zunächst behauptete der Parlamentarier, dass er „fast keine“ Immobilien im Ausland besitze. Als der Druck größer wurde, räumte er ein, dass die von Nawalny genannten Immobilien seinem Sohn gehören. Daraufhin veröffentlichte der Enthüllungsblogger weitere Dokumente, die Pechtins Aussagen widerlegen.

    Danach trat Pechtin als Vorsitzender der Duma-Kommission für Ethik zurück und bat den Aufsichtsausschuss seine Angaben über sein Vermögen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen.

    Am Mittwoch sagte Pechtin, dass es offenbar rechtliche Unklarheiten gebe und er nicht wolle, dass unbegründete Vorwürfe seine Partei belasten. Deshalb reise er in die USA, um die Situation zu klären, was wohl einige Monate in Anspruch nehmen werde.

    In seiner Partei und in der Staatsduma wurde Pechtin für seinen Schritt gelobt. Wie ein Parteikollege sagte, wird für ihn bereits ein passender Job gesucht.

    Laut einer Kreml-nahen Quelle kosteten mehrere Immobilienskandale Pechtin das Mandat. Im September forderte der Abgeordnete von „Gerechtes Russland“ Dmitri Gudkow, die Einnahmequellen für den Erwerb von acht Grundstücken in St. Petersburg mit einem Katasterwert von fast 1,8 Millionen Euro offenzulegen. Doch die dafür zuständige Duma-Kommission hatte damals keine Verstöße festgestellt.

    Aus dem Umfeld der Kreml-Administration heißt es, dass sechs weitere Abgeordnete von „Geeintes Russland“ aus ähnlichen Gründen ihre Mandate aufgeben könnten, darunter die sowjetische Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak und Andrej Issajew, der Immobilien in Deutschland besitzt. Wie Issajew betonte, besitzt seine Frau ein Hotel mit einem angeschlossenen orthodoxen Pilgerzentrum in Deutschland.