14:54 17 Dezember 2017
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    Opel kämpft ums Überleben

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    Die Adam Opel AG muss sich auf Druck des Mutterkonzerns General Motors einer Umstrukturierung unterziehen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die Adam Opel AG muss sich auf Druck des Mutterkonzerns General Motors einer Umstrukturierung unterziehen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die deutschen Autobauer haben nur einen Tag, um dem GM-Sanierungsplan zuzustimmen, sonst wird das Werk in Bochum, in dem jährlich 240 000 Fahrzeuge produziert werden, bereits 2014 geschlossen.

    Bei dem deutschen Autobauer, der wegen der Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren an die Amerikaner verkauft wurde, geht es wieder um die Existenz. In den vergangenen Jahren waren schon viele Rettungsversuche des Mutterkonzerns aus Detroit gescheitert: Die Tochterfirma ist und bleibt unrentabel.

    Die Schließung des Werks in Bochum ist bereits beschlossene Sache. Jetzt geht es nur noch um den Zeitpunkt und die Frage, was mit den 4000 Beschäftigten geschehen soll.

    GM zeigte sich bereit, die Produktion in Bochum bis 2016 zu verlängern und dort anschließend Zulieferteile herzustellen. Außerdem wurde vorgeschlagen, dass die Amerikaner eine Kampagne mitfinanzieren, um weitere Unternehmen ins Ruhrgebiet zu locken. Der Betriebsrat misstraut jedoch den Versprechen.

    Inzwischen wurde klar, dass die Umstrukturierung nicht nur das Bochumer Werk treffen wird. Bis zuletzt hoffte man, dass die Arbeitsplätze zum Teil erhalten bleiben würden, wenn dort Dieselmotoren gebaut würden. Jetzt soll die Produktion jedoch nach Ungarn verlagert werden. Noch mehr Empörung ruft die Absicht der Amerikaner hervor, das Werk in Rüsselsheim zu schließen, wo Opel vor 150 Jahren gegründet wurde und sich immer noch die Firmenzentrale befindet. 

    In Rüsselsheim sind derzeit 15 500 Opel-Mitarbeiter beschäftigt. Ein Drittel von ihnen arbeitet an Neuentwicklungen. Mehr als 700 droht die Entlassung. In diesem Fall würde die Auslastung im Werk im polnischen Gliwice wachsen.

    Nicht vergessen werden darf, dass die GM-Spitze vor wenigen Jahren Opel nicht an das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank verkaufen wollte, um die Russen am Zugriff auf technologisches Know-how zu hindern.

    Am 1. März beginnt der neue Vorstandschef der Adam Opel AG, Karl-Thomas Neumann, seine Arbeit. Bei seinem vorherigen Job als China-Chef des VW-Konzerns war er nicht besonders erfolgreich. In Detroit war man auf ihn jedoch noch als Vorstandschef der Continental AG aufmerksam geworden, die er in die schwarzen Zahlen brachte, nachdem er Tausende Mitarbeiter entlassen hatte. Es scheint so, als ob GM ihn jetzt mit derselben Aufgabe betraut.

     

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