07:59 15 Dezember 2018
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    Russland will Titan-U-Boote wiederbeleben

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    Die russische Marine will die Titan-U-Boote des Projektes 945 Barrakuda wieder einsetzen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Die russische Marine will die Titan-U-Boote des Projektes 945 Barrakuda wieder einsetzen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Die U-Boote aus Titan wurden in den 1980er-Jahren hergestellt, weil Magnetminen nicht an ihnen haften. Nach dem Zerfall der Sowjetunion musste der Bau der Titan-U-Boote wegen knapper Kassen jedoch eingestellt werden.

    Wie eine Quelle im Kommando der Seestreitkräfte verriet, war die Entscheidung über die Reanimierung der U-Boote des Typs Barrakuda im Januar bei einem Treffen mit Marine-Befehlshaber Viktor Tschirkow getroffen worden.

    „Das war kein spontaner Beschluss. Wir hatten alles kalkuliert und festgestellt, dass die Wiederherstellung der U-Boote günstiger als ihre Entsorgung wäre“, heißt es.

    Die russischen Seestreitkräfte verfügen zurzeit über vier Titan-U-Boote (exklusive mehrerer Mini-U-Boote für die Erforschung der Tiefsee): zwei U-Boote 945 Barrakuda und zwei modernisierte U-Boote 945A Kondor. Sie sind vor allem für den Kampf gegen Flugzeugträger und U-Boote geeignet und mit 650-Millimeter- und 533-Millimeter-Torpedos ausgerüstet. Im Unterschied zum Barrakuda-Modell kann die Kondor-Modifikation mit atomwaffenfähigen Marschflugkörpern bestückt werden und 50 Meter tiefer (bis 600 Meter) tauchen. Die U-Boote können auch Luftangriffe abwehren. Zu diesem Zweck sind sie mit Flugabwehrraketen des Typs Igla bewaffnet.

    Alle vier Titan-U-Boote gehören der Nordflotte. Eines davon befindet sich seit 1994 in einer Werft, wo es umgebaut werden soll. Diese Arbeiten wurden mehrmals verschoben und sollen im Sommer beginnen. Voraussichtlich werden sie zwei bis drei Jahre dauern. Weil die Zulieferer noch nicht endgültig bestimmt worden sind, könnten die Arbeiten sich jedoch in die Länge ziehen. Anschließend soll ein anderes U-Boot umgebaut werden.

    Obwohl die U-Boote etwa 30 Jahre alt seien, seien ihre Rümpfe „in  einem sehr guten Zustand“, sagte ein Sprecher der Werft. „Anders als bei Stahl ist die Korrosion für Titan ungefährlich“, betonte er.

    Alle U-Boote sollen mit neuen Sonar-Anlagen, Waffenlenksystemen, Radaren und dem Navigationssystem GLONASS ausgestattet werden. Zudem sollen sie Marschflugkörper abfeuern können.

    Militärexperte Dmitrij Boltenkow bezeichnete die Titan-U-Boote als „nationales Vermögen Russlands“. „Die Wiederherstellung der Gruppierung von Mehrzweck-Atom-U-Booten ist eines der wichtigsten Programme der russischen Flotte. Aber nur ein Drittel aller U-Boote ist in Betrieb, so dass die Wiederbelebung des Projektes 945 zweifelsohne eine gute Nachricht ist. Dank des Titanrumpfes können diese U-Boote bis zu 100 Jahre dienen“, so der Experte.

    Der frühere Hauptstabschef der Seestreitkräfte, Viktor Krawtschenko, ist allerdings anderer Meinung. „Dank moderner Stahlsorten können U-Boote genauso tief wie Titan-U-Boote tauchen. Deshalb sind sie den Stahl-U-Booten nicht mehr wie in den 1980er-Jahren überlegen. Meines Erachtens sollten besser neue leistungsstärkere U-Boote gebaut werden.“

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