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    Fall Magnitski: Ermittlungen gegen britischen Investor

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    Das russische Innenministerium bereitet gegen den Chef des Investmentfonds Hermitage Capital, William Browder, eine Klage wegen der illegalen Aneignung von Gazprom-Aktien vor, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

    Das russische Innenministerium bereitet gegen den Chef des Investmentfonds Hermitage Capital, William Browder, eine Klage wegen der illegalen Aneignung von Gazprom-Aktien vor, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

    Wie der Vertreter des Innenministeriums Michail Alexandrow sagte, hatte Browder unter Umgehung von gesetzlichen Einschränkungen und mit Hilfe von Tarnfirmen Gazprom-Aktien gekauft. 2005 wurde Browder die Einreise nach Russland verboten. Hermitage Capital hatte bis dahin rund vier Milliarden US-Dollar in Russland investiert. Sein Investmentfonds war zuletzt nach dem rätselhaften Tod des Hermitage-Juristen Sergej Magnitski in einem Moskauer Untersuchungsgefängnis in die Schlagzeilen geraten.

    1997 wurden die Gazprom-Beteiligungen für Ausländer auf neun Prozent begrenzt. 1999 wurde der Anteil auf 20 Prozent erhöht. Dadurch wurde die Gazprom-Aktien in lokale Aktien und die Depositary Shares (ADS) im Ausland aufgeteilt. Letztere wurden wegen des begrenzten Angebots für einen deutlich höheren Preis verkauft. Ausländische Investoren schafften es jedoch, über ein Netz von Firmen an Gazprom-Aktien zu kommen.

    Alexandrow zufolge hatte Browder 131 Millionen Gazprom-Aktien (0,55 Prozent) zu russischen Inlandspreisen gekauft. Der aus dem Preisunterschied entstandene Schaden wurde auf etwa 98 Millionen US-Dollar geschätzt.

    Finanzexperten zufolge hielt sich Hermitage Capital an die üblichen Praktiken bei solchen Geschäften. „Das tun alle – Troika Dialog, Deutsche Bank, Renaissance Capital…“, sagte damals der mittlerweile verstorbene Ökonom Boris Fjodorow.

    Die russischen Behörden wissen genau, dass Ausländer über mehr Gazprom-Anteile verfügen, als offiziell erlaubt ist.

    „Wir wissen, dass die Aktien auf dem Binnenmarkt nicht nur von russischen Aktionären, sondern auch von Ausländern durch so genannte „graue Schemas“ gekauft wurden. In diesem Fall entsteht ein deutliches Missverhältnis zwischen den Interessen der Investoren, die Aktien über sekundäre Finanzinstrumente rechtlich unbedenklich erworben und denjenigen, die die Aktien über Umwege für einen geringeren Preis gekauft haben“, hatte 2002 der damalige stellvertretende Kremlstabschef und Aufsichtsratsvorsitzende von Gazprom, Dmitri Medwedew, in einem „Wedomosti“-Interview gesagt. Die Regierung plane keine Strafen bei diesen Verfahren, weil sie für die entsprechenden Gesetzeslücken selbst verantwortlich sei, sagte Medwedew damals der „ New York Times“.

    Doch die Situation hat sich geändert. „Ob in diesem Fall ein Straftatbestand besteht, werden das Gericht und die Ermittlungen klären“, sagte die Sprecherin des heutigen Regierungschefs Dmitri Medwedew, Natalia Timakowa.

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