09:58 15 Dezember 2018
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    Lukaschenko verewigt Chávez in Weißrussland

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    Hugo Chávez ist tot (47)
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    Eine Straße in der weißrussischen Hauptstadt Minsk wird den Namen des kürzlich verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez tragen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Eine Straße in der weißrussischen Hauptstadt Minsk wird den Namen des kürzlich verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez tragen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    In der Minsker Stadtverwaltung wurde lange darüber diskutiert, welche Straße nach Chávez benannt werden könnte. Zunächst wurde erwogen, die Straße, in der sich die venezolanische Botschaft befindet, umzubenennen. Letztendlich wurde beschlossen, eine Straße in einem neuen Stadtviertel nach Chávez zu benennen, weil der „Comandante“ dort ein in Bau befindliches Wohnhaus besucht hatte.

    Damit ist Chávez nach Simón Bolívar der zweite Venezolaner, der in der weißrussischen Hauptstadt verewigt wird. Es gibt bereits einen Park, der nach dem venezolanischen Unabhängigkeitskämpfer benannt ist.

    Außerdem soll bis zum 28. Juli 2014 eine Büste von Chávez aufgestellt werden. An diesem Tag hätte er seinen 60. Geburtstag gefeiert.

    Präsident Alexander Lukaschenko hatte nach Chávez’ Tod eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Die Staatsflaggen wurden auf halbmast gesetzt. Die weißrussischen Fernseh- und Rundfunksender mussten Unterhaltungssendungen aus ihrem Programm streichen. In den sozialen Netzwerken wurde die Entscheidung Lukaschenkos, eine dreitägige Trauer anzusetzen, jedoch kritisiert, zumal der in Weißrussland populäre Frauentag davon betroffen war. Nach der Massenpanik in einer Minsker U-Bahn-Station vom 30. Mai 1999, in der 53 Menschen ums Leben kamen, wurde nur zwei Tage getrauert. Nach einem Terroranschlag in der Minsker U-Bahn im April 2011 dauerte die Trauer nur einen Tag. Nach dem Absturz des Flugzeugs mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an Bord am 10. April 2010 wurde in Weißrussland überhaupt nicht getrauert.

    Präsident Lukaschenko war extra nach Caracas gereist, um der Beerdigung Chávez’ beizuwohnen. Zunächst sollten nur der Vorsitzende der weißrussisch-venezolanischen Kooperationskommission, Viktor Schejman, und der Erste Vizepremier Wladimir Semaschko nach Venezuela reisen. Nachdem Minsk und Caracas jedoch die notwendigen Sicherheitsfragen geregelt hatten, folgte ihnen Lukaschenko mit seinem Sohn Nikolai.

    Lukaschenkos Aktivitäten nach Chávez’ Ableben sind verständlich: Unter Chávez erlebten die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern einen Aufschwung. 2007 wurde im venezolanischen Bundesstaat Anzoátegui ein gemeinsames Ölunternehmen gegründet. Außerdem wurden Lieferungen von weißrussischen Lastwagen und Traktoren nach Venezuela vereinbart. Minsker Bauarbeiter stampfen in vielen venezolanischen Städten ganze Stadtviertel aus dem Boden.

    Chávez hatte Weißrussland fünf Mal besucht (zum letzten Mal im Oktober 2010), Lukaschenko war drei Mal nach Venezuela gereist.

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