20:45 22 August 2017
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    Schweden: Von Moskau vergessener Spion schießt auf Pfleger

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    Der einst wegen Spionage für die Sowjetunion verurteilte Beamte des schwedischen Nachrichtendienstes Stig Bergling ist erneut in die Schlagzeilen geraten, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Der einst wegen Spionage für die Sowjetunion verurteilte Beamte des schwedischen Nachrichtendienstes Stig Bergling ist erneut in die Schlagzeilen geraten, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    In der vergangenen Woche schoss der 76-jährige Schwede mit einer Gummigeschosspistole auf einen Pfleger seines Altersheims. Eine Plastikkugel traf den Mann ins Gesicht. Der frühere sowjetische Agent muss sich jetzt wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten.

    Bergling wurde 1973 während seines Einsatzes für die internationalen Friedenstruppen im Libanon angeworben. Die an die Sowjetunion übermittelten Informationen waren offenbar so wertvoll, dass er zum Oberst des Auslandsnachritendienstes GRU befördert wurde. Nach seiner Enttarnung wurde Bergling 1979 in Schweden zu lebenslanger Haft verurteilt.

    1987 floh Bergling während eines Ausgangs mit seiner Frau über Finnland in die Sowjetunion. Zunächst lebte das Paar in Moskau, danach in Ungarn und in der DDR und später im Libanon. 1994 kehrte er nach Schweden zurück, weil seine an Krebs erkrankte Frau sich dort behandeln lassen wollte. Nach zweieinhalb Jahren Haft wurde Bergling freigelassen. Seine Frau starb, seine Verwandten wendeten sich von ihm ab. Die letzten Jahre verbrachte der psychisch erkrankte Bergling in einem Stockholmer Seniorenheim.

    In Schweden wurde Bergling als Verräter betrachtet, in Moskau war er in Vergessenheit geraten.

    Vor einigen Jahren schrieb Bergling einen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, in dem er um Hilfe bat. Doch sein verzweifeltes Bittschreiben wurde nicht erhört.

     

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