04:26 16 Dezember 2017
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    Russland rüstet U-Boote mit Hochpräzisionswaffen auf

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    Neue Waffen für russische Armee (669)
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    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat die Aufrüstung von U-Booten mit Hochpräzisionswaffen angekündigt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat die Aufrüstung von U-Booten mit Hochpräzisionswaffen angekündigt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Wie Schoigu gestern bei einem Besuch auf dem Stützpunkt der Pazifikflotte in Wiljutschinsk auf Kamtschatka sagte, werden die im Fernen Osten stationierten U-Boote mit hochpräzisen Waffen ausgerüstet. Experten vermuten, dass es sich dabei um „Kalibr“-Marschflugkörper handelt, die eine Reichweite von 2500 Kilometer haben. Diese Raketen können im Tauchgang auf Ziele auf dem Festland und über Wasser abgefeuert werden. Laut früheren Medienberichten wurden diese Raketen im November 2012 im Weißen Meer getestet. Wie es heißt, könnten die Mehrzweck-Atom-U-Boote des Projektes 885 Jasen und die strategischen Raketenkreuzer des Projektes 955 Borej mit „Kalibr“-Geschossen ausgerüstet werden. Der Befehlshaber der russischen Seestreitkräfte, Admiral Viktor Tschirkow, hatte im Januar davon gesprochen, dass das U-Boot „Juri Dolgoruki“ (Projekt Borej) neben den Interkontinentalraketen Bulawa auch mit Marschflugkörpern großer Reichweite bestückt werden könnte.

    Der Chefredakteur der Militärzeitschrift „Export wooruschenij“ („Rüstungsexport“), Andrej Frolow, geht ebenfalls davon aus, dass es sich höchstwahrscheinlich um „Kalibr“-Raketen handelt. Zudem schloss der Militärexperte nicht aus, dass einige neuere Diesel-U-Boote und alle Mehrzweck-Atom-U-Boote des Projektes 971 (gebaut in den 1980er- und 1990er-Jahren) damit bewaffnet werden. Mehrere dieser Schiffe werden zurzeit in einer Werft in Wiljutschinsk generalüberholt.

    Wie Konstantin Siwkow, früherer Militärstratege beim russischen Generalstab, sagte, sind „Kalibr“-Raketen „eine hochpräzise Waffe, deren Abweichung vom Ziel bei Schüssen aus mehreren Tausend Kilometern zwischen zwei und zehn Metern liegt“. Die technischen Daten dieser Flugkörper seien mit denen der seegestützten „Tomahawk“-Raketen (USA) vergleichbar. 1999 hätten die USA Industrieobjekte im damaligen Jugoslawien mit „Tomahawks“ beschossen, so der Militärexperte. Außerdem seien diese Raketen bei den Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan eingesetzt worden.

    Die Wirkung einer „Kalibr“-Rakete ist mit zehn auf Hiroshima im Jahr 1945 abgeworfenen Atombomben vergleichbar.

     

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