16:35 26 April 2019
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    Tscheljabinsk-Meteorit: Geheimtest mit Überschallrakete?

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    Meteoriteneinschlag im Ural (61)
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    Vor fast zwei Monaten ist über dem Gebiet Ural ein Himmelskörper abgestürzt, der zunächst als Bolide und später als Meteorit bezeichnet wurde, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Vor fast zwei Monaten ist über dem Gebiet Ural ein Himmelskörper abgestürzt, der zunächst als Bolide und später als Meteorit bezeichnet wurde, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der Himmelskörper wurde von der internationalen Meteoritengesellschaft mit dem Namen „Tscheljabinsk“ registriert. Er stürzte mit einem grellen Blitz, einer starken Explosionswelle und einem schneeweißen Streifen ab, der eher für Flugzeuge typisch ist.

    „Meteoriten-Forscher geben zwar zu, dass das Phänomen von Tscheljabinsk untypisch ist, weigern sich jedoch, konkrete Fragen zu beantworten. Deshalb haben wir eine eigene Version des Geschehenen erstellt“, so die Zeitung.

    Die allererste Frage hängt mit dem ungewöhnlichen weißen Streif des Meteoriten zusammen. Dabei handelt es sich um Dampf, der sofort gefriert und als Schneestaub in der Luft schwebt. Dies gibt laut der „Nesawissimaja Gaseta“ Hinweis darauf, dass es in Wahrheit ein Test eines Prototyps einer russischen Überschallrakete gewesen sein könnte.

    „Am frühen Morgen des 15. Februar stieg ein Langstreckenbomber des Typs Tu-160 in die Luft, der mit dem Prototyp einer Überschallrakete ausgerüstet war. In einer Höhe von 15 bis 20 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von 20.000 km/h wurde die Trägerrakete abgefeuert. Danach trennte sich eine Zündstufe der Testrakete ab. Einige Minuten später sollte die Überschallrakete ins Weiße Meer fallen. Das ist das einzige Gebiet, in dem die ganze Flugbahn der Rakete von den Radaren verfolgt werden kann. Deswegen flog die Rakete auch über einem dicht besiedelten Gebiet“, heißt es in dem Artikel.

    Die Rakete sei jedoch plötzlich in den Sturzflug geraten. In einer Höhe von 92 Kilometern drang sie in die Atmosphäre ein, flog fast parallel zum Boden und zog eine weiße Spur hinter sich, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“.

    Die weiße Spur wurde von Autofahrern mit der Kamera aufgenommen. Auf den Videos ist zu sehen, dass es eine Doppelspur gab. Dies waren offenbar die Spuren der beiden Raketenantriebe, so die Experten der Zeitung. Die Geschwindigkeit des Flugobjekts habe neun bis 17 km/s betragen. Meteoriten haben gewöhnlich eine Geschwindigkeit von 25 bis 30 km/s.

    „Bereits am Tag nach dem Absturz des Himmelkörpers wurde offiziell mitgeteilt, dass keine Splitter gefunden wurden und die Suche gestoppt wird. Das kann nur bedeuten: die russischen Sicherheitsbehörden haben bereits alle Reste der Rakete gefunden.“

    Doch weil die Milliarden-Schäden bezahlt werden müssen, waren dringend Beweise in Form von Meteoritensplittern erforderlich, berichtet die Zeitung weiter. „Dann wurden in einem Eisloch des Tschebarkul-Sees die Splitter eines Meteoriten gefunden. So wurde die Informationskampagne über den Meteoriten gestartet.“

    Die nächsten Starts der russischen Prototypen werden wohl in dünn besiedelten Gebieten stattfinden und nicht so großes Aufsehen erregen, heißt es abschließend.

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