14:15 11 Dezember 2017
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    Schieferöl-Boom: USA bald Ölmacht Nummer eins?

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    Die USA bauen ihre Ölförderung weiter aus, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Die USA bauen ihre Ölförderung weiter aus, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Nach den entdeckten Schieferölvorkommen in North Dakota, Ohio und Pennsylvania rechnen Experten damit, dass die Vereinigten Staaten in absehbarer Zeit nicht nur den eigenen Ölbedarf decken, sondern das „flüssige Gold“ auch ins Ausland verkaufen könnten.

    Dem Experten Daniel Yergin zufolge könnten die bisher auf  Öllieferungen angewiesenen USA in Zukunft eine wichtige Rolle als Ölexporteur spielen.

    Die USA fördern dabei freilich nicht herkömmliches Öl, wie es in Russland oder den arabischen Ländern gewonnen wird, sondern Schieferöl, das unter anderem im Gebirge vorkommt. In den vergangenen Jahren wurde in schwer zugänglichen Gebieten in den Rocky Mountains nach Schieferöl gesucht. Das Öl befindet sich dort in einen halben Kilometer tiefen Gesteinsschichten. Deshalb wurden die Bohrarbeiten zunächst in der senkrechten und dann in der waagerechten Richtung geführt. Auf diese Weise wurden Schritt für Schritt die Grenzen des Vorkommens ausgelotet, das den Namen Bakken-Formation bekam. Experten zufolge befinden sich dort etwa 169 Milliarden Barrel Rohöl. Mittlerweile stehen dort 350 Bohranlagen, die jeden Tag 800 000 Barrel Öl fördern.

    Der US-Senator von Alaska, Mark Begich, teilte mit, dass ein weiteres riesiges Vorkommen in der Beaufortsee mit mehreren Milliarden Barrel Öl erschlossen werde.

    Anfang Januar hatte die Ölförderung in den USA erstmals seit 20 Jahren sieben Millionen Barrel pro Tag erreicht – im Vorjahresvergleich ein Wachstum von 19,8 Prozent. Laut dem World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur könnten die USA in den kommenden zehn Jahren zum führenden Ölförderer aufsteigen und mehrere OPEC-Länder wie Russland und Saudi Arabien hinter sich lassen. Ob diese Prognosen realistisch sind, wird sich erst später zeigen. Die Schieferölförderung ist enorm kompliziert und mit großen Kosten verbunden. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass die USA am Ende bedeutend weniger Öl fördern als die Rocky Mountains enthalten

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