21:28 18 Dezember 2017
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    Russland-USA: Abrüstung kommt nur schleppend voran

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    Das vor drei Jahren mit Russland geschlossene Nachfolgeabkommen zum Start-Vertrag könnte US-Außenamtschef John Kerry zufolge als Grundlage für den weiteren Abbau von Kernwaffen dienen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Das vor drei Jahren mit Russland geschlossene Nachfolgeabkommen zum Start-Vertrag könnte US-Außenamtschef John Kerry zufolge als Grundlage für den weiteren Abbau von Kernwaffen dienen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    US-Experten sind weniger euphorisch, wenn es darum geht, eine Zwischenbilanz über die Umsetzung des Abrüstungsabkommen zu ziehen: Sowohl die USA als auch Russland haben nur 203 Gefechtsköpfe reduziert. Russland steigert indes die Zahl der Atomwaffenträger, während die USA  bei der Zahl der stationierten Träger weiterhin deutlich überlegen sind.

    „Ungeachtet der panischen Äußerungen der Gegner dieses Vertrags, funktioniert er wie eine Uhr“, schrieb Kerry in der Zeitschrift „Foreign Policy“. Bislang seien 78 Atomobjekte in beiden Ländern inspiziert und etwa 4000 Mal über die Zahl, den Standort und die Bewegung der Munition berichtet worden.

    Der Start-Vertrag wurde am 8. April 2010 in Prag unterzeichnet. Das Dokument wurde vom US-Senat erst acht Monate später ratifiziert und trat 2011 in Kraft. Auf Forderung der Republikaner wurde eine zusätzliche Resolution angenommen, die die Pläne zum Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems nicht einschränkt. Das bis 2018 laufende Abrüstungsabkommen sieht die Reduzierung der nuklearen Gefechtsköpfe auf 1550 sowie der Interkontinentalraketen, der U-Boot-gestützten Raketen und schweren Bomber auf 700 vor.

    US-Chefdiplomat Kerry will sogar über die weitere Kürzung der Waffenarsenale, darunter der taktischen Atomwaffen, verhandeln. „Wir arbeiten weiterhin auf dieses Ziel hin, beraten uns mit dem Kongress, sprechen mit den Verbündeten und beziehen Russland in die künftigen Verhandlungen aktiv ein“, sagte Kerry.

    Viele  Experten äußern jedoch Kritik an der Umsetzung des Abrüstungsabkommens. Ihnen zufolge hat das US-Außenministerium in seinem Zwischenbericht nicht die eingelagerten Sprengköpfe berücksichtigt. Die USA  haben 1654 Sprengköpfe und 792 ballistische boden- und seegestützte Raketen sowie schwere Bomber eingemottet, sie sind aber jederzeit reaktivierbar. Bei Russland liegen diese Zahlen bei 1480 und 492 Stück.

    „Die Abrüstung in den vergangenen Jahren ist nicht beeindruckend“, sagte Hans Kristensen von der Federation of American Scientists. „Seit Februar 2011 haben beide Atommächte, deren gesamtes Waffenarsenal fast 10.000 Gefechtsköpfe ausmacht, nur 203 Gefechtsköpfe reduziert“, so der Experte.

     

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