14:53 21 November 2017
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    Umfrage: Russen halten NGOs für überflüssig

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    NGO-Gesetz (80)
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    Die Mehrheit der Russen ist der Ansicht, dass Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in ihrem Land keine ausländischen Hilfsgelder beziehen dürfen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Die Mehrheit der Russen ist der Ansicht, dass Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in ihrem Land keine ausländischen Hilfsgelder beziehen dürfen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum vom 19. bis 22. April sind 66 Prozent der Befragten der Meinung, dass NGOs kein Geld aus dem Ausland bekommen dürfen. 20 Prozent sind gegenteiliger Meinung. 53 Prozent sprachen sich für verschärfte Maßnahmen gegen NGOs aus, die aus dem Ausland finanziert werden und sich nicht als „ausländische Agenten“ registrieren lassen.

    Für 44 Prozent der Befragten ist es wichtig, ob die Organisationen von Russland oder aus dem Ausland finanziert werden. 62 Prozent glauben, dass westliche Organisationen mittels Hilfsgeldern die russische Politik beeinflussen wollen. 19 Prozent behaupten, dass mit der Finanzhilfe der russische Staat bekämpft wird.

    Deutlich weniger Russen (7,5 Prozent) glauben der Version der Geldgeber und der NGOs selbst, das die Fördermittel vergeben werden, um die Zivilgesellschaft zu unterstützen, oder dass sie überhaupt ohne besondere Ziele wie auch an NGOs anderer Länder im Rahmen von internationalen Standardprogrammen  vergeben werden (12%).

    52 Prozent der Befragten wissen nichts von den jüngsten Durchsuchungen bei NGOs. 39 Prozent haben davon gehört. Den Umfrageteilnehmern zufolge stecken dahinter politische Motive. 16 Prozent zufolge wollen die Behörden das Land von „ausländische Agenten“ befreien. Zwölf Prozent sind der Ansicht, dass politische Konkurrenten zum Schweigen gebracht werden sollen. Sieben Prozent behaupten, dass die Opponenten öffentlich an den Pranger gestellt werden.

    Zugleich sind 17 Prozent der Meinung, dass die Razzien bei den NGOs von den Medien als Thema künstlich aufgebauscht wurden.

    Laut dem stellvertretenden Direktor des Lewada-Zentrum, Alexej Graschdankin, nahm das Massenbewusstsein in Russland seinen Anfang in den 1920er-Jahren, als den Sowjet-Bürgern suggeriert wurde, dass das Land von Feinden umzingelt sei. In den vergangenen zehn Jahren entstand erneut die Meinung, dass Ideen aus dem Ausland eine Gefahr für das Land sind.

    Die Situation sei für die NGOs unerfreulich, so Graschdankin. Die Russen glauben nicht daran, dass die Hilfen einem uneigennützigen Zweck dienen. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Ansicht, dass die NGOs nutzlos sind.

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