14:03 24 September 2017
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    Progress vs. Dragon: Russland verliert Monopol auf ISS-Versorgung

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    Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der privaten Dragon-Raumschiffe ist die Nachfrage nach den russischen Progress-Raumfrachtern deutlich zurückgegangen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der privaten Dragon-Raumschiffe ist die Nachfrage nach den russischen Progress-Raumfrachtern deutlich zurückgegangen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    „Seit Oktober 2012 kann die Nasa mit Hilfe des Raumschiffs Dragon der Firma SpaceX selbstständig Güter zur Internationalen Raumstation ISS befördern und auch von der Raumstation zurückbringen. Deswegen hat die Nachfrage nach dem Raumtransporter Progress auf dem internationalen Markt deutlich nachgelassen“, heißt es in einem Bericht des russischen Raketenbauers Energija für das erste Quartal 2013.

    Energija-Chef Witali Lopota zufolge sind die Produktionsaufträge für den Progress-Transporter um ein Drittel eingebrochen. Nach dem Ende des US-amerikanischen Space-Shuttle-Programms wurde die Produktion nach Absprache mit den ISS-Partnern auf vier bemannte Sojus-Schiffe und sechs Progress-Raumfrachter im Jahr ausgeweitet. Jetzt sei der Auftrag auf fünf Progress-Transporter im Jahr gekürzt worden, später würden es nur noch vier sein, sagte Lopota.

    Quellen zufolge liegt der Exportpreis für einen Progress-Frachter bei rund 60 Millionen Dollar. Damit leistet Russland seinen Beitrag zur ISS-Versorgung. Der Raketenbauer Energija bekommt dafür weniger Geld.

    Mit dem Cygnus-Raumschiff von der Orbital Sciences Corporation bekommen die russischen Raumfrachter in Zukunft einen weiteren Konkurrenten. Cygnus wurde für dasselbe Nasa-Programm COTS (Commercial Orbital Transportation Services) wie Dragon entwickelt und soll demnächst seinen Vorführungsflug absolvieren.

    Bei den bemannten Flügen kann Russland dank den Sojus-Raumschiffen seine Monopolstellung bis 2017 halten. Wie es danach aussehen wird, ist schwer einzuschätzen.

    „Die ziemlich erfolgreichen Dragon-Flüge haben ein neues Kapitel in der bemannten Raumfahrt aufgeschlagen. Die NASA setzt große Hoffnung in dieses Raumschiff. Laut dem Vertrag zwischen der Nasa und SpaceX im Wert von 1,6 Milliarden Dollar sollen diese Schiffe bis 2017 Güter und anschließend Astronauten zur ISS bringen. In diesem Fall werden Russland und der Raketenbauer Energija ihr Monopol auf bemannte Flüge verlieren“, heißt es in dem Bericht des russische Raumfahrtunternehmens.

    SpaceX plant bis 2017 eine bemannte Version des Dragon-Raumschiffes. Die Russen wollen ihr neues bemanntes PTK-Raumschiff im Jahr 2020 in Betrieb nehmen.

    Laut Dmitri Paison vom russischen Innovationszentrum Skolkovo ist das zerfallende Monopol des Raketenbauers Energija ein folgerichtiger Vorgang. Es gehe nicht um die Marktstellung des Unternehmens. Die Zahl der Aufträge hänge von den Verpflichtungen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos gegenüber der NASA ab. Energija sei allem Anschein nach dazu bereit und diversifiziere seine Auftragsmappe, so der Experte.

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