22:01 26 September 2017
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    Kooperation mit Jordanien: Russland hofft auf Riesengeschäfte in Golfregion

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    In Jordanien ist eine neue Rüstungsfabrik eröffnet worden, in der die von russischen Spezialisten entwickelten Panzerbüchsen RPG-32 hergestellt werden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    In Jordanien ist eine neue Rüstungsfabrik eröffnet worden, in der die von russischen Spezialisten entwickelten Panzerbüchsen RPG-32 hergestellt werden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Im Laufe eines Jahres sollen bis zu 20 000 Granatwerfer hergestellt werden. Die Produktionsleistung soll in den kommenden Jahren auf 60 000 gesteigert werden. Laut dem Vertrag wird der russische Waffenexporteur Rosoboronexport 80 Prozent der Zulieferteile für die Panzerbüchsen bereitstellen und Qualitätskontrollen vornehmen. Wie der Leiter des Konzerns Rostech (Mutterkonzern von Rosoboronexport), Sergej Tschemesow, sagte, wächst das Interesse der Jordanier für russische Militärtechnik. Geplant sei auch die gemeinsame Produktion von Kalaschnikow-Maschinenpistolen. Jordanien sei aber „ein armes Land“ und habe deshalb keine Möglichkeiten zum Kauf von großen Waffenpartien.

    Selbst den Bau des ersten Rüstungswerkes musste Russland mit einem Kredit finanzieren. Dafür darf es mitentscheiden, an wen die Panzerbüchsen verkauft werden. Russland ist mit mindestens 80 Prozent an den Verkäufen beteiligt. Nach einer gewissen Zeit wollen die Jordanier die Waffen komplett in Eigenregie bauen, doch Experten rechnen damit, dass bis dahin noch viele Jahre vergehen werden. „Wir sind am Absatz unserer Waffen interessiert und werden gemeinsam nach Käufern suchen“, sagte Tschemesow. Der jordanische König habe gute Beziehungen zu den Nachbarstaaten und anderen arabischen Ländern und könne deshalb einige Deals anbahnen.

    Der Deal mit Jordanien ist kein übliches Joint Venture: Damit eröffnen sich für Moskau große Perspektiven auf dem Rüstungsmarkt in der Golfregion. Als Abnehmer kommt dabei vor allem Saudi-Arabien in Frage, mit dem die Waffengeschäfte bislang nicht so gut liefen. Zudem schloss Tschemesow nicht aus, dass auch Syrien mit russischen Rüstungen beliefert werden könnte. Dabei rechne er nicht damit, dass diese Waffen in die Hände von Terroristen fallen. „Russland kontrolliert, wer der endgültige Empfänger der Erzeugnisse ist und wie sie anschließend genutzt werden“, betonte der Rostech-Chef.

    Die von „Kommersant“ befragten Militärexperten befürchten jedoch, dass Russland nicht in der Lage ist, den Waffenhandel in der Golfregion zu kontrollieren. Die Waffen könnten bei radikalen Islamisten landen, zumal die arabischen Monarchien die wichtigsten Waffenversorger der syrischen Opposition sind.

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