02:28 23 September 2017
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    Verwirrung um Waffendeal: Russische Raketen angeblich schon in Syrien

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    Syrien hat nach Angaben von Präsident Baschar al-Assad eine Lieferung von russischen Flugabwehrraketen des Typs S-300 erhalten, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Syrien hat nach Angaben von Präsident Baschar al-Assad eine Lieferung von russischen Flugabwehrraketen des Typs S-300 erhalten, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Die Zeitung „Al-Akhbar“ hat Auszüge aus Assads Interview mit einem Sender der libanesischen Hisbollah-Bewegung veröffentlicht, in dem der syrische Präsident zu verstehen gibt, dass Syrien die russischen Raketen bereits bekommen habe.

    Zuvor hatten USA und Israel Moskau dazu aufgerufen, die Waffenlieferungen an Syrien zu stoppen. Israels Premier Benjamin Netanjahu traf sich sogar mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, um dieses Thema zu besprechen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte mehrmals, dass die Waffenlieferungen an Syrien gemäß zuvor geschlossenen Verträgen erfolgen, darunter die Lieferungen von Flugabwehrsystemen, die ausschließlich zur Selbstverteidigung eingesetzt werden können.

    Der Sprecher des russischen Waffenexporteurs Rosoboronexport Wjatscheslaw Dawidenko, nahm am Donnerstag keine Stellung zu diesem Thema.

    Wie ein russischer Rüstungsmanager verriet, sind die Flugabwehrsysteme noch nicht geliefert worden. Der Lieferung der Flugabwehrsysteme S-300PMU-2 im Wert von etwa einer Milliarde Dollar sei bereits 2010 vereinbart worden, ein Jahr später brach der Bürgerkrieg in Syrien aus. Sollten die USA und Israel Luftangriffe in Syrien fliegen, könnten selbst die russischen Flugabwehrraketen kaum etwas ausrichten.

    Moskau will die Waffenverträge mit Syrien erfüllen, weil sein Ruf als zuverlässiger Lieferant auf dem Spiel steht. 2011 hatte Russland freiwillig auf die Lieferung von S-300-Raketen an den Iran verzichtet und dem Waffenembargo gegen Libyen zugestimmt.

    Die „Washington Post“ veröffentlichte am Mittwoch ein Schreiben des syrischen Verteidigungsministeriums an Rosoboronexport-Chef Anatoli Issajkin. In dem Schreiben wurde gebeten, die Preise für Maschinenpistolen, Maschinengewehre, Granatwerfer, Munition und Anti-Scharfschützen-Systeme zu nennen. In Moskau wird die Echtheit des Schreibens jedoch stark angezweifelt.

    Nach den Worten des russischen Waffenexperten Konstantin Makijenko handelt es sich bei diesen durchgesickerten Informationen um den Versuch, die von der EU beschlossenen Waffenlieferungen an syrische Oppositionelle zu rechtfertigen. Davon solle sich Moskau nicht einschüchtern lassen und die geplanten Lieferungen, bei denen es sich um leichte und Schusswaffen handle, an Damaskus erfüllen. Zudem bräuchten die Syrier noch Benzin, aber keine teuren S-300-Raketen, sagte Makijenko.

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