20:56 15 Juli 2020
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    Experte: Erdogan weicht nicht zurück

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    Proteste in der Türkei (17)
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    Seit Wochen brodelt es in der Türkei. Tausende Protestierende fordern den Rücktritt von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, der aber keinen Deut zurückweichen will. In einem Interview für die Zeitung „Nowyje Iswestija“ sprach der Präsident des Nahost-Forschungsinstituts in Moskau, Jewgeni Satanowski, über die Zukunft der Türkei.

    Seit Wochen brodelt es in der Türkei. Tausende Protestierende fordern den Rücktritt von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, der aber keinen Deut zurückweichen will. In einem Interview für die Zeitung „Nowyje Iswestija“ sprach der Präsident des Nahost-Forschungsinstituts in Moskau, Jewgeni Satanowski, über die Zukunft der Türkei.

    Erdogan akzeptiere keine Zugeständnisse an seine Gegner. Eine andere Frage sei allerdings, wie die regierende Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (türkische Abkürzung: AKP) die jüngsten Ereignisse bewerten wird. Die AKP werde von den Protestierenden vorerst nicht „angerührt“. Auffällig ist auch, dass die Opponenten der AKP außer der Republikanischen Volkspartei die Massenproteste verurteilt haben.

    Satanowski schließt nicht aus, dass es in der AKP zu einer Umverteilung der Kräfte kommt. Die von Erdogan geplante Verfassungsänderung, mit der er die Türkei in eine Präsidialrepublik verwandeln wolle, könne ausgebremst werden. Die Unruhen könnten zur Folge haben, dass die Siegeschancen für Erdogans jetzige Mitstreiter und spätere Konkurrenten bei der Präsidentschaftswahl steigen. Einer von ihnen könnte Vizepremier Bülent Arinc sein: Er war auf die Protestierenden zugegangen und hatte sie zu Besonnenheit aufgefordert.

    Dem Nahost-Experten zufolge könnte Erdogan vor die Tatsache gestellt werden, dass sich die Massenproteste auf die gesamte Türkei ausweiten und aus der EU und den USA scharfe Kritik wegen der gewaltsamen Niederschlagung der Protestaktionen erfolgt. Deshalb schloss Satanowski indirekte Zugeständnisse seitens Erdogans nicht aus.

    Die Amerikaner und Europäer hätten viel schärfer auf die Krawalle auf dem Taksim-Platz in Istanbul reagieren können. Aber die Türkei ist Nato-Mitglied, das eine äußerst wichtige Rolle im Nahen Osten und in Zentralasien spielt. Von Ankara hängt großenteils die Entwicklung der Situation in Syrien und auch im Iran ab, so der Experte.

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