09:11 20 Juni 2019
SNA Radio
    Zeitungen

    Russland besänftigt Iran mit anderen Raketen

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    0 02

    Russland versucht mit dem Iran eine außergerichtliche Einigung im Streit um die geplatzte Lieferung von S-300-Abwehrraketen zu erzielen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Russland versucht mit dem Iran eine außergerichtliche Einigung im Streit um die geplatzte Lieferung von S-300-Abwehrraketen zu erzielen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Als Alternative erwägt Moskau die Lieferung von Antej-2500-Systemen, die nicht unter das Waffenhandelsverbot mit dem Iran fallen, das vom damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew angeordnet worden war. Experten zufolge könnten die iranischen Behörden dem Kompromissangebot aus Moskau zustimmen. Zudem sollen der russische Präsident Wladimir Putin und sein iranischer Amtskollege das Thema bei ihrem Treffen am 1. Juli besprechen.

    Die Antej-2500-Systeme sind eine modifizierte Version des Langstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffensystem S-300W. „Wenn die iranischen Kollegen unser Angebot annehmen, kann Russlands Position als zuverlässiger Partner im militärtechnischen Bereich gesichert werden“, hieß es aus der Umgebung des russischen Waffenexporteurs Rosoboronexport. „Der Iran wird alle Voraussetzungen haben, um die Klage zurückzunehmen und diesen Streit zu beenden“, sagte die Quelle. Der russische Waffenexporteur nahm offiziell keine Stellung zu dem Thema.

    Eine Aufhebung des von Dmitri Medwedew 2010 unterzeichneten Erlasses bezüglich Lieferung der S-300-Komplexe wird nicht erörtert, sagte eine Quelle im  Kreml. Es gehe nur um die Lieferung von Komplexen an den Iran, die nicht vom Erlass verboten seien, hieß es weiter.

    Der Vertrag zur Lieferung von fünf Partien der S-300-Raketensysteme im Wert von rund 800 Millionen Dollar wurde 2007 unterzeichnet. Drei Jahre später verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die ein Waffenembargo gegen den Iran vorsah. Im September 2010 ordnete der damalige Präsident Medwedew an, keine Waffen an den Iran zu liefern. Der geplante Raketen-Deal mit den Iranern kam deshalb nicht zustande.

    Irans Verteidigungsministerium und die iranische Aerospace Industries Organization verklagten daraufhin Rosoboronexport beim Internationalen Schiedsgericht in Genf auf vier Milliarden Dollar (inklusive Bußgelder). Als Kompromiss schlug Moskau die Lieferung der Flugabwehrsysteme Tor-M1E vor. Doch Teheran lehnte ab.

    Moskaus neues Angebot scheint den Iranern zu gefallen. „Es entspricht Teherans Interessen und Ansprüchen“, sagte der russische Politologe Wladimir Jewsejew. „Bei den Antej-2500-Komplexen handelt es sich nicht um Luftabwehr-, sondern in erster Linie um Raketenabwehrsysteme. Sollte Israel einen Krieg beginnen, erfolgt der Erstschlag mit Raketen. Mit dem Antej-2500-System kann der Iran seine Verteidigung stärken“, sagte er.

    Formell widerspreche die Lieferung der Antej-2500-Raketen nicht dem Präsidentenerlass von 2010 doch die USA und Israel würden dagegen aufbegehren, so Jewsejew.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren