19:00 25 September 2017
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    Tödliche Gefechte: Syrien-Konflikt dehnt sich auf den Libanon aus

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    Der Syrien-Konflikt hat die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Libanon verschärft, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Der Syrien-Konflikt hat die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Libanon verschärft, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die schiitische Hisbollah-Bewegung aus dem Libanon kämpft auf Seiten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

    Nicht nur im Norden, sondern auch im Süden des Libanons gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten. In der Stadt Sidon sind am Sonntag bei Gefechten 17 Menschen, darunter zehn Soldaten, ums Leben gekommen.

    „Die Situation ähnelt dem Bürgerkrieg der 1970er-Jahre“, so der libanesische Politologe Iskander Kfuri. „Die Kontroversen haben ihren Höhepunkt erreicht, zumal alle Formationen bewaffnet sind“, so der Experte. „Die Armee ist in der Lage, die Situation zu entschärfen, aber sie kann nicht ohne Befehle agieren, während die Kontroversen im Establishment, dem Vertreter verschiedener Konfessionen angehören, die Arbeit der Regierung und des Parlaments lahm legen.“

    Im Libanon leben derzeit etwa 1,5 Millionen Syrer, die nicht nur auf Jobsuche sind, sondern sich auch an den Gefechten beteiligen.

    Ende der vergangenen Woche forderte der libanesische Präsident Michel Suleiman die Hisbollah auf, sich aus den Gefechten um die syrische Handelsmetropole Aleppo und um die Golanhöhen herauszuhalten. Er warnte die libanesische Bewegung vor der Anstiftung von Spannungen, die Israel dazu verleiten könnten, einzugreifen.

    Die palästinensische Hamas rief die befreundete Hisbollah auf, sich auf den Kampf gegen Israel zu konzentrieren. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah gab jedoch deutlich zu verstehen, dass seine Kämpfer nicht zurückweichen werden.

    „Die Stadt Kusseir und die angrenzenden Gebiete an der syrisch-libanesischen Grenze sind für die Hisbollah strategisch wichtig“, so Experte Kfuri weiter. „Etwa die Hälfte der 50 000 Einwohner sind Libanesen, von denen die meisten die Bewegung unterstützen. Als die Sunniten den Kampf um dieses Gebiet begannen, mischte sich die Hisbollah ein und entsendete etwa 1500 Kämpfer dorthin. Das war hilfreich für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, denn die Hisbollah ist im Grunde eine richtige Armee.“ Kfuri zufolge geht es aber für die Hisbollah nicht nur um die Unterstützung Assads, sondern vielmehr um ihre Position im Libanon. „In Syrien kämpfen die Schiiten um ihre Zukunft in der muslimischen Welt.“

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