18:49 25 Februar 2018
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    Russlands nachwachsende Elite bringt neue Politik-Richtung

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    In den kommenden zehn bis 15 Jahren wird eine Elite in Russland heranwachsen, die in innen- und außenpolitischen Fragen völlig andere Vorstellungen hat als die jetzige Generation in den Führungspositionen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    In den kommenden zehn bis 15 Jahren wird eine Elite in Russland heranwachsen, die in innen- und außenpolitischen Fragen völlig andere Vorstellungen hat als die jetzige Generation in den Führungspositionen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Wie in dem von der Stiftung des Waldai-Diskussionsklubs in Auftrag gegebenen Bericht „Russische Elite 2020“ festgestellt wird, geht es dabei nicht um Erschütterungen oder eine rapide Verschlechterung der Beziehungen zu den wichtigsten weltpolitischen Akteuren. Nach dem Generationswechsel in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft werden neue Tendenzen auftauchen. Die 30- und 40-Jährigen, die in den 2020er-Jahren in die Fußstapfen der aktuellen Führungselite in Politik und Wirtschaft treten werden, haben ein ganz anderes Weltbild.

    Im Unterschied zur älteren Generation haben die heute unter 40-Jährigen eine andere Sicht auf die Außenpolitik, die Beziehungen zu den USA und zum Westen. Ihnen ist das Großmachtgehabe fremd, sie wollen sich auf die Lösung der innenpolitischen Probleme konzentrieren. Der Anteil der Elitevertreter, die Eurasien und die ganze Welt zum Interessensraum Russlands zählen, ging zwischen 2004 und 2012 von 73 auf 45 Prozent zurück. Bei der jüngeren Generation war es sogar ein Rückgang von 87 auf 25 Prozent. Von 28 auf 60 Prozent ist der Anteil der jungen Elitevertreter gestiegen, die der Ansicht sind, dass sich Russlands Interessen nur bis zu seinen Landesgrenzen erstrecken sollten.

    Die jüngere Generation setzt auf Diplomatie und Wirtschaft. Die Militärstärke des Landes wird von mehr als 40 Prozent der älteren Generation als wichtigstes Mittel angesehen. Bei der mittleren Generation sind es 35 Prozent, bei der jüngeren etwa 21 Prozent. Die junge Elite denkt weniger in imperialen, sondern zunehmend in nationalistischen und globalistischen Kategorien, die eine umfassende Kooperation mit der Außenwelt vorsehen. Zudem sind sie weniger negativ gegenüber den USA und dem Westen gestimmt.

    Die aktuelle Elite ist sich einig in Bezug auf die Prioritäten in der Wirtschaftspolitik. Sie weiß, dass die Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen und die wachsende Einkommensschere die Stabilität des Landes bedrohen.

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