17:10 24 Juni 2018
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    Snowden-Asyl in Russland: Ein Hauch Kalter Krieg

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    Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat nach mehr als 30 Tagen den Moskauer Flughafen Scheremetjewo verlassen. Die russischen Behörden haben dem NSA-Enthüller einjähriges Asyl gewährt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat nach mehr als 30 Tagen den Moskauer Flughafen Scheremetjewo verlassen. Die russischen Behörden haben dem NSA-Enthüller einjähriges Asyl gewährt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    US-Senator John McCain sprach von einer „Ohrfeige für alle Amerikaner“, die „das Ende der Neustart-Politik bedeutet“. US-Präsident Barack Obama erwägt die Absage des für September geplanten Treffens mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin in Moskau.

    Am Donnerstag bekam Snowden die Einreisegenehmigung von seinem Anwalt Anatoli Kutscherena überreicht. Ihm zufolge befindet sich Snowden an einem sicheren und geheimen Ort. Der flüchtige US-Computerspezialist bedankte sich über die Enthüllungsplattform WikiLeaks bei Russland für die Aufenthaltserlaubnis und warf der US-Regierung vor, keinen Respekt vor dem Völkerrecht zu zeigen.

    „Mit einer anderen Entscheidung hätte Russland sein Gesicht verloren. Wenn wir Snowden kein Asyl gewährt hätten, hätte man aufgehört, Russland zu respektieren. Als erstes hätten das die Amerikaner gemacht“, sagte der Abgeordnete der Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Wjatscheslaw Nikonow.

    Laut dem Chef des Duma-Ausschusses für Auswärtiges, Alexej Puschkow, sind die USA für den Ärger verantwortlich. Obwohl US-Präsident Obama verkündet hatte, keine Kampfjets wegen des 29-jährigen Hackers zu starten, wurde das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales zur Zwischenlandung in Wien gezwungen.

    Zugleich habe der Kreml versucht, den Fall Snowden herunterzuspielen. Laut Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow belastet der Fall Snowden nicht die Beziehungen zu den USA.

    Die USA seien von diesem Schritt der russischen Regierung schwer enttäuscht, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Präsident Obama prüfe nun die „Nützlichkeit“ der geplanten Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Putin vor und beim G20-Treffen in St. Petersburg.

    Laut Angela Stent, ehemalige CIA-Mitarbeiterin und Professorin an der Georgetown University, wäre eine Absage des Treffens zwischen Obama und Putin ein bisschen wie im Kalten Krieg.

    Der Republikaner John McCain sagte sogar, dass Russland mit diesem Schritt die USA demütigen wolle.

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