09:57 15 Dezember 2018
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    U-Boot-Tragödie in Indien: Russische Hersteller vermuten Gasexplosion

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    Explosion auf U-Boot in Indien (7)
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    Das indische U-Boot „INS Sindhurakshak” ist in der Nacht zum Mittwoch im Hafen von Mumbai mit 18 Besatzungsmitgliedern gesunken, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Das indische U-Boot „INS Sindhurakshak” ist in der Nacht zum Mittwoch im Hafen von Mumbai mit 18 Besatzungsmitgliedern gesunken, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die erste Explosion ereignete sich gegen Mitternacht. Die Besatzungsmitglieder luden Torpedos und Raketen, tankten Diesel und luden die Antriebakkus auf. Das U-Boot russischer Bauart war nach einer Generalüberholung in einer Werft in Sewerodwinsk erst im April nach Mumbai zurückgekehrt.

    Nach der Explosion stand der Bug des U-Boots in Flammen. Einige Besatzungsmitglieder konnten sich mit einem Sprung ins Wasser retten. Wenige Sekunden später kam es zu einer weiteren Explosion, bei der auch das in der Nähe anliegende und ebenfalls aus russischer Produktion stammende U-Boot „Sindhuranta“ beschädigt wurde. 

    Der Feuerwehr gelang es nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Allerdings konnte verhindert werden, dass sich das Feuer auf das zweite U-Boot ausbreitet. Am Mittwoch wurden 18 Leichen an Bord der untergegangenen „INS Sindhurakshak” gefunden.

    Zuerst wurde gemutmaßt, dass bei der Ladung beschädigte Munition die Explosionen ausgelöst hatte. Nach Angaben des Herstellers des russischen Club-S-Raketensystems (OKB Nowator) sind Explosionen jedoch ausgeschlossen, weil die Raketen vor Feuer, Schlägen und Detonationen geschützt sind. Ob Torpedos explodiert sind, bleibt unklar. Der kirgisische Hersteller Dastan ist der Hauptlieferant der Gefechtsköpfe für die indischen U-Boote. Doch weder das Unternehmen noch der Sicherheitsrat Kirgistans nahmen Stellung dazu, ob das Unglücks-U-Boot mit kirgisischen Torpedos bestückt war. Aus dem Sicherheitsrat von Kirgistan hieß es lediglich, dass die Inder noch nicht auf eine Anfrage geantwortet hätten und die Sprengköpfe nicht die Ursache der Havarie seien.

    Der russische Schiffsbauer Swesdotschka, der das indische U-Boot 2010 bis 2013 erneuert hatte, zweifelt ebenfalls daran, dass die Munition die Explosionen verursacht hat. Aus dem Unternehmen heißt es, dass vor der ersten Explosion offenbar Wasserstoff beim Aufladen der Akkus ausgetreten sei. Beim Aufladen der Akkus sollen Fehler begangen worden sein. Das Feuer an Bord soll zur zweiten Explosion geführt haben.

    Im Februar 2010 hatte es auf dem Unglücks-U-Boot bereits ein Brand gegeben, nachdem Wasserstoff ausgetreten war. Ein Besatzungsmitglied kam damals ums Leben, einige Marinesoldaten wurden verletzt. Nach diesem Unfall wurde das U-Boot generalüberholt. Das russische Unternehmen Swesdotschka sicherte sich den Zuschlag für die Modernisierung. Doch statt mit den bisherigen Akkus aus dem St. Petersburger Werk Elektrotjaga wurde es mit Akkus der indischen Firma Exide ausgerüstet.

    Die Katastrophe um das russische Atom-U-Boot Kursk lief nach einem ähnlichen Szenario ab. Am 12. August 2000 entwich Wasserstoffperoxid aus einem Übungstorpedo, was zur Explosion führte. Anderthalb Minuten später explodierten die anderen Gefechtsköpfe. 118 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.

     

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