00:28 15 Dezember 2018
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    Russischer Radar ortet israelischen Raketentest

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    Am Dienstag hat der Abschuss von zwei Raketen im östlichen Mittelmeer weltweit für großen Wirbel gesorgt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Am Dienstag hat der Abschuss von zwei Raketen im östlichen Mittelmeer weltweit für großen Wirbel gesorgt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der Raketenstart wurde um 10.16 Uhr Moskauer Zeit durch die russische Radaranlage in Armawir (Region Krasnodar) registriert. Präsident Wladimir Putin wurde über den Vorfall sofort benachrichtigt. In den Medien wurde gerätselt, wer die Raketen mit welchem Ziel abgefeuert hat. Zunächst wurde angenommen, dass US-Kriegsschiffe wider Erwarten Syrien angegriffen haben. Washington dementierte jedoch diese Behauptungen sofort.

    Wenige Stunden später teilte ein Sprecher des israelischen Verteidigungsministeriums jedoch mit, dass Tel Aviv seine Raketenabwehr unter Mitwirkung der USA getestet habe.

    Zunächst tauchten Medienberichte über Sparrow-Raketen auf, die Israel seit April für Tests seiner Raketenabwehr benutzt. Diese Raketen wurden von israelischen F-15-Kampfjets gestartet. Aus Russland kam jedoch keine Reaktion. Wahrscheinlich wurden auch die früheren Raketenstarts geortet, damals war die Situation um Syrien jedoch noch nicht so angespannt. Diesmal wollte das russische Militär nicht schweigen.

    Die Israelis testeten gestern ihr Abwehrsystem jedoch mit einer Anchor-Rakete. Russlands Militär verfolgte den israelischen Raketenstart mit seinem Radar in Armawir und machte damit deutlich, dass Raketenangriffe auf Syrien nicht unbemerkt bleiben.

    Es ist schwer zu sagen, ob sich Israels Abwehrsystem erfolgreich bewährt hat. Eines ist jedoch sicher: Russland hat gezeigt, dass auf seine Radare Verlass ist. Das neue Woronesch-Luftabwehrsystem in Armawir hat erneut seine Möglichkeiten unter Beweis gestellt. Nachdem es 2009 installiert wurde, gab Russland seine Radarstationen in den ukrainischen Orten Mukatschowo und Sewastopol sowie im aserbaidschanischen Gabala auf. Jetzt kontrolliert das Überwachungssystem in Armawir den Luftraum in Südeuropa, im Nahen Osten und in Nordafrika.

    Wie Sergej Bojew, Generaldirektor des Konzerns RTI Systems, der das Woronesch-Radarsystem entwickelt hat, mitteilte, hat es drei  Vorteile. Erstens werde es aus Modulen vor Ort zusammen gebaut. Zweitens verkürzt sich deshalb die Bauphase von fünf bis neun Jahren auf 1,5 Jahre. Drittens seien die verwendeten Technologien einzigartig und außerdem bedeutend günstiger. Die Installierung des Radars in Gabala hatte fast eine Milliarde Dollar gekostet, die Station in Armawir schlug aber nur mit 1,5 Milliarden Rubel (etwa 45 Millionen Dollar) zu Buche. Zudem müsse sie von nur 15 Soldaten bedient werden, während es bei den alten Stationen 80 waren.

    Die Reichweite des Woronesch-Radars liegt bei 4200 Kilometern und kann maximal 6000 Kilometer erreichen. Laut Quellen sollen in Russland insgesamt fünf bis sechs Anlagen dieses Typs aufgestellt werden. Neben den bereits betriebenen Stationen in Lechtussi, Kaliningrad, Armawir und Irkutsk werden sie Russland flächendeckend vor Angriffen beschützen.

     

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